Bei Sanierung des Westflügel-Daches entdeckt

„Gescheckter Nagekäfer“: Weitere Schäden am Schloss

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Bei der Dachsanierung des Westflügels am Diepholzer Schloss sind Schäden im Gebälk entdeckt worden, die der „gescheckte Nagekäfer“ verursacht hat. Wegen des notwendigen Austausches von Balken muss das Gerüst länger als geplant stehen bleiben. 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Auch Teile des Gebälks im Westflügel des Diepholzer Schlosses sind vom „gescheckten Nagekäfer“ befallen. Der Schädling hatte bereits eine umfangreiche Sanierung des Turm-Gebälks notwendig gemacht. Jetzt wurde er auch bei der routinemäßigen Dachsanierung des Amtsgerichts-Verwaltungsgebäudes entdeckt.

Die Sanierung von Mauerwerk, Dachhaube und Gebälk des Schlossturmes ist planmäßig abgeschlossen worden, so dass der offiziellen Einweihung des Diepholzer Wahrzeichens nach den fast ein Jahr dauernden Arbeiten am 16. Oktober um 11 Uhr anlässlich des „Diepholzer Grafensonntags“ nichts im Wege steht.

Unabhängig von der 800 000 Euro teuren Turmsanierung ließ das Staatliche Baumanagement Weser-Leine (Nienburg) die Dächer der vom Amtsgericht genutzten Schlossgebäude – Nord- und Westflügel – im Zuge der Bauunterhaltung für jeweils 225 000 Euro sanieren. Dabei wurden jetzt im Westflügel Schäden am Gebälk entdeckt, die – wie im Turm – vom „gescheckten Nagekäfer“ verursacht worden waren. Dieser fühlt sich in feuchtem Holz wohl.

„Hier ist die Sanierung aber nicht so aufwändig wie im Turm“, sagte Peter Bröker, Leiter des Staatlichen Baumanagements Weser-Leine, unserer Zeitung. Im Turm war der Nagekäfer durch Erwärmung des Innenraumes auf 55 Grad Celsius über drei Wochen bekämpft worden (wir berichteten). Auch der Austausch der angenagten Balken war im Turm sehr kompliziert. Im Westflügel hingegen müssen die betroffenen Balken einfach nur ausgetauscht werden. Aber auch das führt zu einer Verzögerung. Die Dachsanierung der Amtsgerichts-Gebäude dauerte laut Peter Bröker etwa zwei Monate länger als geplant. In der Folge kann zum Grafensonntag das Gerüst noch nicht entfernt werden und stört etwas den Gesamteindruck. Das Dach war zuletzt in den 1950er Jahren erneuert worden. Nun werden neben einigen Balken auch die Dachziegel erneuert.

Als nächstes Sanierungsprojekt im Diepholzer Schloss will sich das Staatliche Baumanagement Weser-Leine den „Rittersaal“ vornehmen. In diesem Raum, der über wenige Treppenstufen vom Durchgang zum Schloss aus zu erreichen ist, muss die tragende Säule unterfüttert werden. Der Untergrund war abgesackt. Zurzeit ist die Säule in der Mitte des Raumes provisorisch gesichert. Das Amtsgericht nutzt diesen „Rittersaal“ im landeseigenen Schloss als Archiv. Die Stadt Diepholz hat Interesse daran, ihn zu übernehmen – zum Beispiel für Eheschließungen oder kleine kulturelle Veranstaltungen.

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