Fachkräfteinitiative Niedersachsen sucht Zukunftsdialog

Erste Lernpartnerschaft im Landkreis Diepholz

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Feierliche Unterzeichnung der ersten Lernpartnerschaft im Landkreis Diepholz (v.l.): Landrat Cord Bockhop, Mazen Hamade (Christian-Hülsmeyer-Schule), Fredo Harms (Barku Kunststofftechnik) und Doris Schröder (Nieke).

Diepholz - Die Kick-Off-Veranstaltung des Landkreises Diepholz zum Projekt „Kurs Zukunft“ des Niedersächsischen Kompetenzzentrums Ernährungswirtschaft (Nieke) der Universität Vechta schloss am Dienstagnachmittag mit einer Unterschrift zur ersten Lernpartnerschaft zwischen Schule und einem Unternehmen aus der Ernährungswirtschaft.

Als Pilot-Partnerschaft präsentierten sich die Barnstorfer Firma Barku Kunststofftechnik und die Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf. Außerdem ist die Realschule Diepholz in den Prozess mit der Firma Lebensbaum eingestiegen. „Der Vertrag wird noch dieses Jahr unterzeichnet“, erklärte Rektor Matthias Bahr.

„Kurs Zukunft“ ist die Teilinitiative des Fachkräftebündnisses Nordwest zur Förderung der Nachwuchssicherung in den Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die Projektkoordination liegt bei der Universität Vechta im Nieke. Für den Projektzeitraum 2017/2018 ist der Aufbau von 18 „Kurs Zukunft“-Lernpartnerschaften geplant. Zielgruppe sind Schüler der Jahrgangsstufen neun und zehn aller allgemeinbildenden Schulen, Anknüpfungspunkte bieten die Profilfächer an Real- und Oberschulen sowie an Gymnasien die gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächer.

Beim Startschuss in der Diepholzer Mediothek waren Vertreter unterschiedlicher Schulen und Schulformen sowie die Vertreterin der Landesschulbehörde aus dem Landkreis dabei. Landrat Cord Bockhop verglich die Informationsveranstaltung mit einem Appetizer. „Der Hauptgang kann von Ihnen gewählt werden.“ Was er mit Hauptgang meinte, ist die Implementierung einer modernen Berufswahlorientierung in praxis- und projektorientiertem Unterricht. „Schulen und Unternehmen profitieren“, erläuterte Christoph Merschhemke, Leiter des Instituts Unternehmen und Schule (Bonn). Ansprechpartner in Vechta für Schulen und Unternehmen, die über eine Lernpartnerschaft nachdenken, sind Doris Schröder (Geschäftsführerin Nieke) und Anne-Lene Mahr (wissenschaftliche Mitarbeiterin Nieke).

Mitarbeiter des Nieke kommt in die Schulen

Hintergrund der Kooperation von Schulen und Unternehmen ist die Landesinitiative Ernährungswirtschaft 2.0. Die basiert auf der Frage: „Was können wir zur zukünftigen Gestaltung der niedersächsischen Ernährungswirtschaft beitragen?“ Die Netzwerkpartner sehen ihren Beitrag im Wissens- und Technologietransfer zwischen Schule, Unternehmen und Forschung.

Im Rahmen der Kooperation kommt ein Mitarbeiter des Nieke zu einem ersten Workshop in die Schulen. Themen sind Nachhaltigkeit im Allgemeinen und Informationen speziell darüber, was produziert wird und welche Zulieferprodukte verwendet werden. Dabei spiele das Dreigestirn Ökologie, Ökonomie und Soziales eine große Rolle, erklärt Merschhemke. „Es gibt so eine Vielzahl von Berufen, die im rasanten Wandel sind, die gilt es zu erklären, damit sich die Jugendlichen orientieren können.“

In der moderierten Runde vor der Unterzeichnung des ersten Vertrages standen Inge Wolking (Barku-Personalerin) und Fredro Harms (stellvertretender Geschäftsführer Barku) sowie Lehrerin Birgit Luersen und Schulleiter Mazen Hamade den Gästen für Fragen zur Verfügung. Für die Lehrer war der Einbau in den Schulalltag kein Problem, ganz im Gegenteil. „Wir sind auch ein extrem junges Lehrerteam“, argumentierte Hamade. Merschhemke kennt als ehemaliger Gymnasialleiter beide Seiten – Schule und Wirtschaft. Er ist überzeugt: Die Nähe wird für gegenseitiges Verständnis sorgen. Mit Nähe meinte er sowohl die geografische als auch die Willensnähe von Unternehmen und Schulen. Nach der Unterzeichnung nutzten die Teilnehmer die Chance, Kontakte zu potenziellen Lernpartnern zu knüpfen. J sbb

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