Fächendeckend schnelles Internet

Landkreis treibt eigenen Breitband-Ausbau voran

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Politik, Verwaltung und die neuen Pächter und Betreiber des Glasfasernetzes im Landkreis freuen sich auf die Herausforderungen und den Ausbau der Infrastruktur.

Landkreis Diepholz - Von Janna Silinger. Sie bezeichnen es als historisches Ereignis, als Meilenstein in der Geschichte des Landkreises Diepholz, als das wichtigste Projekt der vergangenen 20 Jahre: den Breitband-Ausbau.

Laut Landrat Cord Bockhop und Bassums Bürgermeister Christian Porsch, Vertreter der Bürgermeister im Landkreis, sei es an der Zeit, dass die weißen Flecken endgültig von der Karte verschwinden. Und dem Zustand flächendeckender Versorgung mit schnellem Internet sei man nach der Vertragsunterzeichnung mit dem neuen Pächter und Betreiber des Glasfasernetzes (GVG Glasfaser) am Dienstag jetzt einen Schritt näher.

Cord Bockhop betont bei der Unterzeichnung dieses Mammutprojekts seinen Dank an die Kommunen, die in enger Kooperation ein Konzept und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt hatten. Doch in erster Linie freuen sich an diesem Tag er und das komplette Gremium darüber, einen erfahrenen und erfolgreichen Planer und Pächter – für die kommenden 25 Jahre – in GVG Glasfaser aus Kiel gefunden zu haben. In allen Kriterien habe das Unternehmen überzeugt. Dazu gehörten unter anderem Kundenservice, Betriebskonzept und Pachtzins, erklärt Bockhop.

Geschäftsführer Michael Gotowy zeigt sich enthusiastisch: „Wir halten immer Ausschau nach spannenden Projekten und sind glücklich, hier gelandet zu sein.“ Sein Unternehmen lege vor allem Wert auf stetigen und guten Kontakt zu den Kunden. 

Infoveranstaltungen sollen die Bevölkerung mitnehmen

„Wir suchen derzeit nach einem Büro im Landkreis, damit wir während des gesamten Prozesses und danach immer vor Ort sein können“, so Gotowy. Außerdem biete sein Unternehmen in allen Kommunen Infoveranstaltungen vor dem Ausbau an. „Und unerlässlich: Klinken putzen. Wir gehen wirklich von Tür zu Tür und informieren die Menschen über ihre Möglichkeiten.“

Das Ziel dabei sei das Einhalten der Quote. Mindestens 60 Prozent der Bürger im Landkreis müssen sich an das Netz anschließen lassen, damit es sich rentiert. Dabei setzt das Unternehmen auf Hilfe der Ortsvorsteher und Bürgermeister. Es liege schließlich auch in deren Interesse, die Attraktivität der Städte und Gemeinden zu fördern und diese Infrastrukturmaßnahme zu unterstützen.

Er hebt auch die Bandbreite an Produkten hervor, die angepasst an unterschiedlichste Zielgruppen ist. Die meisten jungen Menschen brauchen heutzutage keinen Telefonanschluss mehr, Ältere verzichten häufig auf schnelles Internet, meint er. „Das machen wir möglich.“

Anschluss steigert den Wert der Immobilie

Alle Beteiligten hoffen auf möglichst viele Haushalte, die sich an das Glasfasernetz anschließen lassen. Das Angebot ist bei Vertragsabschluss vor den Bauarbeiten kostenlos, währenddessen noch vergünstigt.

Er betont auch, dass der Anschluss den Wert einer Immobilie steigere. „Wenn Oma und Opa irgendwann ihr Haus den Enkeln schenken und dann keinen Zugang zum Glasfasernetz haben, werden die sich ärgern.“ 

Denn langfristig führe nichts daran vorbei, da das übertragene Datenvolumen seit Jahren kontinuierlich steige, genau wie die Anforderungen an schnelles Netz. Sowohl für Privathaushalte als auch in wirtschaftlichen Betrieben. Insgesamt sind die Tiefbaumaßnahmen über eine Länge von 2428 Kilometern vorgesehen. „Das ist schon eine Hausnummer“, so Bockhop.

Etwa 180 Millionen Euro stecken in dem Projekt

Geplant ist der Bau des „Backbone“, eines Glasfaserrings, an den Verbindungsstraßen angeschlossen werden, die dann alle in den Gemeinden befindlichen 15.472 Gebäude versorgen sollen. Das entspreche etwa 18.634 Kunden.

Die Investitionskosten belaufen sich laut Bockhop auf knapp 180 Millionen Euro. „Eine stolze Summe, die über Pachterträge und Zuschüsse von Bund, Land, Landkreis, Städten, Gemeinden und Samtgemeinden aufgebracht wird.“

Jetzt ist allerdings seitens der Bürger noch ein wenig Geduld gefragt. Der Bau soll erst im Frühjahr 2019 beginnen. Wo genau und welche Kommune zuerst an der Reihe ist, stehe noch nicht fest. Zum Schluss warnt Bockhop noch vor der Idee, mit dem Vertragsabschluss auf die Bauarbeiten zu warten, in der Annahme, dass die Leitung dann noch günstig ist. 

Denn wenn alle sich zunächst dagegen entscheiden, wird vielleicht die Straße nicht erschlossen. Und wer später doch ans Netz will, für den werde es richtig teuer, zumal dafür die Straße aufgerissen werden müsse, meint der Landrat. „Schlau ist nicht, wer wartet. Schlau ist, wer zugreift“, sagt er überzeugt. 

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