Fachausschuss stimmt zu / „Vorhaben sinnvoll für Renaturierung“

Firmen wollen länger und tiefer abtorfen

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Noch bis zum Jahr 2025 wird im Aschener Moor Torf abgebaut. Archivfoto: Reckmann

Diepholz - Der Torfabbau ist ein sensibles Thema. Als es jetzt im städtischen Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt zwei Tagesordnungspunkte „Torfabbau im Aschener und Heeder Moor“ gab, da waren die Zuhörerreihen doch deutlich stärker besetzt als gewöhnlich. Viele Bürger waren offenbar eben wegen dieses Themas gekommen.

Das Torfwerk gr. Holthaus & Fortmann und das Torfwerk Bokern & Rießelmann, zwei Firmen, die im Aschener und Heeder Moor Torf abbauen, haben Anträge gestellt, zu denen die Stadt Diepholz nun ihr sogenanntes „gemeindliches Einvernehmen“ geben sollte.

Das Torfwerk gr. Holthaus & Fortmann beantragt für bestimmte Flächen, etwa 52 Hektar, die genehmigte Abbauzeit von 2015 auf 2020 zu verlängern. Begründet wird dies unter anderem damit, dass der Abbauantrag vom Juni 2011 erst im März 2014 vom Landkreis Diep-holz genehmigt worden sei. Damit habe für den Torfabbau nur der Zeitraum von März 2014 bis Dezember 2015 zur Verfügung gestanden.

Zum anderen sei es im letzten Sommer aufgrund der kontinuierlich gefallen Niederschläge zu Verzögerungen beim Torfabbau gekommen und die genehmigten Abbauhöhen konnten daher nicht erreicht werden.

Eckhart Mumm vom Planungsbüro Mumm nannte aber noch ein weiteres Argument: Nur durch eine möglichst vollständige Abtorfung der Fläche sei das Renaturierungsziel zu erreichen. „Geordneter Abbau ist die Grundlage für gelingende Renaturierung“, sagte Mumm.

Zu entscheiden hat letztlich der Landkreis. Fachdienstleiter Kreisentwicklung Detlev Tänzer, der zu der Sitzung eingeladen war, sagte, dass der Vorschlag mit Blick auf die Renaturierung in der Tat sinnvoll sei. „Wir können nur unterstützen, das so umzusetzen.“

Das Torfwerk Bokern & Rießelmann hatte für eine Teilfläche von etwa zwölf Hektar eine Vertiefung der genehmigten Abbautiefen beantragt.

Durch ein flächendeckendes Höhennivellement seien neue Erkenntnisse über den Abbaustand gewonnen wurden, heißt es in der Begründung. Zudem habe man festgestellt, dass auf der beantragten Fläche eine Torfauflage zwischen einem Meter und drei Metern vorhanden ist. Der tiefere Abbau soll erfolgen, da große Torfauflagen eine Wiedervernässung verhindern.

„Es spricht nichts dagegen“, sagte Tänzer auch hier. „Es wird von uns eng betreut.“

Bei einer Enthaltung des Grünen-Vertreters stimmte der Ausschuss geschlossen dafür, das gemeindliche Einvernehmen für die beiden Anträge zu erteilen.

Der Endpunkt des Torfabbaus im Aschener und Heeder Moor bleibt von den Anträgen unberührt. 2025 ist Schluss.

sr

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