Fleißige und kreative Frauen des Heimatvereins Diepholz in der Nähstube

30 Jahre gräfliche Hofschneider

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Nach der Anprobe: Das Team der gräflichen Nähstube mit Magdalene Kemper, Dorit Lobin, Renate Krüger, Elke Buchwald und Helga Heidenreich (von links) mit Helena Kari und Peter Eigner (vorn), die für den Grafensonntag neu eingekleidet wurden.

Diepholz - Bei der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz und dem Heimatverein Diepholz laufen die Vorbereitungen für den 31. Grafensonntag am 18. Oktober auf vollen Touren. Mit Hochdruck wird auch in der gräflichen Nähstube gearbeitet. Hier laufen die Nähmaschinen so kurz vor dem Fest, das an die Edlen von Diepholz erinnern soll, heiß.

Die alten Gewänder werden auf Vordermann gebracht, neue angefertigt und anprobiert, letzte Korrekturen vorgenommen. Es muss schließlich alles passen.

Seit 30 Jahren kümmern sich Frauen des Heimatvereins Diepholz um die historischen Gewänder für Graf, Gräfin und Gefolge. Die erste Zusammenkunft war 1985 im Haus der Geschäftsführerin Käthe Sebald. Ab 2005 versammelte sich das neu formierte Kreativ-Team im Dienste der Edlen von Diepholz bei Magdalene Kemper.

Seit 2007 sind Kleiderkammer und Nähstube im ehemaligen Jugendfreizeitzentrum (jetzt Wissenswerkstatt) an der Bahnhofstraße untergebracht. Dort treffen sich die Damen alle 14 Tage und haben – nach eigenem Bekunden – bei ihrem ehrenamtlichen Engagement immer viel Spaß. Kaffee und selbst gebackenen Kuchen gibt es natürlich auch.

Seit 2005 mit dabei sind Elke Buchwald, Renate Krüger, Dorit Lobin, Helga Heidenreich und die inzwischen 89-jährige Magdalene Kemper, die anhand entsprechender Fachliteratur darauf achtet, dass die Kostüme auch standes- und zeitgemäß sind. In diesen zehn Jahren wurde von den fünf Frauen nach Aufzeichnungen von Dorit Lobin für den Hofstaat beziehungsweise das Gefolge 18 Gewänder für die Damen, zwölf für die Herren sowie drei für die Kinder geschneidert. Hinzu kamen zwölf Schürzen, zwölf Röcke und Tischdecken für das „Küchenpersonal“ sowie diverses „Beiwerk“ wie Taschen, Kopfbedeckungen und Capes.

Von den „Hofschneidern“ verarbeitet wurden auch schon ebenso edle wie ausgefallene Materialien wie gelber Samtstoff aus dem Sitzungssaal des alten Diepholzer Rathauses und Vorhänge aus dem legendären „Braunen Bomber“. Sie wären – ohne den „Zugriff“ des Heimatvereins – im Müll gelandet.

Wenn das „Grafenpaar“ nebst Anhang beim Grafensonntag wieder die Blicke der vielen Besucher aus Nah und Fern auf sich ziehen, dann ist das auch ein Verdienst der fleißigen Damen aus der Nähstube des Heimatvereins. Die farbenfrohen Kostüme sind echte Hingucker.

rdu

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