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Gemeinsam Geheimnisse der Bohlenweg-Erbauer lüften

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Ausgrabungsarbeiten laufen am 2 000 Jahre alten Bohlenweg im Aschener / Heeder Moor. Foto: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege

Diepholz – In einem Gemeinschaftsprojekt wollen die Diepholzer Agenda 21-Bürgerstiftung und das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, Referate Moorarchäologie und Paläoökologie, vertiefende Untersuchungen rund um den 2000 Jahre alten Bohlenweg Pr 6 im Aschener/Heeder Moor veranlassen.

Die Bürgerstiftung stellt für dieses Projekt 15 000 Euro zur Verfügung und hofft die Kosten von insgesamt 25 000 Euro mithilfe von zusätzlichen Spenden in den kommenden zwei Jahren stemmen zu können, heißt es in einer am Freitag vorgelegte Pressemitteilung der Stiftung.

Dr. Marion Heumüller, Referentin für Moor- und Feuchtbodenarchäologie beim Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, hatte dieses Projekt angeregt und zeigt sich laut der Mitteilung hoch erfreut über die Projektzusammenarbeit mit der Bürgerstiftung.

Entlang des Bohlenweges Pr 6, der zurzeit von der archäologischen Fachfirma denkmal3D in Zusammenarbeit mit Dr. Heumüller ausgegraben wird (wir berichteten), schlummern Schätze, die im ideellen Sinne kostbar sind, weil sie etwas über unsere Vorfahren verraten. „Etwas, das wir ohne diese Funde gar nicht erfahren würden“, so die Bürgerstiftung.

Was sie zu sagen haben, können die inzwischen hoch entwickelten Wissenschaftszweige der Paläobotanik und Paläoökologie durch technische Untersuchungsmethoden immer genauer herausfinden. So lässt sich mithilfe der Jahresringanalyse beispielsweise das Fälldatum von Hölzern und damit Bau und Reparaturphasen des Bohlenweges bestimmen. Die kombinierte Auswertung der Jahresring-Methode, der Torfzusammensetzung und der Pollenanalyse (der Analyse von Blütenstaub) vermittelt detaillierte Einblicke in Klima und Umwelt längst vergangener Zeiten.

So vergänglich Blütenstaub auch erscheinen mag, die Pollenkörner haben eine widerstandsfähige Schale und bleiben im Moor so gut erhalten, dass man sie auch nach Jahrtausenden noch bestimmen kann. Dazu muss man die Pollen jedoch in einem aufwendigen chemischen Verfahren herauspräparieren. Dadurch kann man klimatisch bedingte Entwicklungen, wie Waldentwicklung, oder Eingriffe des Menschen (zum Beispiel Umfang des Ackerbaus) nachweisen. Ohne naturwissenschaftliche Auswertungen gehen diese Informationen für immer verloren, weitreichende Fragen zur Besiedlung dieses Raumes müssten unbeantwortet bleiben.

Die Ergebnisse dieses Projektes sollen projektbegleitend auf öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt werden, berichtet Reinald Schröder vom Vorstand der Agenda 21-Bürgerstiftung.

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