Gelebtes Miteinander in der Waldwoche mit 110 Kindern auf Lüdersbusch

Gemeinsame Freude ist am wichtigsten

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Gelebte Inklusion: Behinderte und nichtbehinderte Kinder spielten und lernten miteinander in der Natur.

Diepholz - Von Helge Bredemeyer. Jauchzen, springen, im Gras und vom Hügel rollen, Umgang mit Naturmaterial: Das alles war zu hören und sehen, als jetzt sich 110 Jungen und Mädchen aus drei Einrichtungen der Lebenshilfe für Kinder das Areal Lüdersbusch eroberten.

Schon seit Jahren zieht die Integrative Kindertagesstätte „Lütke Lüe“ eine ganze Woche in den Wald. Dieses Jahr bereiteten Leiterin Silke Krempig und ihr Team wieder alles für diesen Höhepunkt im Kindergartenjahr vor.

Daran nahm zum dritten Mal der Heilpädagogische Kindergarten für einige Stunden teil und erstmalig am Vormittag der Sprachheilkindergarten mit Andrea Ströbel und ihren Mitarbeiterinnen.

Die Fäden liefen bei Christiane Rießelmann, Leiterin des Heilpädagogischen Kindergartens und gleichzeitig Bereichsleiterin der Waldorfeinrichtungen, zusammen. Es gab eine Menge Organisatorisches an- und einzupacken. Eltern wurden für diese Großaktion gewonnen, Fahrzeuge wurden geordert. 27 Erwachsene waren als Begleiter der Kinder dabei.

Spielzeug brauchte nicht eingepackt zu werden, denn das lag schon ganz natürlich im Wald und auf den Wiesen ihnen zu Füßen. Erste-Hilfe-Päckchen, Bollerwagen, Getränke, Sägen und Schnitzmesser fehlten nicht. Das Abenteuer konnte beginnen.

Auf dem Hosenboden die Hügel hinter dem Schützenhaus herunterzukugeln, oder zu rutschen, war ein großes Vergnügen. Mit Laub ein Waldsofa aufzuhäufen, war genau so schön wie aus Blumen, Stöckchen und Blättern eine Naturkarte zu gestalten. Die Kindergruppen vermischten sich, behinderte und nichtbehinderte Jungen und Mädchen halfen sich und hatten keine Berührungsängste, wenn hier ein Rollstuhl geschoben oder dort gesägt wurde.

„Ach“, sagte ein Kind, „Sägen kannst du noch nicht, aber ich säg’ dir was ab“ – und gab seinen Stock gleich weiter.

Deutsch musste man nicht können, denn wie Äste zu einem Lagerfeuer zusammengetragen werden, versteht sich von selbst.

Überall fanden sich Grüppchen zusammen, doch im großen Waldsofakreis waren dann alle beieinander. Tanzen, Singen und neue Spiele gab es in der großen Runde.

Die einen waren beweglicher, dafür sangen andere lauter, aber wichtigsten war ihre gemeinsame Freude. Unterschiede spielten keine Rolle.

Es entwickelte sich von Tag zu Tag zusehends ein normales Miteinander. Auf Waldwegen den Weg zu einer gelebten Inklusion zu finden, war für alle das große Erlebnis und eine Chance zur echten Teilhabe aller Kinder.

Für die Mitarbeiter der Lebenshilfe ist das das „tägliche Brot“. Doch längst ist der Begriff „Inklusion“ auch für viele andere in der Gesellschaft kein Fremdwort mehr. Mehr und mehr begreifen es alle, dass die Inklusion die Verschiedenheit aller Menschen als Normalität versteht. Inklusion geht einen Schritt weiter als Integration, indem davon ausgegangen wird, dass Menschen nicht nur entsprechend gefördert und in die Lage gesetzt werden sollen, sich in eine Gemeinschaft einzufügen, sondern dass die Gemeinschaften die Voraussetzungen schaffen müssen, damit jeder daran teilhaben kann.

Geholfen hat hierbei auch die Bereitschaft des Schützenkorps Diepholz, ihr Schützenhaus auf Lüdersbusch zu öffnen. Auf ihren Bänken und an ihren Tischen wurde unter freiem Himmel gespeist. Der Appetit war gut, „Futtern im Freien macht Spaß, Kleckern ist gar nicht schlimm, dann freuen sich doch die Ameisen!“

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