Vorentwurf für Modernisierung vorgestellt

Fußgängerzone mit „Funktionsband“

Blick in die  1984 gebaute Diepholzer Fußgängerzone.
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Die 1984 gebaute Diepholzer Fußgängerzone soll modernisiert werden und dann mehr Aufenthaltsqualität bieten.

Diepholz – Ein „Funktionsband“ soll ein tragendes Element bei der Neugestaltung der Diepholzer Fußgängerzone sein. Auf dieser drei Meter breiten Fläche – etwas versetzt von der Mitte der Langen Straßen und mittig auf der Kolkstraße installiert – könnten Außengastronomie, moderne Sitzmöglichkeiten, Bepflanzungen, Spielgeräte für Kinder und im Bereich der Einmündung Kolkstraße auch ein „Fontänenfeld“ aus Edelstahl entstehen.

Das sieht das Konzept des Planungsbüros Kolhoff Landschaftsarchitekten aus Vechta vor. Dieses stellte Inhaber Matthias Kolhoff am Mittwochnachmittag im Rathaus dem städtischen Ausschuss für Ordnung, Marktwesen, Straßen und Verkehr vor.

Die 1984 gebaute und in der jetzigen Architektur nicht mehr zeitgemäße Fußgängerzone soll zukünftig als Platz wahrgenommen werden und mehr Aufenthaltsqualität bieten. Bei der Neugestaltung wird nach jetzigem Stand das rote Klinkerpflaster wiederverwendet und durch graue Betonsteinplatten im „Funktionsband“ ergänzt. Insgesamt soll der Bereich möglichst barrierefrei sein.

„Das ist nur ein Vorentwurf“, betonte Sebastian Dornieden, Bau-Fachdienstleiter bei der Diepholzer Stadtverwaltung, zu Beginn der öffentlichen Ausschusssitzung. Die Politiker fassten daher zur Gestaltung noch keinen Beschluss, denn in der nächsten Phase sollen Anwohner und die anderen Diepholzer Bürger sowie alle Ratsmitglieder an dem Vorhaben beteiligt werden. Die Entscheidung, wie die Fußgängerzone zukünftig aussieht, fällt der Rat nach verschiedenen Informations- und Beteiligungsveranstaltungen voraussichtlich Endes dieses Jahres oder Anfang 2022.

Neues Lichtkonzept

Zu Gestaltung gehört auch ein neues Lichtkonzept, zu dem Oliver Christen von der Diepholzer Firma OC-Lichtplanung im Ausschuss Ideen vorstellte. Eine atmosphärische, stimmungsvolle Beleuchtung sei wichtig für die Aufenthaltsqualität am Abend, betonte Christen. Dafür können neben modernen Straßenlaternen auch Projektionen von Bildern auf Hauswände oder den Boden beitragen.

Rotes Pflaster wiederverwenden

Das rote Klinkerpflaster, das von Bürgern als bei Nässe sehr rutschig kritisiert wird, soll nicht nur wegen der Wirtschaftlichkeit in großen Teilen wieder verwendet werden. Das sei auch laut Fachdienstleiter Dornieden eine Förderungsgrundlage: Es gibt Zuschüsse des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren“ für eine Sanierung der Fußgängerzone, nicht für einen kompletten Neubau. Wenn allerdings während der Bauphase festgestellt werde, dass viele Klinkersteine defekt sind, könnten diese gegebenenfalls gegen anderes Material ausgetauscht werden. Für das „Funktionsband“ sind bislang graue, 0,5 mal ein Meter großen Betonsteinplatten vorgesehen.

Bürger werden beteiligt

Der Ausschuss nahm den Vorentwurf zustimmend zur Kenntnis. Er empfahl, die Verwaltung zu beauftragen, die Planung auf Grundlage des Entwurfes fortzusetzen und die Bürgerbeteiligung zu starten. Lediglich Grünen-Ratsherr Veysi Savga stimmte dagegen. Er war zuvor mit zwei Anträgen gescheitert, in denen die Grünen gefordert hatten, auch die anderen Vorentwürfe den Bürgern vorzustellen. Eine Bewertungsgruppe aus Stadtverwaltung und Politik hatte aus Vorschlägen von fünf Planungsbüros das des Büros Kolhoff ausgesucht. Zudem wollten die Grünen eine Planung für die gesamte Innenstadt.

Das aktuelle Bild der Fußgängerzone entspreche nicht mehr den Nutzungs- und Gestaltanforderungen, die heute an eine zeitgemäße Innenstadt gestellt werden, heißt es in der Sitzungsvorlage des Ausschusses. Die Stadtverwaltung schreibt darin weiter: „Diepholz ist, wie viele kleine und mittelgroße deutsche Städte, von den Auswirkungen des Strukturwandels im Handel betroffen, sodass die Innenstadt durch immer mehr leer stehende Ladengeschäfte bestimmt wird. Mittels einer Attraktivierung der Langen Straße sollen erste Impulse zur Entwicklung der Innenstadt gesetzt und die Aufenthaltsqualität erhöht werden.“

Das Plangebiet

Das aktuelle Planungsgebiet für die Neugestaltung beziehungsweise Sanierung umfasst die Lange Straße im Teilabschnitt der Fußgängerzone zwischen der Bahnhofstraße und der Wellestraße, sowie die Kolkstraße und die Gasse zum Parkhaus an der Hinterstraße.

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