Flüchtlingsstatistik in Zahlen: Viel Dynamik

221 freiwillige Ausreisen gezählt

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. 2866 Flüchtlinge lebten am Stichtag 25. Februar im Landkreis Diepholz. Doch diese Zahl ist bereits überholt. Täglich ändern sich die Zahlen, betonte Klaus Speckmann als Leiter des Landkreis-Fachdienstes Sicherheit und Ordnung im Fachausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Barrien. Der Vergleich der Flüchtlingsstatistiken über mehrere Jahre bewies die große Dynamik und die vielfältigen Aufgaben, die zurzeit den Alltag in der Ausländerbehörde des Landkreises prägen.

108 Asylbewerber hatte der Landkreis demnach im Jahr 2010 aufgenommen. Mehr als das Zehnfache – exakt 1752 Flüchtlinge – waren es im Jahr 2015 gewesen. Prognose für das laufende Jahr: 2500.

Wie Speckmann berichtete, waren dem Landkreis allein im Januar 292 Flüchtlinge zugewiesen worden, während es 533 für Bremen waren. Nicht mitgezählt seien dabei die Menschen in den zentralen Erstaufnahmestellen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte demnach im Januar Entscheidungen für 120 Asylbewerber aus dem Landkreis Diepholz getroffen. Ausreisepflichtig seien zurzeit 523 Menschen insgesamt, 428 von ihnen hätten allerdings eine Duldung. Bisher habe es zehn freiwillige Ausreisen gegeben, aber 14 Abschiebungen.

2015 war das Verhältnis noch umgekehrt gewesen, das belegten zwei weitere Zahlen aus der Statistik des Fachdienstleiters. 221 Menschen seien im vergangenen Jahr freiwillig ausgereist, so Speckmann. Dagegen habe es nur zwölf Abschiebungen gegeben. Etwa 95 Prozent der Ausreisepflichtigen würden also das Land freiwillig verlassen.

Personell sei die Ausländerbehörde schon verstärkt worden, berichtete der Fachdienstleiter den Politikern. Aber etwa die Hälfte der Mitarbeiter seien ausschließlich mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt. Dabei seien noch 12000 andere Ausländer im Landkreis zu betreuen – und die Behörde bearbeite auch Visa-Anträge, zum Beispiel für Angestellte mittelständischer Firmen. „Die Mitarbeiter der Ausländerbehörde haben mit Sicherheit einen sehr, sehr schwierigen Job“, zollte ihnen Marco Genthe (FDP) als Vorsitzender des Fachausschusses Anerkennung.

Die Flüchtlingszahlen seien ohnehin nur „die halbe Wahrheit“, so hieß es, weil viele aus der Statistik herausfallen würden, wenn sie einen anderen Status bekommen. „Aber die Probleme bei der Sprache oder in der Schule bleiben“, so Kreisrat Markus Pragal.

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