Breitband-Ausschuss tagt zum ersten Mal

Glasfaser: Baubeginn für Frühjahr 2019 anvisiert

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Im Landkreis geht der Breitbandausbau voran. 

Landkreis - Von Katharina Schmidt. Bambusleitung – dieses Kunstwort steht laut Duden in der Jugendsprache für eine lahme Internetleitung. Solche finden sich auch im Landkreis Diepholz an vielen Stellen. Um das zu ändern und Anbindungen unter 30 Megabit pro Sekunde auszumerzen, hat sich der Betriebsausschuss „Breitbandausbau Landkreis Diepholz“ gegründet. Am Mittwoch tagte das neue Gremium zum ersten Mal.

„Wir befinden uns in einem Verfahren, in dem es um viel Geld geht“, verdeutlichte Landrat Cord Bockhop, der dem Ausschuss vorsitzt, zu Anfang der Sitzung im Diepholzer Kreishaus. Rund 120 Millionen Euro soll der Breitbandausbau kosten. Ziel ist FTTB-Standard – also Glasfaser bis in die Gebäude.

17,37 Millionen Euro der Summe zahlen die Städte und Gemeinden in Raten. Den Rest der Kosten will der Landkreis durch Fördermittel und Pachteinnahmen stemmen. Derzeit laufen Bietergespräche mit Telekommunikationsunternehmen, die sich vorstellen können, das Netz vom Kreis zu pachten.

„Die Angebote über die Pacht entsprechen unseren Erwartungen“, berichtete Günter Klingenberg vom Fachdienst Wirtschaftsförderung bei der Sitzung. Die finalen Angebote sollen ihm zufolge Mitte März vorliegen. Danach folge die Bewertung. Abschließend müsse die Bundesnetzagentur dem fertigen Pachtvertrag zustimmen.

Wenn alles glatt läuft, sind die Bauaufträge im nächsten Jahr um diese Zeit vergeben, und die beauftragten Unternehmen können im Frühjahr 2019 mit den Arbeiten beginnen. Allerdings rücken die Bauarbeiter nicht überall gleichzeitig an.

Zu Verzögerungen können laut Klingenberg Klagen führen. „Die unterlegenen Bieter reichen oft bei der Vergabekammer Klage ein“, sagt er. Der Landkreis würde zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnen – doch so ein Verfahren dauere drei bis sechs Monate und koste somit wertvolle Zeit. Darüber hinaus ist dem Verwaltungsmitarbeiter zufolge nicht garantiert, dass der Landkreis auf Anhieb ein Tiefbauunternehmen mit freien Kapazitäten findet. Immerhin sei der Netzausbau nicht nur im Landkreis Diepholz Thema.

Ausschussmitglied Frank Seidel (SPD) fragte mit Blick auf aktuelle Entwicklungen, was passiert, wenn sich die Förderkulisse verbessert. „Ich glaube, sie wird sich verbessern“, meinte Bockhop. Ob der Landkreis bezüglich des derzeitigen Ausbaus noch davon profitieren werde, wisse er nicht. Doch die nächste Ausbauphase komme bestimmt. Bereiche, die derzeit keine „weißen Flecken“ sind, würden aufgrund technischen Fortschritts bald als unterversorgt gelten.

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