Masterplan vorgelegt

Gebiet für Wohnhäuser und Märkte im Diepholzer Norden

Das Gebiet des Masterplans „Diepholz-Nord“. Oben links in dem Bereich ist Gewerbe geplant, rechts – angrenzend an die bestehenden Wohngebiete und den Friedhof – eine Wohnbebauung.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Im Norden von Diepholz – südöstlich der Umgehungsstraße B51 und östlich der Straße Ovelgönne bis zum Friedhof – soll ein Gebiet für Einzelhandelsmärkte (ohne Lebensmittel) und Wohnbebauung entwickelt werden. Dazu stellte das Oldenburger Planungsbüro P3 in einer öffentlichen Fachausschussitzung im Rathaus einen Masterplan als Diskussionsgrundlage vor.

Diesen nahmen die Politiker zunächst nur zur Kenntnis, um vor einer öffentlichen Diskussion in ihren Fraktionen über das Vorhaben zu beraten.

Vertreter der Diepholzer CDU-Fraktion im Gespräch mit Hans-Egon Fangmeier (rechts) im Rittergut Falkenhardt. 

Der nördliche Teil des 210.000 Quadratmeter großen Masterplan-Gebietes gehört zum Rittergut Falkenhardt, das bekanntlich der Heeder Unternehmer Hans-Egon Fangmeier gekauft hat. Er und sein Unternehmen wollen die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche nun entwickeln. In den von Fangmeier in Auftrag gegebenen Masterplan wurden auch Flächen südlich der Landriede mit einbezogen, die im Eigentum der Stadt Diepholz beziehungsweise einer Privatperson sind.

Nach der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt statteten Mitglieder der CDU-Fraktion im Diepholzer Rat Hans-Egon Fangmeier auf Falkenhardt einen Besuch ab.

Zunächst führte Fangmeier die Politiker durch das Rittergut. Die Fraktionsmitglieder waren laut einer Pressemitteilung sehr beeindruckt von dem Einblick in dieses Anwesen. Sinn des Besuches war nicht nur die Besichtigung des Gutes, sondern auch die in der CDU-Fraktion aufgeworfenen Fragen zu dem vorgestellten Masterplan „Diepholz-Nord“ mit der Geschäftsleitung des Unternehmens Fangmeier zu erörtern.

Interessenten sind keine Lebensmittelmärkte

Geschäftsführer Ewald Tasche sowie Hans Fahrenholz von der HFC Immobilien GmbH (Cloppenburg), nahmen Stellung zu den Planungen. „Tasche wie Fahrenholz wiesen auf die bereits konkreten Absichten von Betreibern in Diepholz ansässiger wie auch auswärtiger Märkte hin, die sich an diesem Standort erweitern beziehungsweise ansiedeln wollen“, so die CDU. Bei den Interessenten handele es sich nicht um Lebensmittelmärkte.

„Aus den gemeinsamen Gesprächen zwischen der Stadt Diepholz und der Geschäftsleitung des Unternehmens Fangmeier konnte entnommen werden, dass sich die Verwaltung eine Umsetzung des Masterplanes nur im Gesamtzusammenhang mit der innerstädtischen Planung vorstellen könne“, heißt es in der CDU-Erklärung weiter.

Eine Komplettlösung wäre auch aus Sicht der Christdemokraten wünschenswert. Die Schwierigkeit der Umsetzung der ganzheitlichen Planungen sieht die CDU-Fraktion allerdings darin, dass zunächst einmal die betroffenen Immobilienbesitzer der Innenstadt gefordert sind, ein gemeinsames Konzept vorzulegen. Dieses liegt noch nicht vor und es ist auch nicht absehbar, wann ein gemeinsames Konzept vorgelegt werden kann, so die Christdemokraten

Aus diesem Grunde plädiert die CDU-Fraktion dafür, unabhängig von einem zu erarbeitenden Konzept der betroffenen Immobilienbesitzer der Innenstadt, die Planungen aus dem Masterplan „Diepholz-Nord“ umzusetzen.

Fraktionssprecherin Heide Friedrichs: „Andernfalls könnte es dazu führen, dass zu den bereits bestehenden verzögerten Planungen im innerstädtischen Bereich ein zusätzlicher Stillstand für Veränderungsabsichten bestehender Betriebe und neuer Entwicklungen im Eingangsbereich zur Stadt hinzukämen.“

CDU-Fraktion begleitet Masterplan nun auch positiv

Nach intensiver Abwägung zur städtebaulichen Entwicklung hat die CDU-Fraktion in ihrer jüngsten Sitzung den Beschluss gefasst, den Masterplan positiv zu begleiten.

Der Ausschussvorsitzende Gerhard Albers sowie die Ortsvorsteher Werner Scharrelmann und Marcel Scharrelmann begrüßen diese Entscheidung der Fraktion und werten sie „als eine zukunftsorientierte Entwicklung und große Chance für unsere Stadt“.

Nach Informationen unserer Zeitung sind zwei Märkte, die bisher in der Innenstadt sind, daran interessiert, in das neue Gebiet an der Umgehungsstraße umzusiedeln. Zudem soll angeblich der niederländische Sonderpostenmarkt „Action“ Interesse haben. Das wurde auf Anfrage unserer Zeitung weder bestätigt noch dementiert: „Über eine Filiale in Diepholz kann ich zu diesem Zeitpunkt leider keine näheren Angaben machen“, so eine „Action“-Sprecherin.

Laut dem jetzt veröffentlichten Masterplan sind in der Diskussion nun einige Fragen zu klären:

„Wie ist das Gebiet in die gesamtstädtische Entwicklung einzubinden? Welche Nutzungsgliederung – Wohnen / Einzelhandel / sonstiges Gewerbe – ist grundsätzlich sinnvoll, welche Alternativen sind möglich? Wie kann eine schrittweise Erschließung und Flächenentwicklung erfolgen, welche Zeithorizonte sollten dabei angestrebt werden? Welche Angebote im Einzelhandel sollten angesiedelt werden – welche nicht? Welche Maßgaben zur Gestaltung des Stadt-Entrees sind sinnvoll?“

Noch stehen die Planungen ganz am Anfang. Laut ersten Zeichnungen im Masterplan, ist ein größeres Wohngebiet im Osten des Gebietes angedacht, Gewerbeflächen sollen direkt an der B51 beziehungsweise Ovelgönne entstehen.

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