Graziöser Auftritt und Überraschung im Programm des MGV Diepholz

Stimmungsvoller Sängerball nicht nur „mit Sahne“

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Überraschung beim Sängerball für den MGV-Vorsitzenden Ludwig Friese zum 81. Geburtstag durch den stellvertretenden Vorsitzenden Karl-Heinz Husmann (links).

Diepholz - Von Wolfgang Zellhorst. Der Sängerball des Männergesangvereins (MGV) Diepholz von 1899 eröffnete am Sonnabend im vollbesetzten Saal des Soldatenheims „Haus Herrenweide“ die Diepholzer Ballsaison. MGV-Vorsitzender Ludwig Friese hieß die Besucher nach dem von seinen Mannen zum Auftakt frisch und schwungvoll geschmetterten „Frohen Sängermarsch“ willkommen.

Eine namentliche Begrüßung der Gäste mit Rang und Namen ersparte er sich – denn alle üblichen Ball-Besucher waren erschienen.

War es vielleicht auch die Befürchtung, dass dies in diesen Räumen der letzte Sängerball gewesen sein könnte, denn die Zukunft des „Hauses Herrenweide“, das ja die Funktion eines Soldatenheims (Ort der Begegnung zwischen Bevölkerung und Soldaten des Standorts) hat, ist bekanntlich ungewiss (wir berichteten über die vom Pächter ausgesprochene Kündigung zu Ende April).

Von Beginn an freuten sich alle über die lockere und schwungvolle Stimmung beim Sängerball, die alle sofort einfing und ansteckte.

Thema des Abends waren die Lieder von Udo Jürgens als eine Reminiszenz an den vor einem Jahr verstorbenen Künstler. Leitthema: „Aber bitte mit Sahne“. Dazu bekamen die Ball-Besucher zu Beginn je einen Waffelbecher mit Eierlikör und Sahnehäubchen.

Als Blickfang stand auf der Bühne ein Bild der Wetscher Künstlerin Britta Uchtmann, das zwei Sahnetorten schlemmende, schon etwas aus den Fugen geratene Schönheiten zeigte.

Das Lied „Aber bitte mit Sahne“ aus den über tausend Werken von Udo Jürgens war dann auch Teil des Medleys, das die Sänger des MGV unter dem beeindruckenden Augen- und Körpereinsatz ihrer neuen Leiterin Monika Zilke am Klavier begeisternd zum Besten gaben. Dass sie sogar ihren Augenaufschlag zum perfekten Einsatz ihrer Sänger benutzte, konnten die Zuhörer und -schauer nicht sehen.

Als Krönung der Liedfolge, die mit „Griechischer Wein“ begann, erklang das optimistische „Mit 66 Jahren“, was natürlich den einen oder anderen der Zuhörer darüber nachdenken ließ, wie denn die Sänger des MGV dieses Alter erreichen wollten – bei einem Durchschnittsalter von 71 Jahren. Aber die Darbietung der Sänger bewies: „Es ist noch lange nicht Schluss!“

Zum Schluss erschien in bekannter Udo-Jürgens-Manier der Leib- oder Mannschaftsarzt des MGV Diepholz, Dr. Christoph Kirchberg, im weißen Bademantel und improvisierte am Klavier diverse Udo-Jürgens- Lieder, was die Zuhörer mit kräftigem Beifall belohnten.

Ein weiteres Highlight des Programms war der Auftritt der 15-jährigen Annika Stenzel, die drei Teile ihres Wettkampfprogramms in der rhythmischen Sportgymnastik darbot. Mit Flatterband, Seil und Keulen war sie, die schon zahlreiche herausragende Platzierungen in dieser Sportart errungen hat und im nächsten Jahr an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen wird, in ihren Sportkostümen eine Augenweide und an Grazie nicht zu überbieten.

Siegmar Elfert, Stimmführer des ausrichtenden zweiten Tenors und Conferencier dieser Gymnastik-Darbietung, bedankte sich bei Annika mit einem liebevollen Küsschen, was er auch durfte – denn es ist seine Enkelin!

Als „Zwischenspiel“ im Programm angekündigt, folgte eine große Überraschung für den MGV-Vorsitzenden Ludwig Friese. Sein Stellvertreter Karl-Heinrich Husmann begann mit einer „Werbe-Einlage“. Er versprach denjenigen Männern, die sich entschließen können, sich dem MGV anzuschließen, den ersten Jahresbeitrag zu sponsern. Deren Frauen versprach er, jeden Dienstag einen freien, entspannenden Abend zu haben, nach dem ein glücklicher und zufriedener Mann nach Hause kommen werde.

Danach bat er Ludwig Friese, auf einem Sessel in der Mitte der Tanzfläche Platz zu nehmen, und eröffnete dem gespannten Publikum, dass Ludwig gerade an diesem Tag seinen 81. Geburtstag feiere.

Wie es bei den Sängern Brauch ist stimmten diese, die sich inzwischen um den Jubilar geschart hatten, das „Sängerhoch“ an.

Als Geburtstags-Überraschungsgeschenk folgte das Lied „Die Rose von Samarkand“. Dieses wird vom MGV Diepholz besonders gerne gesungen, weil Chorleiterin Monika Zilke aus der Region nahe Samarkand (Usbekistan) stammt, vor über 25 Jahren nach Diepholz kam und eine große Bereicherung für das Kulturleben der Stadt wurde.

Den Schlusspunkt unter den offiziellen Teil des noch bis tief in die Nacht andauernden Balls setzte der Gastchor der Diepholzer Kirchengemeinde Christus König unter der Leitung von Katharina Kläning. Die drei Lieder „Irgendwo auf der Welt“, „Huhn und Karpfen“ und „Ihr von Morgen“ leiteten – teils lustig und teils nachdenklich – über in die zahlreichen Tanzrunden die, zum siebten Mal mit bewährter musikalischer Begleitung der „Red Socks“, ausgiebig von den Gästen genutzt wurden.

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