Abschiedsfeier der Tschernobyl-Kinder

„Gäste und Gastgeber sind sehr zufrieden“

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Morgen fliegen die Gäste wieder nach Hause in Weißrussland: Tschernobyl-Kinder, ihre Betreuer und Gastgeber bei der Abschiedsfeier am Sonntag im Diepholzer Gemeindehaus St. Michaelis.

Diepholz - Nach der Nuklearkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl 1986 ist die radioaktive Belastung der Umgebung bis heute immens. Unter anderem im weißrussischen Gebiet Gomel, das in der Nähe des Atomreaktors Tschernobyl liegt, ist die Erkrankungsrate von Kindern statistisch merklich höher als in den anderen fünf Gebieten des Landes.

Um den Kindern und Jugendlichen in diesem Gebiet einige Wochen Erholung zu bieten, organisiert und ermöglicht die Arbeitsgemeinschaft Hilfe für Tschernobyl-Kinder in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers bereits seit 1993 Ferienaufenthalte in niedersächsischen Kirchengemeinden. Dabei werden die weißrussischen Gäste für die Dauer von vier Wochen von Gastfamilien aufgenommen.

In den vergangenen Wochen war die Gruppe aus der Region Gomel im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz und Orten in der Umgebung zu Gast. Am Sonntag gab es für sie eine Abschiedsfeier im Gemeindehaus der Diepholzer St.-Michaelis-Kirche, bevor am morgigen Mittwoch die Heimreise angetreten wird.

Die Feier, auf der die weißrussischen Gastkinder kleine Theaterstücke, Lieder und Tänze vorführten, gliederte sich in einen Tag mit Gottesdienst, gemeinsamem Mittagessen und Kuchenbuffet und bot Gästen sowie Gastfamilien die Gelegenheit, die vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen.

25 Schulkinder reisten an

Zum 25. Jubiläum der Ferienaufenthalte für weißrussische Gäste reisten in diesem Monat 25 Schulkinder im Alter von acht bis 16 Jahren sowie zwei Mütter mit drei Kleinkindern zusammen mit zwei Betreuerinnen an.

Letztere helfen den Kindern als Ansprechpartner und Dolmetscher, um sich besser in die hiesige Kultur hineinzufinden. Ein Punkt, der auch Wilhelm Reessing am Herzen liegt.

Reessing organisiert bereits seit 25 Jahren die Besuche der Gäste im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz – gemeinsam mit Hans-Jürgen Waschke. Auch in diesem Jahr ist wieder alles glatt gelaufen: „Die Gäste und Gastgeber sind alle sehr zufrieden“, lautet Reessings Bilanz.

Auch der sechzehnjährigen Anastasia, die bereits zum dritten Mal als Gast in Deutschland ist, hat es gefallen: „Ich hatte viel Spaß und habe mich auch gut mit meiner Gastfamilie verstanden.“

Vier Wochen buntes Programm

Vier Wochen hatten die weißrussischen Besucher ein buntes Programm. Neben Aktionen mit den jeweiligen Familien fanden unter anderem eine Segeltour auf dem Dümmer See sowie ein gemeinsames Zeltlager in Drebber statt.

Bei einem solchen Programm kam auch kaum Heimweh auf, erzählt Valentina, eine der mitgereisten Betreuerinnen.

Besonders vorteilhaft sei es dabei, wenn die Gäste in russischsprachigen Familien unterkämen, so wie es bei sieben der 17 diesjährigen Gastfamilien der Fall war. Dabei entstehe gleich ein vertrautes Gefühl.

Bezahlt werden die Reisen und Unternehmungen von deutscher Seite.

Dabei bestehe aber enger Kontakt und ein gutes Verhältnis zur weißrussischen Regierung, die die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Hilfe für Tschernobyl-Kinder schätze und unterstütze, so Wilhelm Reessing.

Sowohl Gastfamilien, Gäste als auch Betreuer seien sehr glücklich, die Möglichkeit des Besuches gehabt zu haben. Viele der Kinder möchten auch im nächsten Jahr wiederkommen.

ef

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