Neues Schulungsprogramm in der Klinik Diepholz gibt Sicherheit im Umgang mit Pflegebedürftigen

„Fit für die Pflege zu Hause“

Speziell an pflegende Angehörige und Interessierte richtete sich der Pflegekurs „Alles über Pflege wissen – Fit für die Pflege zu Hause“.

Diepholz - Speziell an pflegende Angehörige und Interessierte richtete sich der Pflegekurs „Alles über Pflege wissen – Fit für die Pflege zu Hause“, bei dem die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, Tipps für den Pflegealltag kennen zu lernen und sich in angenehmer Atmosphäre mit anderen pflegenden Angehörigen auszutauschen.

Durch Unfall, Schlaganfall oder dementielle Veränderungen… Plötzlich wird ein nahestehender Mensch zum Pflegefall und man selbst zum pflegenden Angehörigen und es ist weder klar, wie Pflege praktisch funktioniert, noch woher man Unterstützung bekommt oder welche Hilfsmittel einem zur Verfügung stehen. Häufig stehen die Pflegenden dann vor großen körperlichen und seelischen Herausforderungen, auch weil wichtige Entscheidungen schnell und unvorbereitet getroffen werden müssen. Hier als Laie die Übersicht zu behalten ist oft nicht einfach.

Um auf diese neue Lebenssituation vorbereitet zu sein, hat Annette Thölke, Berufspädagogin im Gesundheitswesen (BA) und Fachkrankenschwester für Pflege-Überleitung und Anästhesie/Intensivmedizin, in Kooperation mit der Barmer GEK und den Alexianer Kliniken Landkreis Diepholz erstmals im April einen kostenlosen Pflegekurs für pflegende Angehörige und Interessierte im Seminarraum der Klinik in Diepholz angeboten. Aufgrund der hohen Zahl von Anmeldungen wurden zwei Kurse durchgeführt.

Damit die Pflege in der Häuslichkeit nicht zur Belastung wird, sollten pflegende Angehörige so früh wie möglich einen Pflegekurs besuchen, so Thölke

Der Pflegekurs hatte zum Ziel, sich in der neuen Situation zurecht zu finden und das notwendige Handwerkszeug an die Hand zu bekommen, um den Pflegebedürftigen gut versorgen zu können. Dabei ging es nicht nur um Grundkenntnisse in allen wichtigen Bereichen der Pflege wie zum Beispiel: Wie schütze ich bettlägerige Patienten vor einem Druckgeschwür oder was ist bei der Körperpflege und der Hilfe beim Toilettengang zu beachten? Auch andere Fragen wurden geklärt: Wie beantrage ich eine Pflegestufe und welche Voraussetzungen sind dafür nötig, welche Leistungen aus der Pflegeversicherung stehen mir zu und wo kann ich in der Region unterstützende Angebote erhalten? Weitere Schwerpunkte waren die Unterstützung beim Aufbau eines Pflegenetzwerkes und das Aufzeigen von Entspannungs- bzw. Entlastungsmöglichkeiten. Denn der Pflegekurs soll eine Möglichkeit zum Durchatmen und der ersten Entlastung sein. Wichtig war insbesondere das Gespräch der Teilnehmer untereinander, die in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit hatten, mit anderen pflegenden Angehörigen Erfahrungen auszutauschen und auch gemeinsam Lösungen für den Pflegealltag zu finden. In dem Pflegekurs lernen die Teilnehmer Pflegetechniken wie Waschen, Lagerung, Heben und Stützen sowie Hilfe beim Toilettengang.So wurde auch gezeigt, wie die Pflegehandlungen rückenschonend durchzuführen sind und auf eigene Ermüdungs- oder Überlastungszeichen zu achten.

Wer pflegt, ohne fachspezifisches Wissen zu haben, kann im schlimmsten Fall sogar die Gesundheit des Pflegebedürftigen oder auch seine eigene in Gefahr bringen. Deshalb ist es wichtig, sich fachkundig beraten und anleiten zu lassen. Ein weiterer Pflegekurs als Unterstützungs- und Beratungsangebot beginnt am 5. September von 17 bis 20 Uhr im Seminarraum in der dritten Etage der Klinik Diepholz und richtet sich an alle pflegenden Angehörigen und Interessierte. Eine Mitgliedschaft in der Barmer GEK ist ebenso wenig erforderlich wie eine Pflegestufe. Pflegende Angehörige und Interessierte müssen den Pflegekurs nicht selbst finanzieren, die Kosten werden von den Pflegekassen übernommen.

Wer sich für die Teilnahme interessiert, kann sich schon jetzt unter der Telefonnummer 05441/6186 direkt mit Annette Thölke in Verbindung setzen. Eine Anmeldung ist erforderlich.

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