„Erwartungen“ formuliert

Bürgermeister-Kandidaten stellen sich Jungwähler-Fragen an der GFS

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Viele junge Wähler fühlten gestern den Bürgermeisterkandidaten bei einer Podiumsdiskussion für Schüler an der GFS auf den Zahn. 

Diepholz - Von Sven Reckmann. Für die jungen Männer und Frauen im Publikum ist es die erste Bürgermeisterwahl; vielfach sogar die erste öffentliche politische Wahl in ihrem Leben.

Die Graf-Friedrich-Schule (GFS) hatte die Kandidaten für die Diepholzer Bürgermeisterwahl daher zu einer Podiumsdiskussion mit den Schülern eingeladen. Unter der Überschrift „junge Wähler stellen Fragen“ standen die Kandidaten Ruken Aytas (SPD), Florian Marré (Einzelbewerber, unterstützt von CDU und FDP) und Detlef Tänzer (Einzelbewerber) Rede und Antwort. Der vierte Kandidat, Einzelbewerber Dietmar Edel aus Ridderade, konnte aus beruflichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

Im Publikum saßen die Jahrgänge 10 (diejenigen, die bereits wahlberechtigt sind) und 11. Der Jahrgang 12 konnte wegen der Abiturprüfungen nicht daran teilnehmen. Auch aus der Realschule waren einige der Zehntklässler dabei, die am 27. Mai bereits aufgerufen sind, einen neuen Diepholzer Bürgermeister zu wählen.

Wie bereits bei der Podiumsdiskussion der VHS am Montagabend im Theater mit den Bürgermeister-Kandidaten war auch gestern das Interesse groß.

Viele der Fragen waren im Vorfeld formuliert worden, die Schüler waren befragt worden, welche Themen sie interessieren. Aber auch spontane Fragen waren möglich und erwünscht.

Nach der kurzen Vorstellung der Kandidaten galt der erste Gesprächsteil den „Erwartungshaltungen“, die Schüler formuliert hatten, so zum Beispiel: „Ich erwarte, dass sich der Bürgermeister (oder die Bürgermeisterin) für Umweltschutz einsetzt“, „dass er dafür sorgt, dass Diepholz ein attraktiver Standort wird“, „dass er keine leeren Versprechungen macht“, „dass er sich für Integration einsetzt“ oder „dass er sich für Events für Jugendliche einsetzt“.

Zu jeder dieser Erwartungen nahm jeweils einer der drei Kandidaten Stellung mit dem Resultat, dass auch sie sich, erwartungsgemäß mit dieser Erwartungshaltung identifizieren.

Anschließend ging es in einer offenen Diskussion thematisch in einem Streifzug durch die Stadt. Innenstadtentwicklung und demografischer Wandel wurden ebenso angeschnitten wie Internet und Computer.

Von Schülern aus dem Publikum angesprochen wurde die dünne Busverbindung nach Vechta (den ÖPNV wollen alle Kandidaten verbessern), die Baumfällaktionen im Müntepark und die ökologische Situation an der Lohne.

Ruken Aytas, Florian Marré und Detlef Tänzer (v.l.) standen Rede und Antwort; der vierte Kandidat, Dietmar Edel, musste aus beruflichen Gründen absagen. - Foto: Reckmann

Mit Blick auf die Leerstände in der Innenstadt erklärte Ruken Aytas, es werde wohl nicht gelingen, hier eine neue Einkaufsmeile zu etablieren, aber es sollten Möglichkeiten gesucht werden, sie attraktiver zu machen, zum Beispiel mit Cafés.

Beim Thema Müll/Sauberkeit in der Stadt kritisierte Aytas, dass es zu wenige Mülleimer in der Stadt gebe. Gegen Bewuchs müsse man mehr Personal im Bauhof einsetzen, anstatt auf Pestizide zu setzen.

Verwaltungsmann Marré korrigierte, dass der Bauhof gar keine Pestizide einsetze. Darüber hinaus sah er beim Thema Müll Aufklärung als notwendig an. So habe man bei der jüngsten Aufräumaktion Hundekot gefunden, der zwar in die vorgesehenen Kunststoffbeutel gefüllt war, dann aber in der Landschaft entsorgt. „Da fragt man sich, was das soll.“

Detlef Tänzer sieht unter anderem im Bereich der städtischen Flächen Potenzial an den Wegeseitenräumen, der Natur mehr Raum zu geben.

„Wie kann man Diepholz für Jugendliche interessanter machen?“ Dazu stellte Florian Marré fest, dass im neuen Jugendtreff in der Münte selbst an schlechten Tagen deutlich mehr Gäste seien als zuletzt im alten Jugendfreizeitzentrum. „.Ich kann nur jedem empfehlen, sich das mal anzugucken.“ Auf die Frage, von Ruken Aytas, wer denn aus der Runde bereits dort gewesen sei, hoben sich allerdings nur wenige Finger. „Die Münte ist ein Start“, sagte Tänzer dazu und rief den Schülern zu: „Wir müssen wissen, was Sie wollen, daher ist es wichtig, dass Sie sich beteiligen.“

Freundlichen Applaus gab es für alle drei Kandidaten. Souverän moderiert wurde die etwa anderthalbstündige Veranstaltung von Ann-Kristin Lasai und Tarek Schafmeyer und Tadeus Sodogé.

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