60 Jahre Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Diepholz

Das Gesicht der Stadt geprägt

Die Fackelträger auf der Kolkstraße kurz vor dem Einmarsch. - Foto: Reckmann

Diepholz - Von Sven Reckmann. Wer will schon eine Prognose wagen, wie die Bundeswehr am Standort Diepholz in zehn Jahren aussieht, welche Aufgaben sie hat, welche Personalstärke? In einer Welt mit immer neuen Krisenherden und Bedrohungen kommen auch auf die Streitkräfte immer neue Veränderungen zu.

Was da auch kommt, die Bundeswehr hat in Diepholz einen großen Rückhalt. Deutlich mehr als 1000 Zuschauer kamen am Montagabend zu dem feierlichen Appell, mit dem die Bundeswehr ihr 60-jähriges Bestehen am Standort Diepholz feierte.

Mit der Zeremonie sollte auch die Patenschaft zwischen der Stadt und den Verbänden auf dem Fliegerhorst gewürdigt und bekräftigt werden.

Bevor die Formationen auf den von Zuschauern umsäumten Rathausplatz marschierten, gab es über Lautsprecher einen kurzen Abriss über die Geschichte des Fliegerhorstes und der Bundeswehr am Standort.

Den Auftakt machten dann die Fackelträger, die sich bereits, wie die anderen Formationen auf der Kolkstraße gesammelt hatten. Sie marschierten ein und positionierten sich in regelmäßigen Abständen, rahmten das Geschehen somit ein.

Es folgte das Heeresmusik-korps aus Hannover unter der Leitung von Oberstleutnant Martin Wehn, das dem Appell die musikalische Note verlieh.

Unter der Paradeführung von Oberst Andreas Müller, dem stellvertretenden Kommandeur des Waffensystemunterstützungszentrums 2, waren Vertreter folgender Einheiten an dem Appell beteiligt: Waffensystemunterstützungszentrum 2; II. Objektschutzregiment Luftwaffe; Systemzentrum 21; Fliegerhorststaffel Diepholz; 6. Staffel Objektschutzregiment Luftwaffe; Bundeswehrdepot West – Materiallager Diepholz sowie Sanitätsversorgungszentrum Diepholz.

Es folgte die Begrüßung der angetretenen Soldaten durch den Standortältesten Oberst Olaf Stöcker als Kommandeur des Waffensystemunterstützungszentrum 2, Bürgermeister (und Schirmherr) Dr. Thomas Schulze sowie Oberstleutnant Andreas Thelen, dem Kommandeur des zweiten Bataillons des Objektschutzregiments der Luftwaffe.

„Dieser feierliche Appell ist Symbol und Ausdruck der tiefen Verbundenheit der Bundeswehr und der Stadt Diepholz“, sagte Schulze in seiner Ansprache. Für viele Soldaten und Soldatinnen sei Diepholz mehr als nur der Dienststandort geworden. „Sie haben hier ihre, im übertragenen Sinne, neue Heimat gefunden und sich in der Stadt und für die Stadt Diepholz engagiert“, so der Bürgermeister.

In den vergangenen sechs Jahrzehnten habe es immer Veränderungen auf dem Fliegerhorst gegeben und die werde es auch in Zukunft gaben. „Was bleibt, sind nicht nur sechs Jahrzehnte der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit. Die Bundeswehr und deren Einheiten haben das Gesicht und die Geschichte dieser Stadt mit geprägt. (...) Unser Wille ist es, die gewachsene zivil-militärische Zusammenarbeit zu erhalten und zu stärken.“ Ein Symbol dafür sei der feierliche Appell.

Oberst Stöcker beschrieb den Wandel, den Luftwaffe und die gesamte Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten zu bewältigen hatte und die neuen Aufgaben, die auf sie zukommen, Stichwort: „Bundeswehr goes Cyber!“

In diesem Sinne sei die Bundeswehr darauf angewiesen, ein Teil der Gesellschaft zu bleiben, so Stöcker, „und wir haben das große Glück, am Standort eine sehr wertvolle und fruchtbare Form der Patenschaft zwischen unserer Heimatstadt Diepholz und den hier stationierten Verbänden erleben zu dürfen.“ Stöcker sprach den Diepholzern im Namen aller Angehörigen der Verbände, Einheiten und Dienststellen des Fliegerhorstes seinen persönlichen Dank aus.

Mit großem Bedauern wurde festgestellt, dass Hauptmann a.D. Hans Buchwald, der als „Mann der ersten Stunde“ als weiterer Redner auf dem Programm stand, aus gesundheitlichen Gründen nicht dabeisein konnte. Ihm gingen gute Wünsche zu.

Ein besonderer Gruß ging auch an ehemalige Kommandeure, die zu dem Appell gekommen waren: General Stefan Lüth, General Michael Vetter, Oberst Gerhard Hewera und Oberst a.D. Burckhard Bode.

Bundeswehr auf dem Diepholzer Fliegerhorst feiert 60. Geburtstag

Es war schwierig zu beziffern, wie viele Menschen genau sich an diesem Abend auf dem Rathausmarkt versammelt hatten, die Schätzungen reichten von 1000 bis zu 2500 Zuschauern, die sich nach und nach an dem großen Rund eingefunden hatten und zum Höhepunkt ein farbenprächtiges Feuerwerk zu sehen bekamen. Dieses hatte die Stadt Diepholz beigesteuert.

Rhythmisches Klatschen der Zuschauer begleitete die Akteure dann beim Ausmarsch – das Heeresmusikkorps hätte vermutlich auch eine Zugabe spielen und die Formationen noch eine „Ehrenrunde“ drehen können. Es war ein entspannter Abschluss dieses Abends, der für geladene Gäste im Ratssaal noch eine Verlängerung bereithielt. Dabei überreichte Oberst Olaf Stöcker eine Holztafel mit den Einheitswappen des Waffensystemunterstützungszentrums an die Stadt Diepholz.

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