Großer Schaden in Diepholzer Wäldern

„Frühe Stürme werden sich häufen“

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Wie auf diesem Foto in Bassum müssen die Forstmitarbeiter in allen Revierförstereien die Schäden beseitigen.

Landkreis Diepholz - „Sebastian“ und „Xavier“ haben ganze Arbeit geleistet. Da sind sich die drei Förster einig, wenn sie sich in ihren Revieren umschauen. Am Anfang haben Peter Braunert (Erdmannshausen), Heinz-Dieter Tegtmeier, (Syke) und Heiner Brüning, (Barnstorf) noch geglaubt: Alles halb so wild. Doch je tiefer sie in die Wälder des Landkreises Diepholz vorgedrungen sind, desto klarer wurde ihnen, dass die Schäden doch erheblich schlimmer waren – und sie teilweise noch eine Weile beschäftigen werden.

So werden die Mitarbeiter der Revierförsterei Erdmannshausen, die in Schwaförden ihren Sitz hat und deren Bereich auch Kirchdorf und Barenburg umfasst, noch bis Weihnachten damit zu tun haben, die Folgen der beiden Stürme zu beseitigen. „Erst dachten wir, dass etwa 1.000 Festmeter betroffen sind, aber diese Zahl mussten wir verdoppeln. Sie entspricht etwa 2.000 Bäumen“, sagt Braunert. Mal habe es einen ganzen Baum umgeworfen, dann wieder gab es einen Bruch oder Kronenbruch. „Ein Drittel des Jahreseinschlags sind beschädigt.“

Das tote Holz muss nun verarbeitet werden. Vor allem Fichte und Lerche sollen schnell weg, denn sie locken Borkenkäfer an. Sie gehen in den Export und ins Sägewerk. Manche Bäume, die durch Teilbruch gesplittert sind, bleiben als Totholz stehen.

„Es muss da in jedem Fall etwas passieren“

In der Revierförsterei Barnstorf, die Diepholz, Twistringen und Bassum betreut, schätzt Brüning, dass zehn Prozent des Jahreseinschlags betroffen sind, das entspreche 1.000 Festmeter. Alles Einzelwürfe – also einzelne Bäume. „Normalerweise kommen diese Stürme später im Herbst, wenn die Laubbäume ihre Blätter schon verloren haben. Da das noch nicht der Fall war, waren auch sie betroffen. 30 bis 40 Prozent der Laubbäume sind durch den Sturm geschädigt.“ Das mache einem schon Angst, gibt Brüning zu, zumal er davon überzeugt ist, dass sich diese frühen Stürme aufgrund des Klimawandels und der Raubbauwirtschaft nun häufen werden. „Es muss da in jedem Fall etwas passieren.“

Etwas heftiger stellt sich das Ganze in Syke da. Zu dem Gebiet der Försterei gehören auch Stuhr und Weyhe. Revierförster Tegtmeier spricht von einer richtigen Schneise, die an der Nordwohlder Straße beginne, über die Bassumer Landstaße zur Revierförsterei gewandert und dann Richtung Eisenbahntrasse weitergezogen sei. „Die Schäden sind sehr unterschiedlich. Neben der Schneise haben wir Einzel- aber auch Nestwürfe – das entspricht etwa 0,4 Hektar. Die Westermark ist stärker in Mitleidenschaft gezogen als das Syker Friedeholz.“ Etwa 1.000 Festmeter sind betroffen. „Bis zum Frühjahr wird uns das beschäftigen, da wir nebenbei ja auch die reguläre Holzernte abwickeln müssen“, sagt Tegtmeier.

An zwei oder drei Stellen werde man neu pflanzen. Einige Bäume lassen die Mitarbeiter der Revierförsterei für den Naturschutz liegen, doch auch dort müssen die Fichten abtransportiert werden, um den Borkenkäfern keine Anreize zu bieten. 

juk

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