Energiewende vor Ort

Grüne Spitzenkandidatin Dr. Julia Verlinden radelt zu Beispiel-Projekten in Diepholz

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Beim Start der Energiewende-Radtour am Diepholzer Bahnhof stand das Thema „Verkehr“ im Mittelpunkt. 6. von links: Julia Verlinden, die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen bei der Bundestagswahl. 

Diepholz - „In Diepholz gibt es viele spannende Beispiele, wie die Energiewende vor Ort gelingt.“ Dieses Fazit zog die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen bei der Bundestagswahl, Dr. Julia Verlinden, nach einer dreistündigen Energiewende-Radtour durch Diepholz und seine Ortsteile.

An vier Etappenzielen erfuhren die Teilnehmer Details zu Projekten und diskutierten Probleme, Chancen und Ziele, berichteten die Diepholzer Grünen in einer Pressemitteilung.

Am Startpunkt Diepholzer Bahnhof stand das Thema „Verkehr „im Mittelpunkt. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen in Diepholz, Andreas Pawelzik, moderierte die Radtour und machte zum Auftakt deutlich: „Wir wollen eine verlässliche Zugverbindung nach Sulingen und Nienburg und keinen dreispurigen Ausbau der Bundesstraße 214.“

Julia Verlinden kritisierte, dass die Bundesregierung das Engagement der Bürger und Bürgerinnen ausgebremst habe. „Wir Grünen wollen die Rahmenbedingungen für Klimaschutz und die Energiewende zum Mitmachen deutlich verbessern. Dazu gehört, die Kommunen dabei zu unterstützen, den Radverkehr zu fördern – und damit Lärm, Stau und Luftbelastung des Straßenverkehrs zu reduzieren. Fahrradparkboxen und überdachte Parkflächen am Bahnhof Diepholz sind ein wichtiger Beitrag dafür - auch für die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel.“

Erste Etappe: Wohnhaus von Andreas Pawelzik

Die erste Etappe der Radtour führte zum Wohnhaus von Andreas Pawelzik. Die 2003 durchgeführte Sanierung des 1924 und 1966 erbauten Gebäudes ermöglicht eine 65-prozentige Einsparung des Wärmebedarfs. Pawelzik verwies laut der Pressemitteilung darauf, dass 85 Prozent der Wohngebäude in Diepholz noch ungenügend gedämmte Altbauten sind und somit noch ein großes Einsparpotential vorhanden ist. Außerdem warb er angesichts der Holzfassade seines Hauses für den Einsatz von Holz als Baustoff: „ Mit Holzbauten können wir einen zweiten Wald bauen, der dauerhaft CO2 speichert.“

Der frühere Diepholzer Bauamtsleiter Gregor Korte empfing die Radler im Ökobaugebiet Heede. Als Ideengeber und damals zuständiger Planer erzählte er die Entstehungsgeschichte und Hintergründe des Baugebietes. Das Nahwärmenetz Heede ermöglicht effizientes Heizen im über 20 Jahre alten Quartier. Allerdings lohne sich die Investition bei heutigen gut gedämmten Neubauten nicht mehr.

Biogasanlage erläutert

Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer, dass alte Baustoffe aus Diepholz wiederverwendet wurden, beispielsweise Pflastersteine und Ziegel; und dass damit „graue Energie“ und Rohstoffe beim Bauen gespart wurden.

Mit Kaffee und Kuchen empfing Heinfried Sudmann die Energiewende-Radler auf seinem Hof. Er erläuterte das Konzept und die Entstehungsgeschichte seiner Biogasanlage, die komplett mit der Gülle und dem Mist der eigenen Milchkühe und Futterresten betrieben wird. Viel Recherche, Bürokratieüberwindung und Arbeit waren nötig, um die Anlage auf den heutigen Stand zu bringen.

Heinfried Sudmanns Anlage trägt zur Stabilisierung des Stromnetzes bei: Sie liefert Strom, wenn Wind und Sonne nicht genug Energie liefern. Seit jüngstem werde ihm dies endlich ausreichend vergütet, so die Grünen in ihrer Mitteilung.

Plusenergie-Arztpraxis als letztes Ziel 

Am letzten Etappenziel erläuterte Dr. Andreas Ziemens seine Plusenergie-Arztpraxis. Bereits vor neun Jahren realisierte er ein Gebäude mit Sonnenstrom, Erdwärme und guter Dämmung. Durch die zusätzliche kontrollierte Be- und Entlüftung und der damit verbundenen Wärmerückgewinnung sowie die Fotovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt das Gebäude einen erneuerbaren Energieüberschuss. „Heizen mit Erdwärme brauchen wir nur zwei bis drei Monate im Jahr.“ Im Sommer wird die Fußbodenheizung zur Kühlung der Räume genutzt. Wenn die gesetzliche Vergütung des Solarstroms wegfällt, will Ziemens mit dem Solarstrom ein Elektroauto laden: „Der Anschluss ist schon da!“

Zum Abschluss der 13 Kilometer langen Radtour verdeutlichte Dr. Julia Verlinden, die energiepolitische Sprecherin ihrer Partei im Bundestag ist, ihre Ziele: „Wir Grüne wollen die Weichen dafür stellen, dass bis 2030 der gesamte Strombedarf in Deutschland erneuerbar erzeugt wird. Dazu gehört ein zügiger und geordneter Kohleausstieg. Die 20 dreckigsten Kohlekraftwerke wollen wir sofort abschalten.“

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