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Gänsehautmoment statt Großeinsätze

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Von: Carsten Sander

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Die Samstagabend-Schicht des DRK. Auf dem Appletree kamen für sie und ihre Kollegen 363 Dienststunden zusammen. Belohnt wurde das mit einem speziellen „Geschenk“.
Die Samstagabend-Schicht des DRK. Auf dem Appletree kamen für sie und ihre Kollegen 363 Dienststunden zusammen. Belohnt wurde das mit einem speziellen „Geschenk“. © sander

Polizei vermeldet: Keine Anzeigen in Zusammenhang mit dem Appletree / „Belohnung“ für Helfer des DRK

Diepholz – Kann es sein, dass das Appletree Garden Festival in Diepholz das disziplinierteste und friedlichste Publikum aller Festivals hat? Muss wohl. Denn nach drei Tagen Party und der Abreise am Sonntag meldete die Polizei die kaum zu glaubende Zahl von null Delikten, Straftaten oder Anzeigen. Bei 6 000 Besuchern eine gleichermaßen erfreuliche wie erstaunliche Bilanz.

Selbst am Sonntag, dem Abreisetag, vermeldete die Polizei keine Beanstandungen. Dabei hatte sie gezielt den Abreiseverkehr kontrolliert, Autofahrer dabei auf Restalkohol oder Drogenkonsum kontrolliert. „Alles ohne Ergebnis“, teilte ein Sprecher mit.

Während des Festivals kam es ebenfalls zu keinen Straftaten – jedenfalls zu keinen, von denen die Polizei Kenntnis bekam. Eigentumsdelikte? Körperverletzungen? Landfriedensbruch? Nein, nein, nein. Das einzige, was nach dem Festival anhängig ist, ist eine Ordnungswidrigkeit wegen Ruhestörung in der Abschlussnacht. Da war es einem Anwohner dann wohl doch zu laut.

Eine absolut positive Bilanz zog auch das Deutsche Rote Kreuz, das den Sanitätsdienst auf dem Festivalgelände und Campingplatz übernommen hatte. Keine Drogenprobleme, ganz wenige Behandlungen wegen übermäßigen Alkoholkonsums, in der Masse waren es Insektenstiche und Schnittverletzungen an den Füßen der Barfußläufer, die zu behandeln waren.

Und zurück zur Freundlichkeit: Während sich Sanitäter und Rettungsdienste seit geraumer Zeit immer häufiger Anfeindungen, mitunter sogar Angriffen, ausgesetzt sehen, berichtete DRK-Sprecherin Felicitas Lahrmann vom genauen Gegenteil, das ihre Kollegen auf dem Appletree erlebt hätten: „Wir hatten hier ein total freundliches Patientenklientel. Die Menschen haben sich bei uns für die Hilfe bedankt. Eine unserer Streifen wurde auf dem Campingplatz sogar besungen und gefeiert. Das ist für uns ein Gänsehautmoment und eine echte Belohnung für die Stunden, die wir hier verbracht haben.“

28 Kräfte des DRK hatten über das Wochenende 363 Dienststunden auf dem Appletree geleistet. Dazu kommt noch die Feuerwehr, die in fünf Schichten zu je neun Leuten in Bereitschaft war. Deren Wochenende fasste ein Sprecher so zusammen: „Wenig zu tun, nur nette Menschen.“  csa

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