Beamte warnen vor Betrügern

Falscher Polizist in Diepholz geschnappt

Diepholz - Eine Spezialeinheit der Polizei hat am Mittwoch einen Mann in Diepholz festgenommen, der sich als Polizist ausgegeben hatte, um eine 91-Jährige um ihr Geld zu bringen. Der 19-jährige Betrüger soll den Ermittlungen der Polizei Osnabrück zufolge einer Bande angehören, die sich folgender Masche bedient: Meist ältere Menschen werden von einem Mann angerufen, der behauptet, Polizist zu sein.

Im Display ist sogar oft die 01110 zu sehen. Der angebliche Beamte erzählt, im Stadtteil oder Wohngebiet sei eine Einbrecherbande festgenommen worden, einige Täter aber noch flüchtig. Dann fragt er nach Bargeld, Goldbarren und Kontoständen vor dem Hintergrund, das Geld müsse „in Sicherheit gebracht werden“. Der Angerufene könnte die Polizei bei der Festnahme unterstützen.

„In dem Glauben überweisen immer noch viele Menschen hohe Geldbeträge ins Ausland beziehungsweise deponieren es an einer vereinbarten Stelle oder lassen es von einem falschen Polizisten abholen“, schreibt die Polizeidirektion Osnabrück, die mit der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück und der Staatsanwaltschaft auch im Falle des Verdächtigen in Diepholz ermittelte.

Viele solcher Fälle in ganz Deutschland 

Dabei wurde die 91-jährige Osnabrückerin über mehrere Tage von unbekannten Männern angerufen und zur Übergabe des Geldes durch einen Taxifahrer überredet. Einen Tag vorher hob die Seniorin 35 000 Euro von der Bank ab. Der Kontakt zu den Tätern riss am nächsten Morgen nicht mehr ab. Sie meldeten sich immer wieder telefonisch bei der Frau. Schließlich forderten sie diese auf, dem Taxifahrer das Geld in einer Reisetasche zu geben, zu dem dann die Täter weiterhin Kontakt hielten. Der anfangs abgesprochene Übergabeort wurde kurzfristig nochmals geändert, und schließlich fuhr der Taxifahrer zu einem Treffpunkt in Diepholz. Erst eineinhalb Stunden später erschien ein Mann und forderte die Herausgabe des Geldes. Statt die Tasche zu bekommen, klickten die Handschellen.

In den vergangenen Wochen hätten die Ermittler viele solcher Fälle in ganz Deutschland erlebt, und mahnen: „Die Polizei ruft nie mit der 110 an. Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis. Die Polizei wird niemals um Geldbeträge bitten, dazu gehören auch Überweisungen. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen und rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus, denn das Weiterleiten wird von den Tätern oft imitiert.“ 

ps/juk

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