Fachausschuss steht einmütig hinter Konzept

25 000 Euro für Empfängnisverhütung

Diepholz - Vertreter aller sieben Kreistagsfraktionen haben im Fachausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales beschlossen, weiterhin Geld für die Empfängnisverhütung bereitzustellen – auch wenn die Kosten steigen: Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind und diese Mittel weder von den Krankenkassen noch von einem anderen Träger erhalten, können sich die Präparate vom Landkreis bezahlen lassen – sofern sie ärztlich verordnet sind. Leistungsberechtigt sind Sozialhilfeempfänger oder Asylbewerber, wenn sie das 20. Lebensjahr vollendet haben.

Diese Regelung gilt seit drei Jahren im Landkreis Diepholz – mit einem bescheidenden Anfang. Denn im ersten Jahr hatten die Leistungsberechtigten lediglich 4 777 Euro abgefordert. Die Summe stieg in den folgenden Jahren auf 17 540 Euro, dann auf 20 938 Euro auf nunmehr 24 489 Euro.

Die Begründung dieser Kostenübernahme hinterfragte Gerd Breternitz (AfD). „Damit es nicht zu ungewollten Schwangerschaften kommt“, erklärte Michael Albers (SPD) – und bewertete die Investition als „sehr, sehr sinnvoll“. Auch der Schutz vor ansteckenden Krankheiten sei ein Aspekt, fügte Lothar Plumhof (CDU) hinzu – was wiederum Torsten Eggelmann (Grüne) sichtlich irritierte: „Es geht um Empfängnisverhütung. Sie schützt vor keiner Krankheit.“

Alle Politiker waren sich einig, die Kosten weiterhin tragen zu wollen – und nicht zu deckeln. Sie stellten sich damit hinter die Argumentation der Kreisverwaltung, die Kreisrat Markus Pragal so formuliert hatte: „Im Hinblick darauf, dass die Einnahme oder Anwendung von Verhütungsmitteln Kontinuität voraussetzt und im Falle der temporären Ablehnung der Kostenübernahme der Verhütungsmittel deren ständige Einnahme und damit die Grundvoraussetzung der Maßnahme gefährdet wäre, wird deshalb vorgeschlagen, die Kosten ohne Höchstbetrag zu übernehmen.“

Von Anke Seidel

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