Fahrzeug für Sterbenskranke 

Hymer-Wohnmobil-Fans spenden für Wünschewagen

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Bei der Spendenübergabe für den Wünschewagen in Hannover: Erika Meyer (Mitorganisatorin des Hymers-Treffens in Diepholz), Julia-Marie Meisenburg (Wünschewagen-Koordinatorin), Birgit Wellmann (Organisatorin Hymer-Treffen) und Freddy Evers, Vorsitzender des ASB-Kreisverbandes Diepholz.

Diepholz – Es war ein großes Treffen auf dem Marktplatz: 110 Fans historischer Wohnmobile der Marke Hymer kamen über Pfingsten nach Diepholz. Dieses Treffen, mit dem der Diepholzer Wohnmobilstellplatz für ein Wochenende quasi um ein Vielfaches erweitert wurde, hatte jetzt ein positives Nachspiel für den Arbeiter Samariter-Bund (ASB) beziehungsweise dessen Wünschewagen.

Organisiert hatten das Camper-Treffen Birgit und Ralf Wellmann. Sie baten bei der Zusammenkunft ihre mobilen Gäste um Spenden für den niedersächsischen Wünschewagen. 600 Euro sind so zusammengekommen. Das Geld überreichte Organisatorin Birgit Wellmann jetzt zusammen mit Freddy Evers, Vorsitzender des ASB-Kreisverbandes Diepholz, dem Wünschewagen-Team in Hannover.

Spende für Wünschewagen-Team in Hannover

Mit der finanziellen Hilfe der Camper kann das Wünschewagen-Team schon bald einen sterbenskranken Niedersachsen mit dem Spezialfahrzeug zu einem Ort fahren, zu der er beziehungsweise sie noch einmal möchte. Immerhin koste eine Wunschfahrt im Schnitt zwischen 500 und 700 Euro, so Projektsprecherin Julia-Marie Meisenburg laut einer Pressemitteilung des ASB.

Diepholzer ASB dankbar

Der Diepholzer ASB-Vorsitzende Freddy Evers: „Wir sind sehr dankbar, dass es die reisefreudigen Wohnmobilisten nach ihrem Treffen in Diepholz nicht nur in die Welt hinauszieht, sondern dass sie auch an unsere Fahrgäste denken, ihnen durch ihre Spende helfen, eine letzte Wunschfahrt an einen Sehnsuchtsort erleben zu können.“

Mehr als 111 Fahrten hat das niedersächsische Wünschewagen-Team bisher begleitet. Diese führten unter anderem an den Hamburger Hafen, nach Polen, in die Allianz-Arena in München, zu den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg und an den Timmendorfer Strand.

Wünschewagen erfüllt Herzenswünsche

Jüngster Fahrgast war die vierjährige Josie aus Peine, die noch einmal auf der Besucherplattform des Flughafens Hannover spielen wollte. Mit 99-Jahren war eine Dame aus Hannover die bisher älteste Reisende. Ihr Herzenswunsch war es, das Geburtshaus in Marburg ein letztes Mal zu besuchen. Für Fahrgäste und eine vertraute Begleitperson ist die Reise kostenlos. Das Projekt finanziert sich über Spenden und ASB-Mitgliedsbeiträge. Und durch das Engagement freiwilliger „Wunscherfüller“ – qualifizierte medizinische Fachkräfte, die die Fahrten begleiten.

Liebhaber von Hymer-Wohnmobilen helfen

„Wir sind eine Gruppe von Wohnmobil-Liebhabern, die über die sozialen Netzwerke zusammengefunden haben, sich einmal im Jahr treffen“, erzählt Birgit Wellmann. Neben dem Austausch über die historischen Schätzchen – keines der Fahrzeugaufbauten ist jünger als Baujahr 1987 – und dem gemeinsamen Genießen der Campingatmosphäre, stehe für die Wohnmobilisten auch der gute Zweck im Mittelpunkt, so Wellmann.

Den Wünschewagen als Empfänger für Spenden habe sie selbst ausgesucht, so die 50-Jährige: „Ich finde dieses Projekt einfach wunderschön und sehr unterstützenswert.“

ASB Wünschewagen

Menschen in ihrer letzten Lebensphase Glück und Freude schenken – das ist die Mission der ASB-Wünschewagen. Seit 2014 erfüllt das ehrenamtlich getragene und aus Spenden finanzierte Projekt schwerstkranken Menschen einen besonderen Herzenswunsch und fährt sie gemeinsam mit ihren Familien und Freunden noch einmal an ihren Lieblingsort. 1 500 Wünsche haben die rund 1 300 freiwilligen Wunscherfüller bundesweit bereits wahr werden lassen. Wunschanfragen und Hilfsangebote nimmt das niedersächsische Wünschewagen-Team unter Telefon 0511/ 3585436 entgegen. Nähere Informationen: www.asb-niedersachsen.org/der-wuenschewagen

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