Diensthunde im Mittelpunkt einer Großübung der Polizei

Gewalttätige Demonstranten im bissfesten Schutzanzug

Große Polizeiübung auf dem Fliegerhorst Diepholz: 100 Beamte und 20 Diensthunde der Polizeidirektion Osnabrück waren dort gestern Nachmittag im Einsatz. - Foto: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Randale vor dem Casino. Ein Wasserwerfer fährt vor Barrikaden auf, Pyrotechnik knallt, künstlicher Nebel behindert die Sicht. Bei einer Demonstration kommt es zu Ausschreitungen. Der Fliegerhorst Diepholz war am Montagnachmittag Schauplatz einer Großübung der Polizei. Im Mittelpunkt stand die Diensthundeführerstaffel der Polizeidirektion Osnabrück.

Die Lage: Ein besetztes Haus war geräumt worden. Dagegen regt sich Widerstand. In einem angemeldeten Demonstrationszug zieht die protestierende Gruppe über die Straßen des Fliegerhorstes zum Casino, das in diesem Fall das „Rathaus“ ist. Nach kleinen „Einlagen“ unterwegs – unter anderem mit gewalttätigen Einzeltätern – kommt es dort nach knapp einer Stunde zum Showdown. Bei der Abschlusskundgebung eskaliert die Situation, Demonstranten werfen Gegenstände, zünden Feuerwerkskörper, greifen Beamte an. Da kommen die Diensthundeführer zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe werden gewalttätige Straftäter bei der Demo – während der Übung dargestellt von Polizeibeamten und einigen Soldaten vom Fliegerhorst in bissfesten Schutzanzügen – zu Boden geworfen und festgenommen. Dabei arbeiten die Hundeführer eng mit Beamten der Bereitschaftspolizei und der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen zusammen. 

Diese Zusammenarbeit ist ein Teil der Großübung mit 100 Beamten und 20 Diensthunden, die zum ersten Mal auf dem Fliegerhorst Diepholz stattfanden. „Diese oder ähnliche Einsatzsituationen erleben unsere Kolleginnen und Kollegen jedes Wochenende bei Fußballspielen oder Demonstrationen. Deshalb ist es wichtig, gemeinsam solche polizeilichen Lagen zu trainieren“, sagte der Bernhard Witthaut, Polizeipräsident der Polizeidirektion Osnabrück, zu der Übung. Neben ihm beobachtete auch die Präsidentin der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen die aktionsreiche Übung.

In zwei Durchgängen mit jeweils unterschiedlichen Beamten und Hunden läuft die Übung ab. Auch für die Tiere ist das Stress. „Es ist wichtig, dass wir auch solche großen Übungen haben“, erklärte Polizeihauptkommissar Franz-Josef Ewerding, Chef der Diensthundeführerstaffel der Polizeidirektion Osnabrück, die auch für das Emsland und Ostfriesland zuständig ist. Üblicherweise stehen den Hunden bei Übungen Gruppen von etwa zehn Leuten gegenüber.

Polizei trainiert in Diepholz Einsatz bei Großdemo

Die Vierbeiner – meist niederländische oder belgische Schäferhunde – haben eine bis zu einem Jahr dauernde Ausbildung und eine Diensthundeprüfung hinter sich. Sie und der jeweilige Hundeführer bilden ein festes Team. Die Beamten nehmen die Hunde nach Dienstschluss mit nach Hause.

Anlegen möchte man sich mit den im Einsatz zähnefletschenden Vierbeinern nicht. Während die Straftäter-Darsteller bissfeste Schutzanzüge trugen, machte ein anderer Polizeibeamter, der einem Hund zu nahe kam, eine unschöne Erfahrung: Er trug eine Bisswunde am Fuß davon.

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