„Gänsetag“ in Diepholz: Einkaufen, Tombola und Laternenumzug

Schnatternde Stars

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Was wäre der „Gänsetag“ ohne Gänse? Viele Besucher legten beim Stand des Herdbuchvereins einen Stopp ein.

Diepholz - Die Diepholzer Gans wird beschrieben als ein leicht bewegliches, ausgesprochenes Weidetier mit stolzer Haltung und munterem Wesen. Gelobt wird ihre Widerstandsfähigkeit und Geselligkeit. Was die Beschreibungen über die wertvolle Nutztierrasse meist verschweigen: der Gans ist seit einigen Jahren in Diep-holz ein ganzer Aktionstag gewidmet. Auch gestern luden die heimischen Geschäftsleute wieder zum verkaufsoffenen „Gänsetag“ in die Innenstadt.

Sturmböen und Regenschauer aus der vorangegangenen Nacht waren abgezogen; bei ruhigem, milden Herbstwetter lud die Innenstadt zu einem entspannten Bummel ein. Zahlreiche Geschäfte hatten besondere Rabattaktionen vorbereitet.

„Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück“, meinte der Vorsitzende der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz, Mark Kürble, der sich mit dem Besuch in der Innenstadt zufrieden zeigte. Dicht umringt war die Losbude der Fördergemeinschaft. „Wir haben 7000 Lose im Topf“, berichtete Kürble. Zu den 1000 Gewinnen zählten 200 bratfertige Gänse, dazu Kissen, Gänseleberwurst, Gänseschmalz und Einkaufstaschen. Zum Lospreis von einem Euro griffen die Gänsetags-Besucher munter zu.

Doch was wäre der Gänsetag ohne den Stand des Herdbuchverein für die Diepholzer Gans? Monika und Horst Johanning, selbst Züchter der bedrohten Nutztierrasse, standen Rede und Antwort, informierten über die Tiere, die Zucht und die Geschichte, die dahintersteckt. Und wer es einmal ausprobieren wollte, wie es sich mit einer Gänsefeder schreibt, der konnte auch dies.

Auf Stelltafeln war zu sehen, wie es früher, um 1930, in Diepholz aussah, wenn der Gänsetrieb durch die Straßen der Innenstadt unterwegs war. Ebenfalls ein Thema: Die Notgeldscheine, die in den Jahren 1920 und 1921 im Kreis Diepholz herausgegeben wurden. Auf ihnen waren auch Diepholzer Gänse abgebildet. Die „Stars“ am Stand bei großen und kleinen Besuchern waren aber die vier lebendigen Gänse, die neugierig in die Welt lugten.

Erstmals beteiligte sich der Agenda 21-Förderverein mit einem Stand am Gänsetag. Bücher, Kerzen, Fenster- und Weihnachtsschmuck aus alten Vereins-Beständen – all das wurde für den guten Zweck unters Volk gebracht. „Alles für einen Euro“, war es schon vom weitem von „Marktschreier“ Martin Kalkwarf zu hören. Seine Werbe-Künste waren von Erfolg gekrönt, zeigte sich der Stand doch schon gegen 15 Uhr ziemlich leergekauft. Schwierig wurde es nur mit drei Kunststoff-Gießkannen („Sollte jeder im Hause haben“, „Wir hatten schon 300 Stück davon“). Der Erlös kommt den ehrenamtlichen Helfern in der Flüchtlingssozialarbeit zugute.

Bei Einbruch der Dunkelheit startete dann der Laternenumzug mit mehreren hundert großen und kleinen Teilnehmern. Angeführt von der Gitarrengruppe der Kirchengemeinde St. Nicolai ging es vom Rathaus über Lange Straße und Lohnstraße zum Schloss und wieder zurück.

sr

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