Dr. Schlüter referiert über „Milcherzeuger im internationalen Wettbewerb“

Erfreuliche Marktsituation

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Die Einladenden und der Referent (von links): Friedrich Schilling (Rindviehspezialberatung URS), Theo Runge (Vorstandsvorsitzender Landvolk Grafschaft Diepholz), Milch-Experte Dr. Simon Schlüter, Wolfgang Johanning (erster Vorsitzender Landwirtschaftlicher Verein Diepholz) und Stefan Wöbse (Geschäftsführer Landwirtschaftlicher Verein Diepholz). ·

Wagenfeld - Zum Thema „Milcherzeuger im internationalen Wettbewerb – Wie nimmt die Politik Einfluss?“ referierte Dr. Simon Schlüter, Referatsleiter Milch des Deutschen Bauernverbandes, Dienstagabend im Clubraum der Kaiserhalle in Wagenfeld. Auf Einladung des Landwirtschaftlichen Vereins Diepholz, der die Vortragsveranstaltung mit dem Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz und der Rindviehspezialberatung URS ausrichtete, hatte der Experte aus Berlin den Weg nach Wagenfeld angetreten.

Wolfgang Johanning, erster Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Vereins Diep-holz, begrüßte die rund 45 Zuhörer und freute sich, einen „hochkarätigen Referenten“ für diesen Abend gewonnen zu haben. „Die Vortragsveranstaltungen des Landwirtschaftlichen Vereins haben schon eine lange Tradition“, sagte Johanning nicht ohne Stolz.

Der 33-jährige Dr. Schlüter stammt aus Kleve am Niederrhein und studierte Landwirtschaft in Bonn. Seit Sommer 2012 ist er für den Deutschen Bauernverband (DBV) tätig. Seine Aufgabe ist es, die Milchpolitk zu gestalten. „Es wird immer mehr Milch neben der EU in Drittländer wie Russland, China oder nach Südostasien exportiert“, sagte der Fachmann.

Der Milchkuhbestand in Deutschland wachse, Niedersachsen sei einer der Haupt-Profiteure davon. „Das ist sehr erfreulich. Wir haben einen dynamischen Markt, neue Ställe werden gebaut, es gibt technischen Fortschritt und für das Tierwohl wird etwas getan“, erklärte der Milch-Experte. Das seien sehr positive Entwicklungen.

Bei der Anzahl der Milcherzeuger sei 2013 die 80 000er-Marke in Deutschland nach unten gerissen worden. Die Milchkuhanzahl sei allerdings leicht gestiegen, was an einer hohen Herdengröße liege.

Erträgliche

Futtermittelpreise

Der Milcherzeugerpreis befinde sich auf einem hohen Niveau und werde sich in den nächsten Monaten vermutlich bei 41,3 Cent pro Kilogramm einpendeln. Schlüter erläuterte: „Die Futtermittelpreise sind ganz erträglich, die Milcherzeuger verdienen Geld.“ Im regionalen Vergleich der Preise befinde sich Niedersachsen auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts.

Zudem informierte der Berliner über eine internationale Initiative für eine Abschaffung der Fettkorrektur bei der Berechnung der nationalen Anlieferungsmenge. Dies entspreche einer Erhöhung der deutschen Milchquote von etwa 0,7 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2013 sei der Milchmarkt vom weltweit schwachen Milchaufkommen geprägt gewesen. Inzwischen gebe es teilweise wieder Wachstum, vor allem in der EU. China werde als Milchimporteur immer wichtiger und hätte auch 2013 einen hohen Importbedarf gehabt.

2014 starte mit vergleichsweise hohen Milchpreisen, für eine Wende gegebe es bislang keine Anzeichen.

Der Referent ging auch auf den Freihandel ein und erläuterte nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie unterschiedliche Standards, Nicht-Einhaltung international vereinbarter Standards und Normen sowie Beschränkungen durch komplizierte Zulassungsverfahren, Zollabwicklung, Lizenzverfahren und ähnliches.

„Einzelbetriebliches Management muss in der Milchwirtschaft genauso wie in anderen Produktbereichen der Landwirtschaft Standard werden“, sagte Dr. Schlüter.

Mit Butter und Magermilchpulver ließen sich derweil aktuell Milchpreise von rund 41 Cent pro Kilogramm bis April absichern.

Die DBV-Tierhaltungsstrategie gehe der Frage aus Sicht der Bauern nach: „Wie bleiben wir in der Nutztierhaltung in Deutschland wettbewerbsfähig und gleichzeitig akzeptiert von der Politik und Gesellschaft?“

Gesellschaftliche

Qualitätsanforderungen

Sie basiere auf drei Säulen: Selbst- und verantwortungbewusste Tierhalter, die zeigen, was sie können und wofür sie stehen; die Bereitschaft, die Tierhaltung weiterzuentwickeln und Brennpunkte anzugehen sowie verbesserte Öffentlichkeitsarbeit und Bereitschaft zum Dialog.

Neben klassischen Qualitätsanforderungen wie Lebensmittelsicherheit würden auch gesellschaftliche Qualitätsanforderungen wie Nachhaltigkeit, Tierhygiene und Tierwohl verstärkt eine Rolle spielen. Darüber hinaus informierte der Referent die Zuhörer über mögliche Indikatoren für das Tierwohl. · hkl

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