Schwierige Suche nach effektiver Lösung

Enge trotz Corona im Schulbus: Eltern in großer Sorge

Ein Bus steht in Diepholz an einer Bushaltestelle
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Ein Bus steht in Diepholz an einer Bushaltestelle

Der Elternrat der Graf-Friedrich-Schule (GFS) Diepholz ist in großer Sorge: „Die Situation bei der Schülerbeförderung konterkariert das Infektionsschutzgesetz und alle Anstrengungen von Schülern und Eltern, Kontakte zu minimieren, Abstände sicherzustellen und Infektionsketten nachzuverfolgen“, mahnt er in einem Brief an Landrat Cord Bockhop.

Denn die Eltern haben beobachtet, dass in den Bussen während der Corona-Krise auf nur einem Quadratmeter vier Personen befördert würden: „Alle Sitzplätze sind belegt, dazu stehen noch etliche Schüler.“ Ganz zu schweigen davon, dass viele Schüler 30 bis 60 Minuten pro Strecke im Bus unterwegs seien: „Luftaustausch ist de facto nicht möglich.“ Die Eltern warnen: „Ab 15 Minuten Kontakt ist eine Infektion auch mit normalen Alltagsmasken nicht auszuschließen.“

Eltern fordern Corona-Hygienekonzept für Schulbusse

Deshalb fordern die Eltern ein Corona-Hygienekonzept und eine „deutliche Erhöhung der Transportkapazität“. Doch genau das gestaltet sich extrem schwierig. Laut Erstem Kreisrat Wolfram van Lessen sind zurzeit 125 Linienbusse im Landkreis im Einsatz. „Jedes Unternehmen hat noch zwei Ersatzbusse“, beschrieb er die engen Kapazitätsgrenzen. Auch gebe es nur 15 Reisebusse im Landkreis, hinzu komme der Fachkräftemangel. Ein normaler Bus habe 90 Sitz- und Stehplätze. „Wir setzen auf 80 Prozent, um die Busse nicht ganz vollzustopfen“, so der Erste Kreisrat. Nicht alle seien zu allen Zeiten und an allen Stationen so stark ausgelastet.

Ist ein stärkerer Corona-Schutz mit einer FFP2-Maske eine Option? „Wenn unter bestimmten Umständen Angst besteht“, formulierte es van Lessen. Die Beförderungsansprüche ändern, um die Busse zu entlasten? Dann müssten Grundschüler drei statt bisher zwei und Schüler weiterführender Schulen sechs statt bisher vier Kilometer radeln.

Bliebe die Änderung der täglichen Schulzeiten, sprich Unterricht im Schichtbetrieb: In dem Fall müsse der Kultusminister den Erlass ändern, so Wolfram van Lessen.

Schichtbetrieb an Schulen findet politische Unterstützung

Für Peter Jahnke (SPD) war klar: Wie im Corona-Geschehen in anderen Bereichen auch, müssten bisherige Regeln neuen Erkenntnissen angepasst werden. Ähnlich argumentierte Elke Oehlmann (Grüne). Wenn die Infektionszahlen wieder steigen sollten, müsse man über einen entzerrten Schulbetrieb nachdenken. Annika Flöthe (Lehrervertreterin) plädierte dagegen für den ortsbezogenen Einsatz von Schulbussen.

Hermann Schröder (FWG) sprach sich klar für den Schichtbetrieb an Schulen aus. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, so der stellvertretende Gymnasialleiter im Ruhestand.

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