Fragen an die vier Bürgermeister-Kandidaten

Wie möchten Sie die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben?

Diepholz - Am 27. Mai wählen die Diepholzer ihren neuen Bürgermeister. Im Vorfeld hat unsere Zeitung den vier Kandidaten Fragen zu lokalen Themen gestellt und bei den Antworten aus Gründen der Fairness eine Maximallänge vorgegeben. Hier die vierte Frage und die Antworten der Kandidaten:

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt Diepholz war in den vergangenen Jahren gut, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist auf über 7 000 gestiegen. Wie möchten Sie diese Entwicklung weiter vorantreiben?

Ruken Aytas (50, Kandidatin der SPD, Sozialpädagogin/Diplom-Biologin):

Ruken Aytas

„Um die wirtschaftliche Entwicklung weiter zu stärken und auszubauen, muss die Stadt Diepholz ihre verfügbaren Ressourcen im Bereich Wirtschaftsförderung noch mehr ausbauen. Dazu gehört, dass wir Unternehmen für unsere Stadt gewinnen und den Dialog mit den bereits vorhandenen Unternehmen pflegen. Es ist für mich unfassbar, dass zum Beispiel ein gut funktionierendes Unternehmen wie „Hammer“ Ende des Jahres schließt, weil die Verwaltung ihnen kein Angebot für ihren Vergrößerungswunsch anbieten konnte. Das ist wirklich ein Desaster. Zudem können wir nur Einnahmen erzielen, wenn die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten auch in Diepholz wohnen Deshalb muss die Stadt die Aufgabe ernstnehmen, neben den neu entstandenen „Luxuswohnungen“ wie im Münte-Park, auch bezahlbare Wohnungen zu bauen, damit wir auch „Neu-Bürger*innen“ ein attraktives Wohnqualität anbieten und sie für unsere Stadt gewinnen können. Dazu gehört auch die Stadt attraktiver zu gestalten mit mehr kulturellen Angeboten, Pflege der Grünanlagen, Innenstadtgestaltung, Ausbau der Infrastruktur sowie Aufhebung der Sanierungsstaus. Das ist ein in sich schließender Kreis.“

Florian Marré (31, Einzelbewerber, der von CDU und FDP unterstützt wird, Dipl. Verwaltungsbetriebswirt (FH) / Fachdienstleiter in der Diepholzer Stadtverwaltung):

Florian Marré

„Ich setze mich für die Realisierung eines Gründerzentrums für Startups ein, um junge Unternehmen nach Diepholz zu holen. Durch das Angebot von Infrastruktur und Beratungsleistung in einem von der Wirtschaftsförderung subventionierten Gebäude kann die Gründungsphase leichter bestanden werden. Da Unternehmen für Erweiterungen oder Neubauten auch kurzfristig Flächen benötigen, müssen mehr Gewerbegebiete in unterschiedlichen Lagen vorgehalten werden. Aufgrund der Digitalisierung muss dabei ein Breitbandanschluss der Standard sein. Bei der Ausweisung von Gewerbegebieten müssen die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigt werden, da auch dieser Wirtschaftszweig wichtige Arbeitsplätze vorhält und auf Flächen angewiesen ist. Weiter müssen die benötigten Fachkräfte durch Wohn- und Lebensqualität von Diepholz überzeugt werden. Hierzu zählen auch die Kita-Angebote, um Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Wichtig bleibt, die Entwicklung am Fliegerhorst aktiv zu begleiten und sich für den Erhalt des Klinikstandortes einzusetzen.“

Detlef Tänzer (54, Einzelbewerber, Diplom-Ingenieur/Fachdienstleiter beim Landkreis Diepholz):

Detlef Tänzer

„Die Beschäftigungszahlen sind positiv, doch das ist kein Selbstläufer. Der Landkreis fördert durch Wissens- und Technologietransfer in Form von Fördermitteln, Vermittlung von Kontakten Schulungen und Beratung. Doch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region muss ständig verbessert werden. Schnelles Internet muss her. Bildung und wirtschaftliche Entwicklung sind eng verbunden. Die Innovationsfähigkeit ist eine wichtige Eigenschaft für wirtschaftlichen Erfolg. Es braucht die Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschung, Verbänden, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen, um für die Zukunft gerüstet zu sein und die so sehr benötigten Fachkräfte auszubilden und in der Region zu halten! Die Verbindung zur Privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Diepholz bietet mit ihren dualen Studiengängen beste Voraussetzungen dafür. Noch mehr Betriebe müssen sich diesem Netzwerk anschließen. Hierauf müssen wir uns konzentrieren. Gewerbegebiete auszuweisen ist hierbei noch die leichteste Übung.“

Dietmar Edel (58, Einzelbewerber aus Twistringen-Ridderade, Monteur in der Automobilindustrie/Kfz-Schlosser):

Dietmar Edel

„Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt kann weiter gesteigert werden, wenn zum Beispiel über eine Senkung der Gewerbesteuer der Standort Diepholz für Unternehmen attraktiver gestaltet werden kann. Kostengünstige Gewerbeflächen und Kredite wären ebenfalls eine Möglichkeit, neue Unternehmen in unsere Stadt zu holen.

Fachkompetente Beratung soll zur Wirtschaftsförderung für die Kleinunternehmer und die des Mittelstandes in unserer Stadt zur Verfügung stehen und entsprechend handeln.“

ej

Rubriklistenbild: © dpa

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