Feierstunde bei ZF: 20 Jahre in der Kreisstadt

„Das Diepholzer Werk ist ein Juwel“

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Die Verbundenheit zum hiesigen Standort kann das ZF-Werk künftig mit einer Diepholz-Flagge mit Stadtwappen signalisieren: Stellvertretender Bürgermeister Hans-Ulrich Püschel und Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann überreichten sie an die ZF-Vertreter Guido Remme und Uwe Coßmann (von rechts nach links).

Diepholz - Von Sven Reckmann. Gerhard Schröder sprach von einem „Musterbeispiel der Wirtschaftsförderung“, als er 1995 das Diepholzer ZF-Werk eröffnete. Vermutlich konnte sich der damalige niedersächsische Ministerpräsident bei allem Optimismus noch nicht vorstellen, was sich aus dieser Keimzelle einmal entwickeln sollte.

Bei einer Feierstunde mit Gästen aus Wirtschaft und Politik würdigte die ZF Friedrichshafen gestern das 20-jährige Bestehen ihres Diepholzer Standortes. Seit zwei Jahrzehnten produziert das Unternehmen nun in Diepholz Fahrwerkkomponenten für den Weltmarkt. Schon 1997 wurde der ZF-Standort um ein Werk für Schaltungssysteme erweitert. 2000 kam Lemförder Logistik (Lemlog) hinzu.

„Wir blicken auf eine Erfolgsgeschichte zurück“, unterstrich Uwe Coßmann, Leiter der Division Pkw-Fahrwerktechnik. „Angefangen haben wir mit 134 Mitarbeitern, und heute sind es 1075.“ Der Umsatz habe sich in 20 Jahren von 64 Millionen DM auf 429 Millionen Euro gesteigert, kennzeichnete Coßmann die Entwicklung am Standort Diepholz.

3500 Mitarbeiter habe ZF an den Standorten rund um den Dümmer, 1000 davon in Diepholz. „Das zeigt, wie wichtig dieser Standort für uns ist“, unterstrich Coßmann.

Ein besonderer Dank gebühre dem langjährigen Chef der Lemförder-Fahrwerktechnik, Bernd Habersack aus Diepholz, den Coßmann als „Pionier und Visionär“ lobte. Pragmatismus, Pioniergeist und Unternehmertum habe die Entwicklung an diesem Standort gekennzeichnet.

Und mit Blick auf die Zukunft sagte der Divisions-Leiter: „Ich bin mir sicher: Das ist nicht das Ende des Wachstums an diesem Standort.“

Werkleiter Guido Remme untermauerte das mit Zahlen: „Wir haben allein in diesem Jahr elf Fahrzeugneuanläufe mit 25 unterschiedlichen Querlenkerprodukten“, berichtete er. „Wir haben ein straffes Programm, vielen Dank an die Mitarbeiter, dass sie immer mitgezogen haben“.

„Sie haben allen Grund zu feiern“, rief der stellvertretende Diepholzer Landrat Werner Schneider den ZF-Vertretern zu. Das Unternehmen habe sich dadurch ausgezeichnet, stets die Zeichen der Zeit zu erkennen. Er freue sich auch als Diep-holzer Bürger. „Und ZF wird als ‚guter Nachbar‘ weiter erlebbar bleiben – davon bin ich überzeugt.“

Bürgermeister-Stellvetreten Hans-Ulrich Püschel schließlich hatte recherchiert, dass es in den vergangenen 20 Jahren 44 Baugenehmigungen in Diep-holz für ZF gegeben habe, die Firma habe sich prächtig entwickelt. Das sei auch ein Verdienst von Dr. Jürgen Ulderup. „Das Diepholzer Werk ist ein Juwel“, sagte Püschel.

Eine besondere Herzensangelegenheit war das Grußwort von Johannes Tabor, dem langjährigen Diepholzer Werkleiter. Er konnte wegen seiner schweren Krankheit nicht dabei sein. In einem Brief, den Remme verlas, machte Tabor deutlich, dass er stolz auf die Entwicklung des Diepholzer Werkes sei. „Wir haben uns durch Qualität und offenen Umgang einen guten Namen bei den Kunden erarbeitet“, so Tabor. „Ich bin dankbar für 20 Jahre ZF in Diepholz.“

Das Werk für Fahrwerkkomponenten produziert täglich rund 40000 Querlenker. Diese sind Teil der Radaufhängung und ein sicherheitsrelevantes Bauteil des Fahrwerks. Die Anforderungen an die Querlenker werden immer höher, so dass die Produkte immer größer und stabiler werden, um den extremen Belastungen standhalten zu können. Zurzeit arbeiten rund 430 Mitarbeiter im Werk für Fahrwerkkomponenten in Diepholz.

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