Investieren und online Kurse geben

Fitnessstudios: Unterschiedliche Wege im Corona-Lockdown

Wie viele Geschäfte anderer Branchen müssen auch Fitnessstudios im Lockdown geschlossen bleiben. Die Inhaber von Studios in Diepholz gehen unterschiedlich mit der Situation um. Update: Auch „Viva Fitness“ hat jetzt auf unsere Anfrage geantwortet.

Diepholz - Sollten Fitnessstudios vom Corona-Lockdown ausgenommen werden? Pierre Wiedmann vom Diepholzer Sauna- und Sportparadies setzt sich dafür ein: „Gesundheitsorientierte Fitness- und Freizeitanlagen haben die Hygienevorschriften nach dem ersten Lockdown vorbildlich und sogar eher ergänzt umgesetzt. Zudem stärkt ein allgemeines Fitnesstraining nachweislich das Immunsystem, was gerade in dieser Zeit von extremer Wichtigkeit ist“, sagte er unserer Zeitung.

StadtDiepholz
Postleitzahl:49356
Fläche104,4 km²
BürgermeisterFlorian Marré

Nachdem im November im Sauna- und Sportparadies neben Tennis und Badminton noch ein Einzeltraining EMS (Elektrische Muskelstimulation) möglich war und im Dezember mit medizinisch verordnetem Rehasport begonnen werden konnte, wurde dies in der aktuellen Verordnung der Landesregierung wieder gekippt. „Somit ,darf’ aktuell nur noch Tennis und Badminton sowie Squash unter Auflagen gespielt werden“, beschreibt Wiedmann die Lage. Trotzdem sei das Team täglich bis 21 Uhr vor Ort, und die Mitglieder können sich telefonisch rund um das Thema Fitness beraten lassen. Zudem bietet das Sauna- und Sportparadies Online-Live-Kurse an, in denen Mitglieder vor dem heimischen Fernseher trainieren können.

Lockdown für Sauna- und Sportparadies Existenz-gefährdend

Ab wann dürfte ein Lockdown für die Existenz des Sauna- und Sportparadieses finanziell gefährlich werden? „Das ist es aktuell schon. Die Hilfen der Regierung fließen sehr schleppend, und die Kosten laufen trotz Schließung weiter“, so Pierre Wiedmann, der als ehemaliger Mitarbeiter zusammen mit Andro Melchert und Julian Siegel das Sauna- und Sportparadies mit den weiteren Standorten des Unternehmens 2018 übernommen hatte. Zuvor hatte die Einrichtung an der Moorstraße (vormals „Sportpalast“) ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert, und Inhaberin Manuela Steffens-Kirchner hatte ihren Rückzug als Geschäftsfrau angekündigt. Wiedmann: „Für Umbauten, Renovierungen und Modernisierungen haben wir bereits im ersten Lockdown gesorgt. Aktuell schulen wir intensiv unser Personal, um unsere Dienstleistung für den ,Neustart’ zu optimieren.“

Das Fitnessstudio „Fit plus“ an der Wankelstraße. Dort wurden im Lockdown mehr als 150 000 Euro investiert.

Im anderen großen Diepholzer Fitnessstudio Fit plus an der Wankelstraße – nutzt Eigentümer Lars Ossenbeck (Linus Freizeit GmbH, Damme) den derzeitigen Lockdown für Investitionen. „Wir haben in Diepholz im ersten Lockdown 40.000 Euro investiert und jetzt 150.000 Euro. Unter anderem haben wir neue Software und einen komplett neuen Kraft-Ausdauer-Zirkel erhalten.“

In Wildeshausen und Wallenhorst: Betreiber baut zwei neue Studios

An anderen Standorten investiert Ossenbeck Millionen. In Wildeshausen baut der Dammer neben der Diskothek „5 Elements“, deren Betreiber er ebenfalls ist, das zweigeschossige Fitnessstudio „Fit Plus Wildeshausen“ mit einer Nutzfläche von 2 .500 Quadratmetern. Kosten: etwa vier Millionen Euro. Auch in Wallenhorst baut Ossenbeck ein neues Fitnessstudio.

Das Sauna- und Sportparadies an der Moorstraße in Diepholz bietet im Corona-Lockdown Online-Kurse an.

Ob der derzeitige Lockdown auch für Fitnessstudios sinnvoll sei, will der Geschäftsmann nicht beurteilen. Lars Ossenbeck nimmt es als gegeben hin und glaubt nicht, dass Fitnessstudios vor März wieder öffnen dürfen. Auf Online-Videos und Home-Workouts setzt das Team von Fit plus nicht, geht aus Veröffentlichungen bei Facebook hervor: „Wir legen unseren Fokus und Energie lieber auf die Zeit nach dem Lockdown.“ Ossenbeck glaubt, dass die Menschen durch die Pandemie ein anderes Gesundheitsbewusstsein bekommen, Und für ihn ist klar: „Uns gibt es auch nach Corona noch!“

Das neueste Diepholzer FitnessstudioViva Fitness am Willenberg – antwortete auf unsere schriftliche Anfrage zur Situation in der Coronakrise erst am Donnerstag. „Viva Fitness ist ein stabiler und in den letzten Jahren rasant wachsender Fitness-Anbieter mit mittlerweile mehr als 30 Studios in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Doch gerade durch diese Anzahl an Studios und der Investitionen, die wir seit dem ersten Lockdown für das Hygienekonzept getätigt haben, trifft uns der Lockdown entsprechend besonders hart“, schrieb Lars Ovelgönne, Head of Marketing des Unternehmens: „Natürlich verleugnen wir Corona und die aktuelle Lage, in der wir uns seit November befinden, nicht, und auch, dass die Zahlen weiterhin konstant hoch sind, ist alarmierend. Dennoch waren und sind wir noch immer dafür, dass gewisse Branchen, wie beispielsweise Restaurants und eben Fitnessstudios, aus der pauschalen Schließung ausgeschlossen werden.“

Bereits zu Beginn des ersten Lockdown habe „Viva Fitness“ deshalb gemeinsam mit Partnern und anderen Anbietern eine Klage gegen eben diese Entscheidung der Regierung eingereicht, jedoch vergeblich. „Dies begründen wir auch heute noch damit, dass auch durch das durchdachten Hygienekonzept mit der Desinfektion der Geräte und das tragen von Masken deutschlandweit kein Corona-Fall auf ein Fitnessstudio zurückzuführen ist.“

Über den YouTube-Kanal VivaFitnessEntertainment biete das Unternehmen regelmäßig verschiedene Homeworkout-Videos an, die alternative Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder allgemeinen Haushaltgegenständen zeigen.

Lars Ovelgönne: „Finanziell ist so ein Lockdown natürlich für jedes Unternehmen gefährlich, aber untergehen wird Viva Fitness davon nicht, denn durch die starke Positionierung am Markt und unserer Größe konnten wir uns in der Vergangenheit für Fälle wie diese gut aufstellen.“

Rubriklistenbild: ©  Jansen

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