Zentralklinik Borwede

Generalplaner kann jetzt starten

Ein Meilenstein für die Zentralklinik: Uwe Lorenz (am Tisch links) und Michael Ludes besiegeln im Twistringer Rathaus den Vertrag ihrer Partnerschaft. Darüber freuen sich (v.l. stehend) Axel Euler, Wolfram van Lessen, Christian Scheufler, Tobias Schwarz und Matthias Ludes.
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Ein Meilenstein für die Zentralklinik: Uwe Lorenz (am Tisch links) und Michael Ludes besiegeln im Twistringer Rathaus den Vertrag ihrer Partnerschaft. Darüber freuen sich (v.l. stehend) Axel Euler, Wolfram van Lessen, Christian Scheufler, Tobias Schwarz und Matthias Ludes.

Twistringen. Es ist ein feierlicher Moment, als die Partner ihren Vertrag unterzeichnen: Das Unternehmen Ludes Architekten-Ingenieure übernimmt die Generalplanung für die Zentralklinik in Borwede. Am Mittwoch haben Uwe Lorenz für die Kliniken im Landkreis Diepholz und Michael Ludes für das Unternehmen diese Zusammenarbeit im Twistringer Rathaus besiegelt.

Vor ihnen steht das Sieger-Modell des Architekten-Wettbewerbs, das mit seiner ungewöhnlichen Konzeption überzeugt hatte – eine Kreativarbeit von Ludes Architekten–Ingenieure aus Recklinghausen. Es arbeitet mit sechs Nachunternehmern zusammen (brandenfels Freie Landschaftsarchitekten, Passau Ingenieure, Rieker Planungsgesellschaft, Hospitaltechnik Planungsgesellschaft, Ingenieurbüro Sondermann + Möller, Ecoprotec).

Ludes und Partner erhalten den Auftrag

Dass Ludes und Partner die Generalplanung für das zentrale Bauprojekt übernehmen, war nicht selbstverständlich. Denn der erste Preis zählt im Vergabeverfahren nur zu 50 Prozent – die andere Hälfte besteht aus Kritierien im sogenannten VGV-Verfahren, der europaweiten Ausschreibung, erläutert Erster Kreisrat Wolfram van Lessen in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken im Landkreis Diepholz. Er spricht von einem „sehr schnellen Verfahren“, weil die Zentralklinik erst seit zwei Jahren ein politisches Thema ist.

„Total gewagt und ungewöhnlich“

Froh über den Vertragsabschluss ist auch Uwe Lorenz als Geschäftsführer der Kliniken im Landkreis: „Krankenhausplanerisch können solche Prozesse manchmal extrem viel länger dauern.“ Das Modell von Ludes und Partnern bezeichnet Lorenz als „total gewagt und ungewöhnlich“. Er verweist auf die Resonanz der Klinikverbund-Mitarbeiter: Die Beschäftigten in Medizin und Pflege würden „eindeutig“ diesen Entwurf favorisieren – wegen seiner klaren Gliederung, der gesundheitsfördernden Wirkung und des behaglichen Ambientes.

„Für uns ist das auch ein ganz besonderes Projekt“, bestätigt Michael Ludes. Der erste Mann im Generalplanungsunternehmen ist überzeugt: „Das kann ein Leuchtturm für die Krankenhausplanung in Deutschland sein“ und es könne Strahlkraft entwickeln – weit über die Grenzen des Landkreises Diepholz hinaus.

Mit sehr viel Herzblut, so stellt Michael Ludes klar, hätten die Mitarbeiter das Konzept für die Zentralklinik in Borwede erarbeitet, die sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen soll – so, dass selbst leichte Höhenunterschiede im Gelände zum Erfolgsfaktor für die Struktur werden können. Das funktionale Herz ist das Sockelgeschoss, in dem alle medizintechnischen Einrichtungen wie Röntgen, Herzkatheder oder Operationssäle auf kurzem Wege zu erreichen sind und so schnelle Untersuchungs- und Behandlungskonzepte möglich machen.

Herzenswunsch ist es außerdem, die Heilungsprozesse der Patienten durch die architektonische Gestaltung zu unterstützen – mit viel Grün und viel Glas. So ziehen sich die Pflegestationen mit den Patientenzimmern jeweils wie ein Ring um eine schön bepflanzte grüne Oase, die Patienten, Mitarbeiter und Besucher gleichermaßen nutzen können.

Die fast lebendig wirkende Vision eines entspannten, erholsam wirkenden Klinikalltags gibt es bereits: Landrat Cord Bockhop hat dem Kreistag schon einen Film präsentiert, der das Modell mit Leben füllt. Unabhängig davon stellt Erster Kreisrat Wolfram van Lessen klar: Standard sind in der Zentralklinik Zweibettzimmer mit 24 Quadratmetern Fläche – diese Größe habe das Land zugesagt.

Kostenschätzung: 207 Millionen Euro

Die aktuelle Kostenschätzung für die Zentralklinik liegt bei 207 Millionen Euro. Noch gibt es vom Land keine Finanzierungszusage für das 344 Planbetten umfassende Projekt, sprich noch keinen Förderbescheid. „Aber wir haben einen Feststellungsbescheid“, so der Erste Kreisrat, „das ist schon viel wert“. Bisher habe man nur positive Signale erhalten.

Die Vertragsunterzeichnung ist ein wichtiger Schritt. Denn jetzt kann die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Zentralklinik erarbeitet werden. Etwa 15 Monate braucht es, um diese elementare Grundlage zu schaffen. „Die baufachliche Prüfung gibt es ja auch noch“, verweist der Aufsichtsratsvorsitzende auf einen weiteren Schritt.

Herzenswunsch der Beteiligten ist es, 2024 mit dem Bau beginnen zu können. Dann könnte die Klinik 2027/28 in Betrieb gehen – „vorausgesetzt, dass es keine Klagen gibt“, so Wolfram van Lessen.

Von Anke Seidel

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