Berufliche Perspektive in Diepholzer Kita

Freude über neue Kraft aus Spanien

Aus Spanien in die Diepholzer Kita Lappenberg: Erika Perez Altes (Mitte) möchte nach ihrem Praktikum gern weiter in der Einrichtung arbeiten. Zum Start begrüßten sie Kita-Leiterin Diana Schmiegel (rechts) und Birgit Greve, pädagogische Leiterin des evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes Grafschaft Diepholz.
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Aus Spanien in die Diepholzer Kita Lappenberg: Erika Perez Altes (Mitte) möchte nach ihrem Praktikum gern weiter in der Einrichtung arbeiten. Zum Start begrüßten sie Kita-Leiterin Diana Schmiegel (rechts) und Birgit Greve, pädagogische Leiterin des evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes Grafschaft Diepholz.

Diepholz – In Deutschland ist sie zum ersten Mal – und kann sich vorstellen, auch auf Dauer hierzubleiben. Erika Perez Altes ist Spanierin. Der Fachkräftemangel, der in Deutschland auch in Kindertagesstätten herrscht, war für sie eine Chance: Die 22-Jährige absolviert zunächst ein einjähriges Praktikum in der Diepholzer Kita Lappenberg. Wenn alles klappt, kann sie dort eine Ausbildung zur Erzieherin machen und dann auch unbefristet angestellt werden. Ihr Start ist auf jeden Fall gelungen.

Auch in ihrer spanischen Heimatstadt Alicante hat Erika Perez in einer Kindertagesstätte gearbeitet. Ihre Ausbildung ist vergleichbar mit einer Sozialassistentin in Deutschland und auch so anerkannt“, erklärt Birgit Greve, pädagogische Leiterin des evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes Grafschaft Diepholz, zu dem die Kita am Lappenberg gehört. Zuvor hätten sich schon andere Spanierinnen um ein Praktikum mit weiteren beruflichen Perspektiven in einer Kita des Verbandes beworben. „Aber erst bei Erika Perez hat es gepasst.“

Darüber ist die 22-Jährige sehr glücklich. Ihre Sprachkenntnisse hat sie in wenigen Wochen schon so weit ausgebaut, dass sie Deutsch schon gut verstehen und sich auch verständlich machen kann. Viermal in der Woche geht sie zum Deutschunterricht – zweimal im Rahmen des Praktikums und zweimal selbst finanziert.

Auch eine Wohnung in Diepholz hat Erika Perez in Aussicht. Dabei haben Kita-Leiterin Diana Schmiegel und ihr Team geholfen. Und sie haben durch Aufrufe in ihrem Bekanntenkreis und online schon eine erste Möbel-Ausstattung zusammengetragen.

Bis die Wohnung in wenigen Wochen frei wird, lebt Erika Perez bei der Familie Schmiegel in Rehden. Der Ehemann und die beiden Söhne der Kita-Leiterin haben ihren Gast herzlich aufgenommen. Sowohl für die Spanierin als auch für ihre Gastgeber-Familie sind diese Wochen lehrreich, denn es gibt einige kulturelle und traditionelle Unterschiede der beiden EU-Länder. „Wir bleiben abends länger auf und frühstücken erst um 10 Uhr“, nennt Erika Perez ein Beispiel. Und auch daran, dass in Deutschland die ausgedehnte Mittagspause „Siesta“ nicht üblich ist, musste sich die 22-Jährige gewöhnen. Aber das klappte schnell. Ebenso schnell wurde sie ins Kita-Team integriert und hat den Weg zu den Jungen und Mädchen dort gefunden.

Unterschiede im Kita-System

Zwischen Kitas in Deutschland und Spanien gibt es konzeptionelle wie organisatorische Unterschiede. In Spanien stehen gezieltes Lernen und Einüben im Vordergrund, in Deutschland die ganzheitliche Entwicklung der Jungen und Mädchen. „Zum Beispiel lernen Kinder in spanischen Kitas schon Englisch“, erklärte Erika Perez Altes. Auch der Personalschlüssel ist sehr verschieden. In einem deutschen Kindergarten gibt es zwei Kräfte pro 20 Kinder, in Spanien nur eine Kraft. In deutschen Krippen betreut eine Kraft fünf Kinder unter drei Jahren, in spanischen zwölf. ej

In der Kita Lappenberg wird Erika Perez ihrer Ausbildung entsprechend bezahlt und bekommt etwa das Doppelte wie in ihrer Heimat. Die Stelle, die sie nach einer Erzieher-Ausbildung besetzen könnte, ist noch frei. Nach den ersten Tagen ist der Eindruck, dass die spanische Fachkraft wohl länger als ein Jahr in der Diepholzer Kita bleibt.

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