Geänderte Planung für Marktansiedlung

Famila in Diepholz: Verkaufsfläche verkleinert

Stellten im Rathaus die geänderten Pläne für einen Famila-Markt in Diepholz vor (von links): Verwaltungs-Fachdienstleiterin Stefanie Becker, Dr. Susanne Will (Firma Bartels-Langness) und Bürgermeister Florian Marré. - Foto: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Wenn ein neuer Famila-Markt in Diepholz gebaut wird, soll dieser statt 3. 700 Quadratmeter – wie ursprünglich geplant – nur 3.220 Quadratmeter groß werden. In dem Zusammenhang wird der Anteil der Nicht-Lebensmittel („Non-Food“) im Angebot auf zehn Prozent reduziert.

„Das bringt die Diepholzer Innenstadt nicht in Bedrängnis“, sagte Dr. Susanne Will, Prokuristin der Bartels-Langness-Handelsgesellschaft (Kiel), die 87 Famila-Märkte im Nordosten Deutschlands betreibt, am Freitag im Diepholzer Rathaus. Dort stellte sie in einem Pressegespräch gemeinsam mit dem Diepholzer Bürgermeister Florian Marré und der Bau-Fachdienstleiterin der Stadtverwaltung, Stefanie Becker, die veränderten Planungen vor.

Die ersten Pläne zur Ansiedlung eines Famila-Marktes im Osten von Diepholz am Groweg hatte das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz überraschend im März 2017 gestoppt. Begründung: Der Markt verstoße gegen das Landesraumordnungsprogramm.

Nach Gesprächen mit dem Ministerium hat die Firma Bartels-Langness ihre Pläne für einen Famila-Markt in Diepholz überarbeitet. Darin ist nun nicht nur die Verkaufsfläche verkleinert. Auch der in den ersten Plänen noch vorgesehene mögliche zweite Fachmarkt ist gestrichen. Zukünftig soll die Fläche zwischen Groweg und Strothe nur für den Famila-Markt und mehr als 220 teils überdachte Parkplätze genutzt werden.

„Gesicht“ ist nun dem Bahnhof zugewandt

Zudem ist das Gebäude im Plan gedreht worden: Das „Gesicht“ ist nun dem Bahnhof zugewandt. Die Zufahrt zum Parkplatz ist gegenüber dem Bahnhofstunnel. Durch die Verkleinerung des Famila-Marktes und den Wegfall des möglichen Fachmarktes ist der geplante Grünanteil in dem Gebiet erhöht.

Im Detail wird das alles in einem Bebauungsplan festgelegt. Die Verwaltung, die der Famila-Ansiedlung positiv gegenübersteht, schlägt den Politikern im Rat vor, einen „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ dafür aufzustellen. Würde dieser beschlossen, könnte sich nur Famila dort ansiedeln. Für andere Investoren wäre der Bebauungsplan dann nicht gültig.

Der Flächennutzungsplan für den Bereich Groweg ist bereits rechtskräftig geändert; Einzelhandel ist demnach dort zulässig.

Nach dem Stopp des ersten Bebauungsplanverfahrens durch das Ministerium hat die Firma Bartels-Langness nach ihrem erneuten Antrag einen Rechtsanspruch darauf, dass der Rat der Stadt Diepholz das Vorhaben berät. Ob er den Bebauungsplan beschließt, ist aber noch offen.

Die erste Beratung über die Famila-Neuansiedlung in der geänderten Form ist am Mittwoch, 15. August, im städtischen Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr im Rathaus. Die umfangreiche Sitzungsunterlage kann bereits im Internet von jedermann eingesehen werden (www.stadt-diepholz.de, Politik, Bürgerinfoportal).

Sollte sich die Mehrheit der Politiker im Ausschuss für die Ansiedlung entscheiden und der übergeordnete Verwaltungsausschuss der Stadt dem am 27. August zustimmen, würden die Planungen danach zunächst dem Ministerium vorgelegt. Hat dieses keine Bedenken, würde das Planverfahren weiter laufen. Im Idealfall könnte dann im zweiten Quartal 2019 mit dem Bau begonnen werden, so Florian Marré. Die Bauzeit für einen solchen Markt beträgt laut Dr. Susanne Will neun Monate.

Viele Diskussionen unter Politikern und Bürgern

Die ersten Famila-Ansiedlungspläne hatten unter Diepholzer Politikern und Bürgern für viele Diskussionen gesorgt. Die Stadtverwaltung empfiehlt den Politikern, dem geänderten Vorhaben zuzustimmen. Bürgermeister Florian Marré beschrieb die Ausgangslage so: „Zwischen 2008 und 2017 ist die Diepholzer Einwohnerzahl um 5,5 Prozent gestiegen (auf etwa 17 000, die Redaktion). Allein in den letzten drei Jahren sind 300 neue Wohneinheiten im Stadtgebiet entstanden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist von 5 925 Personen im Jahr 2009 auf 7 283 Personen im Jahr 2016 gestiegen.“ Das ist eine Steigerung von 1 358 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern – beziehungsweise 22,9 Prozent – in Diepholz in acht Jahren. Marré: „Ein wachsende Stadt hat wachsende Bedarfe.“ Diepholz werde nach Osten wachsen, da die Potenziale westlich des Bahnhofs sehr beschränkt sind.

Laut Dr. Susanne Will ist die Summe, die das Unternehmen Bartels-Langness als Investition in den Diepholzer Famila-Markt vorsieht, inzwischen von acht auf zehn Millionen Euro erhöht worden. Grund sind die allgemein gestiegenen Baukosten. Der Investor trägt auch die Planungskosten.

Auch Gebäude-Pläne wurden am Freitag vorgestellt. Demnach bekommt der Eingangsbereich des rot verklinkerten Marktes eine Front aus viel Glas mit Aluminium-Rahmen. Der Famila-Markt werde 60 Vollzeit-Arbeitsplätze schaffen – in der Praxis dann mit Teilzeit-Anteilen Arbeitsplätze für etwa 80 Menschen. „Alle sozialversicherungspflichtig“, betonte Dr. Suanne Will.

Nach ihren Worten kommt in Diepholz nach wie vor ein anderer Standort für einen Famila-Markt als der am Groweg nicht in Frage.

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