Banken geht das Geld nicht aus

Gelassenheit trotz des Warnstreiks der Geldtransporter

Stop! In ganz Deutschland, ganz egal ob in Hamburg (Bild) oder dem Landkreis Diepholz, streiken am Mittwoch Geldtransporter-Fahrer. Die Gewerkschaft Verdi reagierte mit dem Streik-Aufruf auf fünf ergebnislose Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern. Foto: Bodo Marks/dpa
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Stop! In ganz Deutschland, ganz egal ob in Hamburg (Bild) oder dem Landkreis Diepholz, streiken am Mittwoch Geldtransporter-Fahrer. Die Gewerkschaft Verdi reagierte mit dem Streik-Aufruf auf fünf ergebnislose Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern.

Landkreis  Diepholz- Von Anke Seidel. Ruhe und Gelassenheit bewahren – das war am Mittwoch das erklärte Motto bei den Banken und Verbrauchermärkten, die mit Geldtransport-Unternehmen zusammenarbeiten und vom Streik der Fahrer betroffenen waren. Aber weder bei den Kreissparkassen noch bei den Volksbanken im Landkreis gab es Störungen, so ergab eine Umfrage.

 „Das ist keine Operette“, mit diesen Worten kündigte Herbert Behrens, Gewerkschaftssekretär für den Verdi-Bezirk Bremen-Nordniedersachsen, Mittwoch einen weiteren Streiktag der Geldtransporter-Fahrer an. Gleichzeitig zeigte er sich zufrieden mit der Resonanz auf den Aufruf am Mittwoch: „Rund 80 Kolleginnen und Kollegen sind im Streik“, erklärte er mit Blick auf die betroffenen Unternehmen Prosegur in Oyten sowie Ziemann und Loomis in Bremen.

Die Forderung der Dienstleistungsgewerkschaft: eine Erhöhung des Stundenlohns jeweils um 1,50 Euro ab Januar 2019 und 2020 beziehungsweise eine Gehaltserhöhung um 250 Euro pro Monat sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern. Außerdem soll es eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche geben.

Die Gewinne der Unternehmen der Geld- und Wertdienstleistungen seien in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, so Behrens. „Die Kolleginnen und Kollegen wollen ihren Anteil an diesem guten Ergebnis.“

Ein paar Tage sind kein Problem

Die Auswirkungen des Streiks beschrieb Behrens so: „Viele Banken und Einzelhandelsgeschäfte bekommen nach den Feiertagen kein frisches Bargeld. Geldautomaten, die nach dem Jahreswechsel vielfach leer sind, werden nicht neu befüllt.“ Auch die Abholung der Tageseinnahmen bei Discountern sei nicht sichergestellt.

Ein extrem sensibles Thema, wie eine Umfrage dieser Zeitung unter Verbrauchermärkten im Landkreis zeigte. Aus Angst vor Einbrüchen und Überfällen mochten sich die Mitarbeiter offiziell nicht äußern. Ein Marktleiter, der namentlich nicht genannt werden wollte, bestätigte die Betroffenheit vom Streik – blieb aber gelassen: „Ein paar Tage können wir überbrücken“, erklärte er zum Touren-Ausfall.

„Wir sind überhaupt nicht betroffen, weil wir das selbst regeln“, erklärte die Mitarbeiterin eines anderen Verbrauchermarktes.

Gelassenheit auch in der Chefetage der Kreissparkassen: „Wir gehen davon aus, dass wir morgen wieder angefahren werden“, erklärte Claus Nordsieck als Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Diepholz. Sollte das nicht der Fall sein, „dann greifen Notfallpläne“. Selbstverständlich übernehme die Kreissparkasse Verantwortung für die Versorgung ihrer 19 Standorte von Geldautomaten: „Wir sind völlig handlungsfähig, die Kunden merken nichts.“

Ersatzfahrer nicht erlaubt

Ähnlich äußerte sich Torsten Blietschau als Pressesprecher der Volksbanken im Landkreis Diepholz. Ihm seien weder in seinem eigenen Hause, der Volksbank Sulingen, noch in anderen Volksbanken im Landkreis Störungen bekannt. Er gehe nicht davon aus, so Blietschau, dass der Streik Auswirkungen auf die Kunden haben werde. Sollte das wider Erwarten der Fall sein, könnten sich die Kunden immer noch in den Filialen mit Bargeld versorgen.

Ein Mitarbeiter eines bestreikten Unternehmens, der aus Sicherheitsgründen namentlich nicht genannt werden wollte, führte Mittwoch zahlreiche Gespräche mit Kunden. Nein. Einfach einen Ersatzfahrer schicken, das dürfe er nicht. Das sei in der Geld- und Wert-Branche nicht erlaubt.

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