Organisation „Campact“ in Diepholz vor verschlossenen Türen

„Glyphosat tötet“: Demo am CDU-Büro

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17 Aktivisten der Organisation „Campact“ haben am frühen Mittwochabend in Diepholz vor der CDU-Kreisgeschäftsstelle an der Lüderstraße für ein Verbot von Glyphosat demonstriert.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Es wurde ein wenig eng auf dem schmalen Gehweg an diesem Teil der Lüderstraße in Diepholz: Aktivisten der Organisation „Campact“ haben gestern am frühen Abend vor der Kreisgeschäftsstelle der CDU für ein Verbot von Glyphosat demonstriert.

Sprecherin Rena Ziegler hatte am Mittag gegenüber unserer Zeitung von 30 angemeldeten Teilnehmern gesprochen: „Wahrscheinlich werden es 50.“ An der ordnungsgemäß angemeldeten Demonstration nahmen jedoch nur 17 Menschen aus dem Landkreis Diepholz teil.

Die Polizei sicherte für die Demo ab 17.30 Uhr die Lüderstraße vor dem alten Ackerbürgerhaus ab. Vor 100 Kreisverbands- und Abgeordneten-Büros der Christdemokraten bundesweit veranstaltet „Campact“ nach eigenen Angaben in diesen Tagen solche Aktionen gegen Glyphosat. Das Pestizid wird eingesetzt, um unerwünschte Pflanzen abzutöten.

Aktivisten mit Schutzanzügen

Die Demonstranten wollten mit einem CDU-Vertreter sprechen, doch es war niemand da, die Türen waren verschlossen. CDU-Kreisgeschäftsführer Hans-Ulrich Püschel habe in einem Telefonat darauf hingewiesen, dass er am Tag der Demonstration andere Termine habe.

Bezüglich eines Ausweichtermins und -ortes habe es von ihm keine Antwort – auch nicht auf eine E-Mail – gegeben, sagte Rena Ziegler. So standen die „Campact“-Aktivisten fast eine Stunde vor dem Gebäude. Einige trugen demonstrativ Schutzanzüge. Andere hielten Schilder hoch: „Schöpfung schützen“, „Glyphosat-Ausstieg jetzt“ und „Glyphosat tötet“ stand darauf. Die Sprecherin erläuterte den wenigen, sich nur bedingt interessiert zeigenden Passanten die Aktion: „Glyphosat tötet Insekten und verursacht wahrscheinlich Krebs.“

Viele weitere "Campact"-Aktionen

Mitte Dezember läuft die EU-Zulassung für Glyphosat aus, das von der Firma Monsanto hergestellt wird. Die EU muss in Kürze über eine erneute Zulassung abstimmen – auch Deutschland stimmt da natürlich mit.

„Campact“ ist lauter seiner Internetseite (www.campact.de) „eine Bürgerbewegung, mit der 1,9 Millionen Menschen für progressive Politik streiten“. Sitz der 2004 entstandenen, gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation ist Berlin. Laufende „Campact“-Aktionen sind beispielsweise „Plastikflut stoppen“, „TTIP auf Japanisch verhindern“ und „Regenwald retten“. „Campact“ fordert zudem den Kohleausstieg und die Einführung einer Spekulationssteuer.

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