Thema beschäftigt Stadtrat

CDU und FDP fordern „nachhaltigen Umgang mit dem Wolf“

Diepholz - Das Thema Wolf beschäftigt nun auch den Rat der Stadt Diepholz. CDU- und FDP-Fraktion haben gemeinsam den Entwurf einer Resolution eingebracht, die in der öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 8. März, ab 18 Uhr im Rathaus verabschiedet werden soll. Adressat der Resolution ist die niedersächsische Landesregierung.

„Der nachhaltige Umgang mit dem Wolf“ ist die Überschrift. Im Entwurf der Resolution heißt es: „Der Rat der Stadt Diepholz ist der Auffassung, dass sich die Landesregierung für ein ganzheitliches und vernünftiges Konzept im Umgang mit dem Wolf einzusetzen hat. Das Nebeneinander von Mensch und Wolf führt seit Monaten durch das vermehrte Übergreifen der Wölfe auf Weidetiere zu großen Problemen in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft. 

Mit den zunehmenden Übergriffen, auch auf ausgewachsene Rinder, ist eine neue Bedrohungsschwelle erreicht. Um den betroffenen Weidetierhaltern zu helfen und die Akzeptanz für den Wolf hier im ländlichen Raum zu fördern, muss mit Problemwölfen, das heißt verhaltensaufälligen Tieren, konsequent umgegangen werden.

Wolfssichere kilometerlange Einzäunungen halten wir für illusorisch und führen daneben zu einer Verschandelung unserer Landschaft. Die Erfahrungen in der Praxis haben gezeigt, dass selbst Zaunhöhen von zwei Metern keine Sicherheit bewirkt haben. Darüber hinaus werden hohe Zäune einen Sperrriegel für viele andere Wildtiere bilden und die Artenvielfalt dadurch bedroht.

Unverhältnismäßige Bürokratie

Ein weiterer Aspekt ist die unverhältnismäßige Bürokratie. Die Weidetierhalter beklagen das Verfahren bei der Beantragung von Herdenschutzförderung oder bei den Entschädigungszahlungen.

Wir befürchten, dass über kurz oder lang viele Tierhalter unter diesen Voraussetzungen ihre Tätigkeit aufgeben werden“, so der Resolutionsentwurf.

Der Rat der Stadt Diepholz soll die Landesregierung nach dem Willen von CDU- und FDP-Fraktion zu folgenden Maßnahmen auffordern:

„Wölfe, die sich verstärkt Siedlungen nähern oder durch Nutztierrisse auffallen, aus dem Rudelverband zu entnehmen, aus jedem identifizierten Rudel mindestens ein Elterntier zu besendern, die Beweislastumkehr bei Nutztierrissen umzusetzen und Zahlungen für Prävention und Entschädigungen unbürokratisch vorzunehmen, die genetischen Untersuchungen auf zusätzliche Institute auszuweiten (...). Es kann nicht sein, dass monatelang auf Analysen gewartet werden muss“, heißt es im Resolutionsentwurf.

ej

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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