Gemeinsame Stellungnahme von drei Führungskräften

Feuerwehr Diepholz: Mobbing als Begründung für Rücktritte

In der Ortsfeuerwehr Diepholz – hier bei einem Brandeinsatz am Willenberg im Februar – rumort es offenbar. Drei Führungskräfte sind von ihren Ämtern zurückgetreten.
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In der Ortsfeuerwehr Diepholz – hier bei einem Brandeinsatz am Willenberg im Februar – rumort es offenbar. Drei Führungskräfte sind von ihren Ämtern zurückgetreten.

Diepholz – In der Ortsfeuerwehr Diepholz rumort es offenbar mehr als bislang bekannt. Nach dem Bericht unserer Zeitung am Samstag über ihren Rücktritt meldeten sich am Sonntag der bisherige Ortsbrandmeister Björn Höffken, sein ebenfalls zurückgetretener Stellvertreter Dr. Hauke Malz und Zugführer a. D. (außer Dienst) Florian Hümmling, der auch sein Amt niedergelegt hatte, zu Wort.

Sie schrieben nach unserem Bericht folgende gemeinsame Stellungnahme:

„Mit großer Überraschung haben wir aus der Zeitung erfahren, dass wir persönliche sowie berufliche Gründe für unseren sofortigen Rücktritt von unseren Ämtern am 20. März 2021 angegeben hätten. Dies ist definitiv nicht der Fall. Vielmehr sind unsere Rücktritte eine Folge des jahrelangen Mobbings gegen unsere Person sowie gegen unsere Funktion als BVD (Brandmeister vom Dienst, also diensthabende Einsatzleiter).

Der Diepholzer Ortsbrandmeister Björn Höffken (links) und sein Stellvertreter Dr. Hauke Malz sind zurückgetreten.

Diese Mobbingattacken gingen dabei immer von einem kleinen Personenkreis innerhalb der Mannschaft aus und machten auch vor unserem Privatleben nicht Halt. Man war dabei wenig diskret. So wurde öffentlich auf Mannschaftssitzungen darüber diskutiert, wie der stellvertretende Ortsbrandmeister dazu gebracht werden könne, zurückzutreten, und ob der Ortsbrandmeister dann auch zurücktreten würde.

Aber anstatt uns zu unterstützen, und uns Mittel in die Hand zu geben, um uns gegen derartige Attacken verteidigen zu können, wurden wir von der Stadtfeuerwehrführung und der Stadtverwaltung allein gelassen. Als Florian Hümmling im Januar 2020 als Wunschkandidat des Ortskommandos zum 2. stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt werden sollte, wurden aus dem gleichen schon zuvor aktiven Personenkreis nachweislich falsche Behauptungen verbreitet, mit dem Ziel, die fachliche Kompetenz und die Motivation von Herrn Hümmling in Frage zu stellen. Daraufhin wurde die Wahl zurückgestellt. Der Posten ist bis heute unbesetzt. Darüber hinaus gab es keine Konsequenzen.

Feuerwehr Diepholz

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Diepholz besteht aus den vier Ortsfeuerwehren Diepholz, Aschen, Heede und Sankt Hülfe, die jeweils eigene Ortsbrandmeister haben. Leiter der gesamten Diepholzer Feuerwehr ist Frank Schötz als Stadtbrandmeister. Alle in der Freiwilligen Feuerwehr arbeiten ehrenamtlich. Die Führungskräfte sind Ehrenbeamte.  

In den Wochen vor dem 20. März hat sich die BVD-Gruppe, erweitert um zwei Kameraden große Mühe gegeben, eine interne Lösung zur Überbrückung der Führungskrise innerhalb der Ortsfeuerwehr Diepholz aufzustellen. Man hat dabei bewusst die Wünsche und Anregungen der Stadtfeuerwehrführung aufgegriffen und integriert. Allerdings stellte sich schon bald heraus, dass die Stadtfeuerwehr keinerlei Interesse an diesen Konzepten hatte. Vielmehr wurde uns wenig unmissverständlich klar gemacht, was am 20. März vom stellvertretenden Ortsbrandmeister erwartet wird, nämlich sein Rücktritt, um einem kompletten Neuanfang freie Bahn zu machen. Auch aufgrund dieser Ereignisse haben wir unsere Ämter mit sofortiger Wirkung ruhen lassen und werden diese nicht, wie sonst üblich, bis zur offiziellen Entlassung durch den Stadtrat weiterführen.

Abschließend möchten wir uns bei Bürgermeister Marré für sein persönliches Engagement in den letzten Wochen bedanken. Die Ortsfeuerwehr wäre sicher nicht in diese verfahrene Situation geraten, wenn er schon früher persönlich involviert worden wäre“, so Björn Höffken, Dr. Hauke Malz und Florian Hümmling in ihrer gemeinsamen Stellungnahme.

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