Neue Halle im Heimatmuseum ist fertig

Endlich mehr Ausstellungs-Platz in Aschen

Die neue Ausstellungshalle des Heimatmuseum Aschen ist fertig,. Die Exponate sind darin zeitgemäß präsentiert . Die Eröffnung soll erfolgen, so bald das in Coronazeiten möglich ist.
+
Die neue Ausstellungshalle des Heimatmuseum Aschen ist fertig. Die Exponate sind darin zeitgemäß präsentiert. Die Eröffnung soll erfolgen, so bald das in Coronazeiten möglich ist.

Aschen – Endlich mehr Platz! Endlich können historische Landwirtschafts-Geräte aus der Region museumsgerecht präsentiert werden – und nicht nur eng zusammengestellt in einer Remise. Die neue Ausstellungshalle im Heimatmuseum Aschen ist fertig. Sie muss aber coronabedingt noch für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben. Heimatvereins-Vorsitzender Werner Schneider gewährte unserer Zeitung schon einen Einblick in das 13 mal 16 Meter große Fachwerkgebäude.

Gleich im Erdgeschoss in der Nähe des Eingangs sind Kartoffelsortiermaschinen aufgereiht, wie sie um das Jahr 1900 benutzt wurden. Daneben wacht eine als Müller gekleidete Schaufensterpuppe über alte Getreidemühlen. Neue Informationstafeln mit Fotos erklären diese Geräte – und auch die anderen, die in der Halle auf zwei Etagen stehen. Schleifsteine, eine Reinigungsmaschine für Jutesäcke, eine Weizen-Schälmaschine, Wasserpumpen, Dezimalwaagen, Häcksler und andere landwirtschaftliche Maschinen und Geräte sind übersichtlich präsentiert.

Werner Schneider hat sie aus den vielen Exponaten, die in der Remise stehen, selbst ausgesucht. „Es fällt kaum auf, dass in der Remise etwas fehlt“, sagt er. So viele Geräte hat der Heimatverein Aschen im Laufe der Zeit gespendet bekommen. Ein Teil davon wird nun zeitgemäß ausgestellt. Ebenso ein Leiterwagen. Die Ausstellung bewahrt einen Teil der heimischen Kultur.

Für das Fachwerkgebäude waren mehr als 200 000 Euro an Baukosten veranschlagt. Bauherr ist der Heimatverein Aschen. Die Anna und Heinz von Döllen-Stiftung unterstützte das Museumsprojekt.

Heimatvereins-Vorsitzender Werner Schneider im Obergeschoss des neuen Fachwerkgebäudes im Heimatmuseum Aschen.

Durch Ausschreibungen und Angebote konkurrierender Firmen konnten die Kosten laut Werner Schneider auf 176 000 Euro gesenkt werden. 73 Prozent Zuschuss gab es über das Dorfentwicklungsprogramm für die Diepholzer Ortsteile Aschen, Heede und Sankt Hülfe. Durch die niedrigeren Baukosten sank auch der Zuschuss – aber auch der Eigenanteil des Heimatvereins wurde geringer. Das – und unerwartete Spenden – nahmen Werner Schneider und den anderen Vorstandsmitgliedern eine große Last. Denn wegen der Corona-Pandemie musste das Heimatmuseum im vergangenen Jahr geschlossen bleiben. Auch Veranstaltungen wie Backtag, Oldtimertreffen und Gruppen-Aktionen wie „Moordiplom“ gab es nicht. Somit hatte der Verein keinerlei Einnahmen. „Es wurde eng“, sagte Vorsitzender Werner Schneider: „Wir haben jährliche Betriebskosten von 14 000 Euro.“ Und das trotz der ehrenamtlichen Helfer. Jetzt könnte der Heimatverein Aschen finanziell noch ein weiteres Jahr mit einem Lockdown überstehen. Doch alle hoffen natürlich auch eine baldige Möglichkeit, das ganze Heimatmuseum wieder für Besucher zu öffnen.

Auch die Türen der neuen Ausstellungshalle könnten sofort geöffnet werden. Die offizielle Bauabnahme nahm jetzt der Bau-Fachdienstleiter der Stadt Diepholz, Sebastian Dornieden, vor.

Eine Müller-Figur wacht in der neuen Halle über alte Getreidemühlen.

Aus diesem Anlass blickte Werner Schneider auf das Dorfentwicklungsprogramm zurück: „Vor acht Jahren erweiterten die EU, der Bund und das Land Niedersachsen das Programm der dörflichen Entwicklung. Der Aschener Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek machte sich gemeinsam mit den Ortsvorstehern der anderen Diepholzer Ortsteile für eine Aufnahme in das Programm stark. Die Stadt Diepholz erarbeitete gemeinsam mit dem Regionalmanagement für die Orte Heede, Sankt Hülfe und Aschen einen Aufnahmeantrag. Dieser wurde positiv beschieden. Begleitplanung und Umsetzung dieser wurden mit finanziellen Mittel der Stadt gefördert. Somit konnten Kommunen, Privatpersonen und Vereine entsprechende Anträge für ihre Vorhaben stellen.“

Historische Kartoffelsortiermaschinen stehen in der Nähe des Eingangs.

In Aschen wurden bisher unter anderem Anträge zur Umgestaltung der Ortseinfahrten, für die Sanierung der Schützenhalle in Ossenbeck und für den Neubau der Ausstellungshalle des Heimatvereins gestellt, positiv beschieden und umgesetzt. Der vom Verein eingesetzte Koordinator und Bauleiter der Ausstellungshalle, Heinz von Döllen, ließ verlauten, dass der gesteckte Zeitplan eingehalten werden konnte und termingerecht mit dem Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser – Geschäftsstelle Sulingen – die Abrechnung erfolgt sei. Eine offizielle Einweihung der Halle erfolgt, wenn es Corona zulässt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz
Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke
Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen
Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Kommentare