Cloppenburger dankt Einrichtung in Diepholz

Als Erwachsener wieder in der Jugendwohngruppe

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Foto-Erinnerungen an das Jahr 2003, als Sascha Heckmann in der Evangelischen Jugendwohngruppe in Diepholz lebte – hier mit der neuen Leiterin der Einrichtung, Mareike Kropat.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Sascha Heckmann war elf Jahre alt, als er nicht mehr zu Hause bleiben wollte. Der neue Lebensgefährte seiner geschiedenen Mutter und er – das ging nicht.

Der Junge kam zunächst ins Kinderheim Lemförde, später in die Evangelische Jugendwohngruppe nach Diepholz. Dort war er jetzt – nach 14 Jahren – wieder zu Gast und dankte der Einrichtung mit einer großzügigen Spende.

Die in der Jugendwohngruppe an der Jahnstraße in Diepholz tätigen Sozialpädagogen und anderen engagierten Mitarbeiter unterstützten damals Sascha Heckmann sehr, der schon als Jugendlicher – trotz oder gerade wegen seines schwierigen familiären Umfeldes – klare Berufsziele hatte. Mit 17 begann er eine Zimmerer-Lehre in Sulingen.

Die Wohnung dort war ihm von der Jugendwohngruppe vermittelt worden. Der heute 29-jährige Cloppenburger nutzte weiter seine Chancen. Er arbeitete zunächst als Geselle, machte dann seine Meisterprüfung, leitete einen Betrieb – und ist heute selbstständig. Bei seiner Firma „Holzsystembau Heckmann“ in Strücklingen beschäftigt er vier Mitarbeiter und hat nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 1,3 Millionen Euro.

Tradition in der evangelischen Jugendwohngruppe in Diepholz: Vor Weihnachten werden Nachbarn und Spender zum gemeinsamen Kaffeetrinken eingeladen.

Der Jugendwohngruppe ist Sascha Heckmann immer noch dankbar – und wählte sie als Empfänger für seine Spende zu Weihnachten: Jeder der neun Jugendlichen bekommt ein Geschenk im Wert von 50 Euro, zudem spendete Heckmann noch 600 Euro für den Ausflug der Gruppe im Sommer.

Mareike Kropat dankte Heckmann herzlich. Die 36-jährige Sozialpädagogin ist seit 1. Dezember kommissarische Leiterin der Jugendwohngruppe.

Ralf Vullriede, der die Einrichtung seit 1987 leitete, ist auf eigenen Wunsch freigestellt, um sich auf seine Aufgaben als Mitarbeitervertreter in der Kirche konzentrieren zu können.

Kropats Dank galt auch den Spendern Kaufhaus Ceka und McDonalds Diepholz, die jedes Jahr zu Weihnachten Geld für Geschenke bringen – und im Gegenzug genau wie die Nachbarn zum Kaffeetrinken in die Jugendwohngruppe eingeladen werden.

Die Jugendwohngruppe ist eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung für Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Ihr Hintergrund sind in der Regel familiäre Probleme. Die meisten können aber über Weihnachten nach Hause.

Träger der Wohngruppe ist die St.-Nicolai-Kirchengemeinde Diepholz.

1947 wurde die Einrichtung als Waisenhaus mit 15 Plätzen eröffnet. 1952 zog sie ins Haus Jahnstraße 8, das der Kirchengemeinde vermacht worden war, um dort Kinder und Jugendliche unterzubringen.

1989 wurde der Name in Evangelische Jugendwohngruppe Diepholz geändert.

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