Kieler Unternehmen hat weiterhin Interesse

Erneut Pläne für Famila-Markt in Diepholz

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Die Bartels-Langness Handelsgesellschaft (Kiel), hat weiterhin Interesse daran, in Diepholz auf dem Gelände östlich der Bahnline zwischen Groweg und Strothe (im Bild unten) einen Famila-Markt zu bauen.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Planungen für einen großen Famila-Markt in Diepholz werden möglicherweise wieder aufgenommen. Das Land Niedersachsen hatte das Vorhaben, den Markt östlich der Bahnlinie zu bauen, im April 2017 gestoppt. Jetzt möchte der Investor einen neuen Versuch unternehmen.

Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte am Montag der Diepholzer Bürgermeister Florian Marré. Details zu der Neuplanung wollte er nicht nennen und verwies auf ein für Freitag anberaumtes Pressegespräch. Zuvor sollen die gewählten Ratsmitglieder entsprechende Unterlagen zur Information erhalten.

Am Freitag wollen Vertreter der Stadt Diepholz und der Firma Bartels-Langness Handelsgesellschaft, die mehr als 80 Famila-Märkte im Nordosten Deutschlands betreibt, die neuen Planungen erläutern.

Florian Marré ist wichtig, dass damit noch kein Neubeginn der Famila-Vorhaben verbunden ist: „Ob die Stadt die Voraussetzungen für den Bau des Marktes unter den neuen Aspekten schafft, muss der Rat entscheiden.“

Unternehmen will Infos am Freitag mitteilen

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte die Bartels-Langness Handelsgesellschaft (Kiel), dass sie immer noch Interesse an der Ansiedlung eines Famila-Marktes in Diepholz habe. Für die neue Planung wurden laut einer Firmensprecherin die Famila-Verkaufsfläche verkleinert und der Grünanteil auf dem Grundstück erhöht. Mehr wolle das Unternehmen am Freitag mitteilen.

Bereits im Jahr 2014 hatte Bartels-Langness geäußert, einen Famila-Markt in Diepholz für acht Millionen Euro bauen zu wollen. Der Markt sollte etwa 3 .500 Quadratmeter groß sein und damit die ungefähre Größe des Diepholzer E-Centers an der Thüringer Straße haben.

Bartels-Langness kündigte seinerzeit an, mit Famila in Diepholz etwa 60 neue Arbeitsplätze zu schaffen – davon, wie in allen Famila-Häusern, mindestens 80 Prozent sozialversicherungspflichtig. Das Unternehmen zahle nach Tarif, biete Urlaubs- und Weihnachtsgeld und habe überall Betriebsräte.

Es folgten lange Diskussionen unter Bürgern und Kommunalpolitikern. Schließlich stimmte die Ratsmehrheit dafür und änderte den Flächennutzungsplan so, dass auf der Fläche gegenüber der östlichen Ausfahrt des Bahnhofstunnels ein Sondergebiet „großflächiger Einzelhandel“ ausgewiesen ist.

Während der Flächennutzungsplan schon rechtskräftig war, untersagte das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Stadt Diepholz überraschend im April 2017 unbefristet alle weiteren Verfahrensschritte zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Groweg“. Dieser sollte bauliche Details regeln.

Ministerium hatte 2017 Verfahren gestoppt

Begründung: Der von der Stadt Diepholz angestrebte Bebauungsplan, der einen großen Supermarkt vorsieht, könnte nach Auffassung des Ministeriums gegen Ziele des Landesraumordnungs-Programms verstoßen.

Im Vorfeld waren Gutachter zu unterschiedlichen Bewertungen der Famila-Pläne gekommen. Im Diepholzer E-Center und im Combi-Markt waren 2 300 Unterschriften gegen die Ansiedlung des Famila-Marktes in Diepholz gesammelt worden. Andere Bürger befürworteten den neuen Markt – nicht nur zur Versorgung des neuen Baugebietes im Osten von Diepholz.

Im Vorfeld hatte Bartels-Langness damals auch das „Diepholz-Karree“ (zwischen Lappenberg und Lange Straße) und den Marktplatz als mögliche Famila-Standorte geprüft. Das „Diepholz-Karree“ sei zu klein und zu sehr verbaut – außerdem zu nah an den Märkten Combi und Aldi. Der Marktplatz ist politisch nicht für so ein Projekt gewollt. Deshalb schlug damals die Stadt das Gelände östlich der Bahn zwischen Groweg und Strothe vor.

Famila-Nordost der Kieler Bartels-Langness Handelsgesellschaft wird leicht verwechselt mit Famila-Nordwest, das zur Bünting-Gruppe im ostfriesischen Leer gehört und unter anderem die Märkte in Vechta und Damme betreibt.

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