Stellungnahme an Eisenbahn-Bundesamt

Flächenverkauf an Bahnstrecke: Aktionsbündnis gibt klares Veto ab

Diepholz/Nienburg - Das Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bassum-Bünde (AEBB) will nicht hinnehmen, dass Flurstücke der stillgelegten Bahnstrecke 1744 in den Gemarkungen Balge, Wietzen und Marklohe (Landkreis Nienburg) entwidmet werden. Deshalb haben Detlev Block, Georg Esenwein und Andreas Hollberg im Freistellungsverfahren Veto beim Eisenbahn-Bundesamt eingelegt.

Denn der betroffene Streckenabschnitt wäre für die Reaktivierung der Bahnstrecke Diepholz-Sulingen-Nienburg unweigerlich verloren, würden besagte Flurstücke entwidmet. Immerhin geht es um 82 Grundstücke zwischen 13.400 und 45 Quadratmetern. Das geht aus der öffentlichen Bekanntmachung des Eisenbahn-Bundesamtes im Bundesanzeiger hervor.

Die AEBB-Sprecher beziehen unmissverständlich Position: „Das AEBB ist der Überzeugung“, so heißt es in der Stellungnahme, „dass eine Aufgabe der Streckenverbindung Sulingen-Nienburg durch eine Freistellung des Abschnitts Balge-Wietzen-Marklohe angesichts einer sich entwickelnden Verkehrswende verheerende Folgen für die Region hat. Diese Strecke wird in naher Zukunft noch gebraucht.“ Denn sie sei die direkte Verbindung zwischen der Kreisstadt Diepholz über Nienburg zur Landeshauptstadt Hannover.

„Ferner hat sie ein Güterverkehrspotenzial zum Beispiel für Autotransporte, die zurzeit noch in erheblichem Maße per Lkw über die Bundesstraße 214 rollen“, geben die Sprecher des Bündnisses zu bedenken. „Eine Freistellung mit dem danach in der Regel folgenden Verkauf der Strecke läuft allen Bemühungen zuwider, Güter und Personen auf die Schiene zu bringen und dadurch Verkehrsaufkommen und CO2 zu reduzieren.“

Neue Zukunft für alte Strecken

Es könne nicht als Argument gelten, „alle Strecken, die momentan als unwirtschaftlich bezeichnet werden, ein für alle mal abzuschaffen“. Das Gegenteil sei der Fall: „Angesichts der nicht grundlosen Bemühungen von Institutionen, Verkehrsbetrieben und Infrastruktur-Betreibern nach Möglichkeiten zu suchen, stillgelegten oder von der Stilllegung bedrohten Strecken wieder eine Zukunft zu geben, hält das AEBB das Vorgehen in Bezug auf eine Freistellung dieser Strecke für rückwärtsgewandt und unverantwortlich.“

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Es könne allerdings nicht sein, so die Bündnissprecher, „dass auf diesem Wege vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Verkehrswende weiterhin jetzt Fakten geschaffen werden, die nicht mehr revidierbar und damit zukünftig von erheblichem Nachteil für die Verkehrsbewältigung in der Region sein werden.“

Der geplante dreispurige Teilausbau der B214 in drei jeweils knapp 4,5 Kilometer langen Teilen sei eine „sehr kostenträchtige Maßnahme“, die vergleichsweise wenig Entlastung bringe – jedoch stets noch mehr Verkehr auf die Straße – und mit den Kosten einer Reaktivierung der gesamten Bahnstrecke Sulingen-Nienburg in etwa gleich auf liege.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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