Trockenheit belastet Landwirte und Forstämter

Waldbrandgefahr in Heide und Nadelwald

Landkreis Diepholz - Von Marc Lentvogt. Kaum zu glauben, aber noch steckt etwas Restfeuchtigkeit in den Böden – ein Grund für Rainer Städing, Pressesprecher der Landesforsten für Niedersachsen Nord-West, die derzeitige Situation noch als akzeptabel einzuschätzen. Doch auch die Landesforsten merken den Wassermangel, die Waldbrandgefahr steigt. In der Landwirtschaft ist die Stimmung deutlich angespannter.

Bei einer Führung über das Pestruper Gräberfeld habe Ständig aber kürzlich feststellen müssen, dass „die Heide sowas von trocken und abgestorben ist. Diese Flächen sind sicher gefährdet.“ Daneben seien sicher diejenigen sehr angespannt, die Nadel- und Kiefernwälder betreuen. Diese Wälder sind sehr lichtdurchlässig, der Sonnenschein kann nahezu ungehindert auf den trockenen Boden scheinen.

Zusätzlich zu Sonne und Wasser ist auch der Mensch ein Risikofaktor. Eine aus dem Auto geworfene Zigarette könnte die immer trockener werdenden Böschungen entzünden, auch beim Grillen sei etwas Vorsicht angebracht. Die Warnung vor dem Wegwerfen der Zigarette gelte natürlich auch für den Wald – eine Bemerkung, die er leider machen müsse, so Städing, da entgegen der Regeln nicht alle sich an das dortige Rauchverbot halten.

Aufgrund regelmäßiger Trainings mit den Forstämtern und einem regen Austausch haben die Feuerwehren Zutritt zu den Wäldern und Karten, die ihnen zeigen, welche Wege sie mit ihren Fahrzeugen nutzen können.

Wie für die Landwirtschaft gelte auch für die Förster, dass Pflanzen derzeit kaum eine Chance zu wachsen haben. Dort, wo Feuerwehren ein Tankfahrzeug haben, die Anbaubereiche mit dem Auto erreichbar sind und alle Beteiligten den Willen teilen, die Pflanzen wachsen zu lassen, könnte mit Wasser geholfen werden – „das ist aber die Ausnahme“.

Bei der Menge an ausbleibendem Regen muss auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen kapitulieren – zumindest in Sachen Pflanzenbauberatung. „Trösten und Mut machen“ sei derzeit die Devise, heißt es in einer Pressemitteilung. Insgesamt sei die Situation äußerst angespannt, in Teilen Niedersachsens wird bereits über Notmaßnahmen wie die Ganzpflanzensilage nachgedacht. Die Feldfrüchte könnten so zumindest als Winterfutter für Nutztiere eingelagert werden oder in der Biogasproduktion Verwendung finden. Auf den milden Lehmböden zwischen Syke, Twistringen, Asendorf und Bruchhausen-Vilsen sähen die Pflanzenbestände aber noch relativ gut aus.

Die Betonung dabei liegt allerdings auf relativ, bestätigt Tim Backhaus, Pressesprecher des Landvolks Mittelweser. Aus allen Richtungen empfange er alarmierende Signale.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Kunsthandwerkermarkt im Müllerhaus in Brunsbrock 

Kunsthandwerkermarkt im Müllerhaus in Brunsbrock 

Bezirksschützenball in Varrel

Bezirksschützenball in Varrel

Stadtwaldfarm Verden feiert Jubiläum

Stadtwaldfarm Verden feiert Jubiläum

Afghanische Parlamentswahl mit Chaos und Gewalt

Afghanische Parlamentswahl mit Chaos und Gewalt

Meistgelesene Artikel

Betrunkene Fahranfängerin kommt von Straße ab - leicht verletzt

Betrunkene Fahranfängerin kommt von Straße ab - leicht verletzt

Polizei stoppt rasenden Lkw-Fahrer - und legt das Fahrzeug sofort still

Polizei stoppt rasenden Lkw-Fahrer - und legt das Fahrzeug sofort still

Der 100-jährige Kampf gegen Wohnungsnot geht weiter

Der 100-jährige Kampf gegen Wohnungsnot geht weiter

Feuerwehren absolvieren Einsatzübung auf Betriebsplatz von Wintershall

Feuerwehren absolvieren Einsatzübung auf Betriebsplatz von Wintershall

Kommentare