Show im Diepholzer Theater

Flüchtige Sandbilder und bleibender Eindruck mit Svetlana Telbukh

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Ungewöhnliche Show im Diepholzer Theater: Svetlana Telbukh aus der Ukraine malte Bilder aus Sand auf eine Glasplatte, die abgefilmt und zu Musik auf eine Leinwand projiziert wurden.

Diepholz - Jules Verne beschreibt 1873 seine Reise um die Erde: „In 80 Tagen um die Welt.“ Top, die Wette gilt, ist das Motto von Phileas Fogg und seinem Diener Passepartout in dem Roman. Beschwerlich und gefährlich war die Reise der beiden. Die Reise mit der Sandmalerin Svetlana Telbukh war dagegen mit zwei Stunden rund um den Globus ein Katzensprung.

Wie Licht, Musik, Sand und große Fingerfertigkeit gepaart mit malerischem Talent zur Traumreise wurden, erlebten rund 290 Besucher der Sandmalerei-Show am frühen Sonntagabend im Diepholzer Theater. „Wir verzeichnen heute Abend eine außerordentlich gute Abendkasse“, sagte Ilona Conradi vom Kulturring Diepholz. Rund 60 bis 70 Karten gingen noch direkt vor der ungewöhnlichen Show über den Tresen. Der Kulturring verzeichnete auch viele Online-Buchungen.

Die Bilder, die die aus der Ukraine stammende Künstlerin zauberte, bestachen das immer wieder applaudierende Publikum in voller Breite. Die in diesem Fall – bis auf die Fahrt zum Theater– weitestgehend klimaneutrale Weltreise über alle sieben Kontinente, malte Svetlana Telbukh spielend und zur Musik synchron in den feinen Sand auf eine von unten beleuchteten Glasscheibe.

Die Live-Performance lebte vom Zusammenspiel aus Licht und Musik, zaubernden Händen und viel Fantasie. Die Show mit dem Namen „Fantasy World“ begann zur Musik von „Pirates of the Caribbean“. Das erste Sandbild: Ein junges Paar war startklar mit ein Trolley in Deutschland. Es entstanden aber nicht nur Einzelbilder, sondern Bildergeschichten.

Die schnell brillant gemalten Szenen nahmen – gefilmt und auf Großleinwand für die Zuschauer projiziert – das Publikum mit auf die ungefährliche Reise einmal um die Erde.

Was für das altersgemischte Publikum schwer nachvollziehbar war, weil mit einem „Schade, schon weg“ behaftet, ist die Vergänglichkeit der detaillierten Bilder. Sie sind flüchtig wie Kreide aufs Trottoir gemalt kurz vor einem Regenguss; auf dem Glastisch ist die Devise: Nach der Szene ist vor der Szene.

Die Route war durchdacht: Von Europa Richtung Ukraine und Russland, über Afrika, den Nahen Osten, nach Indien, China und Japan. Thailand und Australien, über das Meer nach Süd- und Nordamerika. In den Bildern erschienen die Menschen des Landes, prägende Gebäude, Tiere und Vegetation, Riten und typische Lebensmittel. So baute das Gehirn des Betrachters das entsprechende Land zusammen, um dann durch die Auflösung, Svetlana schrieb das Land in typischen Lettern in den Sand, eine große Freude zu erfahren.

Die Künstlerin kann beides: Aus dem Sandauftrag herausarbeiten oder mit Sand, der durch die Finger gleitet, malen. Sie beherrscht die Positiv- und Negativmethodik perfekt. Wundersam die gemalten Übergänge: Wenn aus griechischer Amphore ein indigenes Totem, aus dem Eiffelturm in Paris, der schiefe Turm von Pisa, der Turm der andalusischen Alhambra und dann zum „Big Ben“ in London wird.

Wie zauberhaft auf Grundlage von zeichnerischem Können die Show wird, bewiesen Szenen- und Schlussapplaus. Die Begeisterung von kleinen und großen Zuschauern war gleichermaßen groß. Die Bilder waren flüchtig, der Eindruck war bleibend.

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