Sulinger Vertreter stimmen für Fusion

Volksbank Niedersachsen Mitte: Mehr Kraft und mehr Regionalität

Der Vorstand der Volksbank Sulingen Jörn G. Nordenholz (l.), Jürgen Düver (2.v.l.) und Torsten Blietschau (r.) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Konrad Leymann freuen sich über die überwältigende Zustimmung zur Fusion.
+
Der Vorstand der Volksbank Sulingen Jörn G. Nordenholz (l.), Jürgen Düver (2.v.l.) und Torsten Blietschau (r.) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Konrad Leymann freuen sich über die überwältigende Zustimmung zur Fusion.

Rehden – Der Bauverein Sulingen und die Volksbank Aller-Weser hatten mit überwältigender Zustimmung zur Fusion vorgelegt, die Vertreterversammlung der Volksbank Sulingen zog am Donnerstagabend nach.

135 der 143 Vertreter, die in die geräumige Dreifeldsporthalle in Rehden gekommen waren, stimmten für die Verschmelzung mit dem Bauverein Sulingen rückwirkend zum 1. Januar 2020. 137 Vertreter votierten für die Fusion mit der Volksbank Aller-Weser zum 1. Januar 2021. Das entspricht jeweils etwa 97 Prozent.

Mehr Regionalität in der Volksbank Niedersachsen Mitte

Trotz des erheblich vergrößerten Einzugsbereichs der neuen Volksbank Niedersachsen Mitte soll die Kundennähe laut Jörn G. Nordenholz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Sulingen, nicht verloren gehen, sondern sogar gestärkt werden. Es wird künftig die vier Niederlassungen Sulingen, Diepholz-Barnstorf, Grafschaft Hoya und Verden geben. Fünfte Niederlassung wird der Bauverein unter der Leitung von dessen bisherigem Vorstandsvorsitzenden Detlef Detlefsen. 90 Prozent aller Entscheidungen, so Nordenholz, würden in den Niederlassungen gefällt. „Alle Geschäftsstellen werden bis Ende 2022 erhalten bleiben“, versprach er. Kündigungen gebe es nicht.

Für die Kunden ändert sich laut Nordenholz nichts. Kontonummern und Karten behalten ihre Gültigkeit, die Kundenberater bleiben vor Ort. Eine Änderung gibt es aber bei der Vertreterversammlung. Derzeit steht ein Vertreter für 60 Mitglieder, künftig sind es 100 Mitglieder. Die Volksbank Niedersachsen Mitte wird gut 38 000 Mitglieder haben.

Mehr Handlungsspielraum für Volksbank Niedersachsen Mitte

Mehr als 350 Mitarbeiter werden für das fusionierte Geldinstitut tätig sein. Die Bilanzsumme wird sich auf etwa zwei Milliarden Euro belaufen. Dadurch sei man künftig in der Lage, größere Finanzgeschäfte selbst abzuwickeln und die gesamte Wertschöpfung in der Region zu behalten, so Nordenholz.

Die Fusion mit dem Bauverein ermögliche der Volksbank einen Ausbau ihres Geschäftsfeld Immobilien und mache sie vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfelds unabhängiger vom Finanzmarkt, erläuterte Vorstandsmitglied Jürgen Düver die Vorteile für das Geldinstitut. Der Bauverein bekomme dafür einen starken Partner an seine Seite. Düver zitierte aus dem Verschmelzungsvertrag, dass die Volksbank im Sinne der Ziele des Bauvereins auch künftig bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen werde. Keine wichtigen Entscheidungen würden ohne Zustimmung des Partners getroffen.

Laut den beiden Verschmelzungsgutachten, die Wirtschaftsprüfer Dirk Abel verlas, trägt die Fusion der drei Institutionen den Interessen sowohl ihrer Mitglieder als auch ihrer Gläubiger Rechnung. Während die finanzielle Situation der Volksbank insgesamt gut ist, ist die Finanzlage des Bauvereins laut Gutachten angespannt, die Zahlungsfähigkeit 2020 voraussichtlich nur knapp gewährleistet. Die Ertragslage des Bauvereins sei in den vergangenen drei Jahren nicht ausreichend gewesen, bei den Immobilien bestehe ein nennenswerter Sanierungsbedarf. Für die Zukunft erwartet das Gutachten aber eine positive Entwicklung.

Der Vorstand der Volksbank Niedersachsen Mitte wird aus dem Vorsitzenden Jörn G. Nordenholz, seinem Stellvertreter Stefan Ullmann und Torsten Blietschau bestehen. Die übrigen drei aktuellen Vorstandsmitglieder scheiden bis 2022 altersbedingt aus.

Aufsichtsratswahl

Werner Eickhoff schied nach 28 Jahren mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Aufsichtsrat der Volksbank Sulingen aus. Er habe mit überlegten und richtungsweisenden Entscheidungen zur positiven Entwicklung der Volksbank beigetragen, lobte Leymann. Als Aufsichtsratsmitglieder wiedergewählt wurden Astrid Unger, Kirsten Rechtermann, Christian Eckstein und Klaus Naber.

Vorstandsbericht der Volksbank Sulingen für das Geschäftsjahr 2019

Vorstandsmitglied Torsten Blietschau berichtete von einer positiven Entwicklung der Volksbank Sulingen im Geschäftsjahr 2019. Die Bilanzsumme stieg demnach um 6,6 Prozent auf 1,178 Milliarden Euro. Nach den Worten Blietschaus eine mehr als zufriedenstellende Entwicklung. Die Steigerung sei im Wesentlichen durch Kredite an Kunden begründet. Die Kundenkredite wuchsen um 7 Prozent auf 809 Millionen Euro an. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 3,8 Prozent auf 716 Millionen Euro. Dabei sei auffällig, dass große Geldmengen auf tagesverfügbaren Konten lägen. Eine Weitergabe der Negativzinsen an Privatkunden ist laut Blietschau aktuell nicht vorgesehen. Das Eigenkapital der Volksbank Sulingen bezifferte das Vorstandsmitglied auf 116 Millionen Euro (Vorjahr: 95 Millionen Euro). Für das Jahr 2020 erwartet der Vorstand ein rückläufiges, aber noch zufriedenstellendes Ergebnis.

Die Mitglieder der Vertreterversammlung folgten einstimmig dem Vorschlag des Aufsichtsrates, für 2019 eine Dividende in Höhe von zwei Prozent (insgesamt 157 330 Euro) auszuschütten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Mit diesen Lebensmitteln schlemmen Sie schlechte Laune ganz einfach weg

Mit diesen Lebensmitteln schlemmen Sie schlechte Laune ganz einfach weg

So geht Brot auf Europäisch

So geht Brot auf Europäisch

Meistgelesene Artikel

Landkreis Diepholz ist Coronavirus-Risikogebiet: 7-Tage-Inzidenzwert überschreitet 50er-Grenze

Landkreis Diepholz ist Coronavirus-Risikogebiet: 7-Tage-Inzidenzwert überschreitet 50er-Grenze

Landkreis Diepholz ist Coronavirus-Risikogebiet: 7-Tage-Inzidenzwert überschreitet 50er-Grenze
„TÜV nutzt Monopol gnadenlos aus“ - Fahrlehrer kritisieren Prüfgesellschaft

„TÜV nutzt Monopol gnadenlos aus“ - Fahrlehrer kritisieren Prüfgesellschaft

„TÜV nutzt Monopol gnadenlos aus“ - Fahrlehrer kritisieren Prüfgesellschaft
Coronavirus im Landkreis Diepholz: Lage wird ernst - mehr Kontrollen angekündigt

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Lage wird ernst - mehr Kontrollen angekündigt

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Lage wird ernst - mehr Kontrollen angekündigt
Coronavirus-Hotspots im Landkreis Diepholz identifiziert - Landrat Bockhop will „differenzierte“ Lösung

Coronavirus-Hotspots im Landkreis Diepholz identifiziert - Landrat Bockhop will „differenzierte“ Lösung

Coronavirus-Hotspots im Landkreis Diepholz identifiziert - Landrat Bockhop will „differenzierte“ Lösung

Kommentare