Dr. Frank Hinrichs: Seltene Operation an der Klinik Diepholz

Kleinem Kind den „Klumpfuß“ korrigiert

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Ein vier Monate altes Baby auf dem Operationstisch: In der Klinik Diepholz nahm der Orthopäde Dr. Frank Hinrichs (Mitte) gestern Vormittag eine seltene Operation vor – die Korrektur eines „Klumpfußes“.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. 30 Grad Celsius. Es ist wärmer als üblich in dem Operationssaal der Alexianer-Klinik Diepholz, denn der kleine Patient friert schneller als ein Erwachsener. Ein vier Monate altes Baby liegt auf dem OP-Tisch. Seine Eltern aus dem Landkreis Osnabrück haben es ins Diepholzer Krankenhaus gebracht. Hier kann die Fuß-Fehlstellung des Jungen operativ behandelt werden. Der Orthopäde Dr. Frank Hinrichs nahm gestern Vormittag eine seltene Operation vor: Die Korrektur eines „Klumpfußes“.

Die Korrektur der angeborenen Fehlstellung des rechtes Fußes mit speziellen Gipsen hatte sich als nicht komplett erfolgreich gezeigt.

„In fünf Prozent der Fälle muss operiert werden“, erklärt Dr. Frank Hinrichs. Der 54-Jährige hat viel Erfahrung mit solchen Eingriffen, die er bereits als Orthopädie-Chefarzt in Damme und Stenum/Ganderkesee vorgenommen hat.

Seit gut drei Jahren praktiziert Hinrichs in Diepholz. Er ist Orthopäde am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) St. Ansgar am Krankenhaus und nutzt auch die OP-Möglichkeiten der Klinik.

Nach dem Weggang des Chirurgie-Chefarztes Dr. Stefan Bolte übernimmt Hinrichs in Diepholz sämtliche orthopädische Operationen, – unter anderem auch künstliche Knie- und Hüftgelenke (Endoprothesen) – sowie Wechseloperationen.

„Klumpfuß“-Korrekturen im OP hat er drei bis vier Mal im Jahr.

In der Region werden solche Operationen nur in Diepholz vorgenommen. Die nächsten Klinik-Standorte mit solchen OPs von Babys seien Bremen, Hannover und Münster, sagt Dr. Frank Hinrichs. Daher kommen Eltern mit betroffenen Kindern auch von weiter her.

Der kleine Patient, der gestern auf dem Bauch liegend auf dem OP-Tisch platziert wurde, kommt aus Bohmte. Wie eine Puppe liegt der kleine Junge friedlich schlafend da. Die Narkose eines so jungen Menschen ist auch für den Anästhesie-Chefarzt Dr. Hans Joachim Beck ist eine besondere Herausforderung.

Doch Beck nutzt seine große Erfahrung ebenso wie sein Kollege Hinrichs, der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle orthopädische Chirurgie, Kinderorthopädie, Chirotherapie, Physikalische Therapie und Medizinische Informatik ist.

Nachdem OP-Schwestern den kleinen Patienten mit einer Wärmedecke versorgt haben und die routinemäßigen OP-Vorbereitungen abgeschlossen sind, setzt Dr. Frank Hinrichs den ersten Schnitt an die rechte Ferse des vier Monate alten Jungen. Der Fuß des Kleinen ist verdreht. Ohne Behandlung würde der Junge nie richtig gehen können.

In der 45-minütigen Operation verlängert der Diepholzer Orthopäde die Achillessehne des Jungen, nimmt chirurgische Korrekturen am Sprunggelenk vor. Dann wird das Bein einschließlich Oberschenkel eingegipst.

Vier Wochen muss das Baby diesen Gips tragen. Danach wird eine spezielle Bein-Schiene angepasst. Wenn der Kleine das Laufen gelernt hat, sind noch orthopädische Schuh-Einlagen notwendig.

Ein „Klumpfuß“ kann angeboren oder erworben sein. Im Durchschnitt wird etwa eines von 1000 Kindern mit dieser Fehlstellung geboren. – Jungen doppelt so häufig wie Mädchen.

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