Erste Norddeutsche Bügelgeräte-Sammlerbörse im Technikmuseum in Heede

Bügeleisenofen aus Schottland für 1000 Euro

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Zum ersten Mal machte Jürgen Reinsch beim Trödelmarkt mit. Der Diepholzer bot betagtere Kameras an.

Heede - Da war Dieter Möller „wie geplättet.“ Der Initiator und Direktor des Technikmuseums in Heede betrat mit der ersten norddeutschen Bügelgeräte-Sammlerbörse Neuland – und landete, wie schon mit seiner Bügel-Stadtmeisterschaft, erneut einen Volltreffer.

Etwa 40 Sammler aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden kamen schon am Sonnabend zusammen, um sich auf dem Trödelmarkt auf dem Gelände der Ortsfeuerwehr Sankt Hülfe umzuschauen und sich später in geselliger Runde zum Klönen bei Gegrilltem im und am Museumscafé zu treffen. Hier wurde viel gefachsimpelt. Klar, dass bei den Gesprächen das Bügeleisen im Mittelpunkt stand.

Die eigentliche Sammlerbörse mit Tausch und Verkauf war dann am Sonntag. Hier hielten sich Handel und Wandel allerdings in Grenzen. Eine Steigerung ist noch möglich.

Auf zehn Tischen hatten die Sammler ihre Schätze ausgebreitet. Brennscheren waren schon für einige Euros zu haben. Hans-Jürgen Bergrath aus dem emsländischen Lingen hatte auch einen historischen Bügeleisenofen aus Schottland mitgebracht. Solche Geräte standen früher in jeder Schneiderwerkstatt. Das beste Stück, noch bemerkenswert gut erhalten, war nicht unter 1000 Euro zu haben.

Auch Dieter Möller, selbst leidenschaftlicher Bügeleisen-Sammler, nahm an der Börse teil und präsentierte neben etlichen Exponaten, die er doppelt oder dreifach hatte, auch selbst verfasste Schriften wie „Endlich elektrisch bügeln“ an. An seinem Stand war auch die von Elisabeth Pohlmann entworfene Diepholzer Bügelgans zu haben, versehen mit dem Schriftzug „Erste norddeutsche Sammlerbörse“.

Aus Elsdorf bei Köln war der 73-jährige Dr. Rolf Kuchelka nach Heede gekommen. Er ist Bergingenieur im Ruhestand, der in Clausthal-Zellerfeld studiert und in Lastrup ein Praktikum absolviert hat. Seit über 20 Jahren sammelt er alles, was mit Bügeln zu tun hat. Diesen Virus hat er sich in Brasilien eingefangen, der Heimat seiner Frau. Sein Schwiegervater musste damals im „Dritten Reich“ wegen seiner jüdischen Abstammung Göttingen verlassen und emigrierte nach Brasilien. Dort tauchte vor Jahren, sorgfältig in einen Damenstrumpf eingewickelt, ein Spiritus-Reisebügeleisen, wohl aus den 20er Jahren auf, das dem Emigranten von seiner Mutter auf die lange Reise mitgegeben worden war. Das war der Anfang einer jahrelangen Sammelleidenschaft.

Von dem in Heede gebotenen Programm und dem Angebot an Sammelobjekten war er angenehm überrascht.

Auf vielfachen Wunsch von Sammlern und Besuchern soll diese Norddeutsche Sammlerbörse nun alljährlich im Technikmuseum in Heede veranstaltet werden – und zwar nach Möglichkeit stets in Verbindung mit dem Trödelmarkt. „Diese Kombination hat sich bewährt“, so Dieter Möller.

Die traditionelle bundesweite Bügelgeräte-Sammlerbörse fand bisher in Speyer statt. In diesem Jahr musste sie ausfallen. „Das ist schade“, befand Dieter Möller und organisierte seinerseits solch eine Veranstaltung. Hierfür stellte er im Museum einen 80 Quadratmeter großen Raum mit genügend Tischen, einen Raum für lockere Diskussionen und das Museumscafé zur Verfügung. „Wir wissen sehr wohl, dass wir die von Walter Langknecht in Speyer ausgerichtete Börse nicht ersetzen können, glauben aber, wenigsten den norddeutschen Sammlern etwas zu bieten“, so Dieter Möller.

Schon am Tag vor der Bügelgeräte-Sammlerbörse lockte der Trödelmarkt in Heede zwischen Feuerwehrgerätehaus und Technikmuseum Besucher an. Am Sonnabend waren 22 Anbieter vertreten. Der nächste Trödelmarkt findet am 26. September statt.

Am 18. und 19 Juli werden Oldtimer-Zweiräder (Fahrräder und Motorräder) von Zweirad Schottler, Horst Johanning und Horst Tasche am Technikmuseum ausgestellt.

Am 30. August findet ein historischer Waschtag statt, an dem Kinder wie zu Großmutters Zeiten Wäsche waschen können.

rdu

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