Gemeinsame Blutspende-Aktion von Landkreis und Kreissparkasse

Kreisrat darf nicht spenden

Überraschung beim Blutspendetermin im Diepholzer Kreishaus: Kreisrat Markus Pragal (stehend) durfte sich nicht „anzapfen“ lassen, da er ein Jahr in England gelebt hatte. Sparkassen-Vorstand Claus Nordsieck hingegen konnte Blut spenden.
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Überraschung beim Blutspendetermin im Diepholzer Kreishaus: Kreisrat Markus Pragal (stehend) durfte sich nicht „anzapfen“ lassen, da er ein Jahr in England gelebt hatte. Sparkassen-Vorstand Claus Nordsieck hingegen konnte Blut spenden.

Diepholz - Wo der Kreistag sonst diskutiert und Beschlüsse fasst, wurde gestern Blut gespendet: Im großen Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz war der DRK-Blutspendedienst Springe zu Gast. 500 Mitarbeiter des Landkreises Diepholz und 180 der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz hatten – während der Arbeitszeit – die Möglichkeit, „Lebenssaft“ zu spenden.

Der neue Kreisrat Markus Pragal wollte mit gutem Beispiel voran gehen – und erlebte eine Überraschung: Er durfte nicht Blut spenden. Nicht etwa aus gesundheitlichen Gründen, sondern aus einem Grund, der weitgehend unbekannt ist.

Pragal hat ein Jahr in England gelebt und das 1988 – zur der Zeit, als das Thema „Rinderwahn“ (BSE) dort sehr aktuell war.

„Wer zwischen 1980 und 1996 in England gelebt hat, darf in Deutschland nicht Blut spenden“, erläuterte Andreas Marock, Arzt im Blutspendeteam des Deutschen Rote Kreuzes (DRK) Springe die Vorsichtsmaßnahme des DRK. Laut Internetseite der DRK-Blutspendedienste gilt die Einschränkung für einen entsprechenden Aufenthalt in Großbritannien und Nordirland. Alle potentielle Spender werden dahingehend befragt.

Kreisrat Markus Pragal antwortete natürlich wahrheitsgemäß.

Aus seinem Blutspende-Ausschluss ist selbstverständlich nicht zu schließen, dass er mit „Rinderwahn“ (BSE) infiziert ist. Aber theoretisch besteht eben eine erhöhte Gefahr durch seinen längeren England-Aufenthalt im Zuge seiner Ausbildung.

Pragal nahm es mit Humor und stand Kreissparkassen-Vorstandsmitglied Claus Nordsieck buchstäblich zur Seite, als sich dieser sich „anzapfen“ ließ.

Das taten neben ihm 107 Mitarbeiter des Landkreises Diepholz und der Kreisparkasse Grafschaft Diepholz, wobei die Sparkasse 40 Spender stellte.

Unter den 107 Spendern gab es auch einige Jubilare. Dieter Schmidt aus Twistringen spendete zum 60. Mal (und war zufällig gleichzeitig 100. Spender des Termins im Kreishaus). Seine 70. Blutspende hatte Rüdiger Follrichs aus Diepholz. Frank Steiner aus Rehden spendete zum 50. Mal Blut beim DRK. Jörn Meyer-Pittwohn aus Twistringen wurde für seine 25. Spende geehrt.

Im nächsten Jahr soll es den dritten gemeinsamen Blutspendetermin von Landkreis und Kreissparkasse geben – dann wieder im Sparkassen-Gebäude.

ej

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