Vor 80 Jahren im Müntepark installiert / Vortrag im Technikmuseum Heede

Freibad-Turmuhr feiert Geburtstag

Das Freibad Diepholz mit der Uhr im Turm auf dem alten Gebäude – vermutlich in den 1960er Jahren vor dem Umbau des Bades im Müntepark 1972. Foto: Stadtarchiv Diepholz / Harstrick

Diepholz – Eine Armbanduhr hatte damals kaum ein Kind oder Jugendlicher. Und Smartphones gab es noch nicht. So war beim Besuch des Diepholzer Freibades bis zum Ende der 1960er Jahre die Uhr auf dem Turm des damaligen Umkleidegebäudes wichtig. Jetzt feiert diese Uhr ihren „80. Geburtstag“.

Am 19. Mai 1939 wurde das Diepholzer Freibad im Müntepark eröffnet. Das Bad sah damals noch anders aus. „Das Fachwerk-Umkleidehaus mit 16 Umkleidezellen und zwei ,Brauseräumen' für Männer und für Frauen hatte ein Satteldach mit Türmchen, die Badegäste rekelten sich im erstaunlich hohen Gras und über allem thronte der Zehn-Meter-Sprungturm“, erinnert sich der Diepholzer Uhrmachermeister Enno Herbst.

1972 wurde das Freibad renoviert. Der damalige Bademeister Ernst Winkler rettete die Uhr vom Turm des Umkleidegebäudes, das abgerissen wurde, und bewahrte sie bis 2008 auf dem Dachboden seiner Dienstwohnung auf. Nach einer Überholung 2008 durch Uhrmachermeister Horst Bethke wollte der Heimatverein Diepholz die Uhr im Schlossturm ausstellen. Doch da die Museumspläne für das Schloss nicht realisiert werden konnten, brachte Siegfried Noß vom Heimatverein das Uhrwerk ins Technikmuseum Diepholz-Heede.

Heute hat die Uhr ihren „Unruhe-Stand“ dort in der „alten“ Uhrmacherwerkstatt von Enno Herbst. Nachdem Ulli Antrecht ein stabiles Gestell für das Uhrwerk gebaut hatte, konnte das Uhrenmuseum in Bad Iburg die fehlenden Teile wie original Pendel, Gewicht, Kontrollzifferblatt und Umlenkrolle beisteuern. Enno Herbst hauchte dem Uhrwerk wieder „Leben“ ein. Lui Plassenberg versah das Werk mit einem elektrischen Aufzug, und seit Anfang 2019 läuft die Turmuhr wieder wie in alten Zeiten.

Am Sonntag, 19. Mai, um 15 Uhr feiert sie ihren 80. Geburtstag. Enno Herbst hält dann im Technikmuseum einen Vortrag mit Videos über die Geschichte der alten Diepholzer Freibaduhr.

Außerdem können Besucher des Museums an der Bremer Straße 7 wie immer an Wochenenden Bügeltechnik aus aller Welt, alte Waschmaschinen, alte Funk- und Radiotechnik, alte Telefone und Staubsauger, Klempnerei, Elektrik/Elektronik und Kuriositäten alter Technik sehen. Das Museum ist an jedem Sonntag von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Im Museums-Café gibt es Kaffee und Kuchen.   ej

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