Sechs Wochen bei der Ortsfeuerwehr Sankt Hülfe

Feuerwehr: Geländegängiges Fahrzeug in Diepholz zum Testen

Am geländegängigen Tanklöschfahrzeug, das zum Testen bei der Ortsfeuerwehr Sankt Hülfe stationiert ist: Der Diepholzer Stadtbrandmeister Frank Schötz (rechts) und Feuerwehr-Pressesprecher Kevin Siebe.
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Am geländegängigen Tanklöschfahrzeug, das zum Testen bei der Ortsfeuerwehr Sankt Hülfe stationiert ist: Der Diepholzer Stadtbrandmeister Frank Schötz (rechts) und Feuerwehr-Pressesprecher Kevin Siebe.

Diepholz/Sankt Hülfe – Zum Testen in Sankt Hülfe: Für sechs Wochen ist im dortigen Feuerwehrgerätehaus ein weiteres Tanklöschfahrzeug (TLF) stationiert. Dieses geländegängige Fahrzeug wurde vom Land Niedersachsen beschafft und ist derzeit in verschiedenen Landkreisen im Probeeinsatz.

„Das Land Niedersachsen arbeitet derzeit am Aufbau spezieller Einheiten für die Bekämpfung von Wald-, Flächen- und Vegetationsbränden“, so Kevin Siebe, Sprecher der Diepholzer Feuerwehr: „Daher wurde durch das Land ein Tanklöschfahrzeug 3000 auf einem Mercedes-Benz Unimog U 5023-Fahrgestell mit einem Aufbau der Firma Schlingmann angeschafft. In sechs niedersächsischen Landkreisen, darunter auch der Landkreis Diepholz, wird dieses Fahrzeug etwa anderthalb Jahre lang durch die Feuerwehren getestet.“

Erfahrungen sollen bei Bestellung einfließen

Der Unimog 5023 verfügt über einen zuschaltbaren Allradantrieb, Differenzialsperren sowie eine Reifendruckregelanlage. Im Aufbau ist ein 3 000 Liter fassender Wassertank verbaut. Auf dem Dach des Aufbaus ist ein Wasserwerfer mit einem Volumenstrom von 1 .000 Liter pro Minuten bei zehn bar vorhanden. Durch eine Dachluke im Führerhaus kann während der Fahrt Wasser über ein handgeführtes Strahlrohr abgegeben werden. Ansonsten ist das Fahrzeug nach der DIN-Norm ausgestattet. Außerdem hat das Fahrzeug eine Heckwarneinrichtung sowie einen pneumatisch ausfahrbaren Lichtmast mit zwei Nah- und Fernstrahlern in LED-Technik, der an der Aufbauvorderwand befestigt ist.

255 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Diepholz im Jahr 2021

255 Einsätze hatten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute der Stadt Diepholz im Jahr 2021. Das waren 79 weniger als im Vorjahr. „Damals gab es mehr Moorbrände“, nannte Stadtbrandmeister Frank Schötz im Gespräch mit unserer Zeitung eine Begründung. Zu den 68 Brandeinsätzen 2021 gehörten drei größere Brände von Wohnhäusern, die die Feuerwehr am Willenberg, am Heeder Triftweg und An der Kreuzkirche zu löschen hatte. Gesunken ist die Zahl der Einsätze bei schweren Verkehrsunfällen. Nur einmal war ein Fahrzeuginsasse eingeklemmt. Das Boot der Feuerwehr Diepholz kam 2021 gleich drei Mal zum Einsatz und damit deutlich mehr als in den Vorjahren. Es wurde bei Personensuchen auf dem Dümmer gebraucht. Die Zahl der Fehlalarme betrug im vergangenen Jahr 51. „Meist durch automatische Brandmeldeanlagen“, so Schötz. Böswillige Fehlalarmierungen habe es nicht gegeben, ergänzte der Diepholzer Feuerwehr-Pressesprecher Kevin Siebe. In der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Diepholz mit den Ortsfeuerwehren Diepholz, Aschen, Heede und Sankt Hülfe sind derzeit insgesamt 224 Männer und Frauen ehrenamtlich als Einsatzkräfte aktiv – gegenüber dem Vorjahr drei mehr. Den Jugendfeuerwehren gehören 129 Mitglieder an, der Kinderfeuerwehr 32 und der Altersabteilung 62. Die Personallage sei „ganz gut“, so Frank Schötz: „Wir können aber jederzeit noch mehr gebrauchen.“

Drei Kameraden der Ortsfeuerwehr Sankt Hülfe hatten das Tanklöschfahrzeug am 20. Dezember in der Landesfeuerwehrschule (Niedersächsisches Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz) entgegengenommen. In Sankt Hülfe steht das Tanklöschfahrzeug nicht nur für den Ausbildungsdienst zur Verfügung, sondern rückt auch bei Einsätzen mit aus. Nach der Zeit in Sankt Hülfe wird das Fahrzeug durch zwei Ortsfeuerwehren in der Samtgemeinde Barnstorf getestet, ehe es nach Celle zurückgeht. Die praktischen Erfahrungen der Feuerwehren sollen mit einfließen und die Ausstattung soll gegebenenfalls angepasst werden, wenn das Fahrzeug in größerer Stückzahl vom Land Niedersachsen für die neuen zentralen Feuerwehreinheiten zur Bekämpfung von Wald-, Flächen- und Vegetationsbränden bestellt wird.

Der Diepholzer Stadtbrandmeister Frank Schötz hofft, dass die Stadt Diepholz auf diese zentrale Bestellung „aufspringen“ und dadurch den Rabatt des Herstellers ebenfalls für ein neues geländegängiges Fahrzeug der Ortsfeuerwehr Sankt Hülfe nutzen kann, obwohl sie nicht zu den neuen speziellen Einheiten gehört.

Alarmierung nun nach Löschzügen

Eine Feuerwehr-Alarmierung im Stadtgebiet von Diepholz erfolgt nun nicht mehr nach Ortsfeuerwehren. Um immer genügend Personal und Gerät zu haben, sind Löschzüge gebildet worden. Wie Stadtbrandmeister Frank Schötz erläuterte, gibt es die Löschzüge Nord, Mitte und Süd sowie den Sonder-Löschzug. Zu Letzterem gehört unter anderem die Drehleiter. Für einen „normalen“ Einsatz beispielsweise in Aschen wird der Löschzug Nord alarmiert, dem neben der Ortsfeuerwehr Aschen auch ein Fahrzeug der Ortsfeuerwehr Diepholz angehört. Den Löschzug Mitte bilden die Ortsfeuerwehren Sankt Hülfe und Heede, den Löschzug Süd die Ortfeuerwehr Diepholz. Alle Löschzüge stattet die Stadt Diepholz in den nächsten Wochen mit Geräten für Verkehrsunfälle (Schere und Spreizer) aus.

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