„Da fehlen einem die Worte“

Verheimlichte Kontaktperson arbeitet mit Symptomen in Kita

Im Impfzentrum Bassum sind bald fünf Teststrecken möglich
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Im Impfzentrum Bassum sind bald fünf Impfstrecken möglich

Die britische Corona-Mutation hat den Kreis Diepholz erreicht: Bis Donnerstagmittag waren elf Bürger positiv auf die Variante SARS-CoV-2-VOC B.1.1.7 getestet worden. „Die abstrakte dritte Welle, die noch keiner sieht, ist schon da“, so Landrat Cord Bockhop.

  • Infizierter verschweigt Kontaktperson.
  • 33.504 Impfdosen angekündigt.
  • Impfpraxen in allen Kommunen?

Update vom 12. Februar: Bis zum Freitagmittag verzeichnete der Landkreis Diepholz mit elf Neuinfektionen 4290 bestätigte Covid-19-Fälle, aktuell gibt es 98 bestätigte Covid-19-Fälle. Zudem wurde bei weiteren vier positiv getesteten Personen im Landkreis Diepholz die britische Mutation des Corona-Virus B.1.1.7 nachgewiesen. Dies teilte der Kreis in einer Pressemeldung mit.

4111 Personen aus dem Landkreis Diepholz, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde, konnten aus der Quarantäne entlassen werden. 81 Personen sind bisher in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, heißt es weiter. In den Kliniken des Landkreises Diepholz werden - Stand Freitag - 13 Patienten mit einem Corona-Verdacht oder einer laborbestätigten Infektion behandelt. Ein Patient wurde zu diesem Zeitpunkt intensivmedizinisch laut Mitteilung versorgt und beatmet.

Originalartikel vom 11. Februar: Landkreis Diepholz ‒ Im Kreishaus ging es am Donnerstag Schlag auf Schlag. Gegen 9 Uhr seien ihm fünf Fälle mit der neuen Corona-Mutation gemeldet worden, so Landrat Cord Bockhop, um 11.15 Uhr seien es schon sieben gewesen und um 13.30 Uhr elf. Weil es einen Fall in einer Kindertagesstätte gibt, werden dort alle Kinder und Erzieherinnen komplett getestet. Um welche Einrichtung es sich handelt, sagte der Landrat bewusst nicht.

Wo genau sich besagte elf Bürger mit der Corona-Mutation angesteckt haben, ist noch unklar. Nur so viel steht bereits fest: „Die betroffenen Personen haben sich zum Großteil im familiären Umfeld und zum Teil auch im Arbeitsumfeld angesteckt.“

Die Kontaktnachverfolgung laufe derzeit. Aber sie gestalte sich zum Teil schwierig, so der Landrat, weil einer der Infizierten zunächst nicht alle seine Kontaktpersonen benannt hatte. Denn eine nachweislich infizierte Person sei „trotz wiederholter Nachfragen“, so der Landrat, nicht genannt worden. Aber genau diese Person habe offenbar Symptome gezeigt und sei trotzdem zur Arbeit in einer Betreuungseinrichtung für Kinder gegangen. „Da fehlen einem die Worte“, zeigte sich der Landrat sprachlos ob so eines sträflichen Verhaltens in der Pandemie. „Die vollständige und wahrheitsgemäße Angabe von Kontaktpersonen ist nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtend und der Verstoß dagegen bußgeldbewehrt“, so die Rechtslage.

Genomsequenzierungen im Labor

Entdeckt worden war die neue Virus-Variante im Labor bei stichprobenartigen, intensiven Genomsequenzierungen. Solche Stichproben erfolgen im Auftrag der Bundesregierung, werden aber auch vom Landkreis angeordnet. „Das gehört zu unserer Strategie“, so der Landrat.

Weil aber die Untersuchungen auf die Virusvarianten sehr aufwendig seien, könnten sie nicht bei allen Proben umgesetzt werden. Die aktuellen Fälle sind im Diepholzer Land und im Bereich Stuhr/Weyhe aufgetreten.

Wie aufwendig die Untersuchung ist, zeigt sich an der zeitlichen Abfolge: „Zwei der infizierten Personen gelten bereits als genesen und wurden aus der Quarantäne entlassen.“ Die Quarantäne verlängert sich im Falle einer Virus-Mutation von 10 auf 14 Tage. Für die zehn weiteren Betroffenen sowie deren Kontaktpersonen wurden „alle notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen angeordnet“, so hieß es.

Es ist Licht am Ende des Tunnels.

Landrat Cord Bockhop

Trotz allem zeigte sich Cord Bockhop zuversichtlich: „Es ist Licht am Ende des Tunnels.“ Denn das Land hat dem Landkreis Diepholz deutlich mehr Impfdosen angekündigt als bisher. 7  300 Dosen für Erst- und Zweitimpfungen waren demnach für die ersten sechs Wochen geliefert und zugesagt worden. Vom 15. Februar bis zum 4. April, also in den kommenden sieben Wochen, sollen es 33 504 Impfdosen sein, also mehr als viereinhalb mal so viel. Deshalb habe das Land dem Impfzentrum eine weitere Impfstrecke genehmigt. Künftig werden es also fünf sein. Gleichzeitig arbeitet der Landkreis weiter mit Hochdruck am Aufbau eines zweiten Impfzentrums für den Südkreis (wir berichteten).

Regionale Impfpraxen im Gespräch

Aber ausgeschlossen ist nicht, dass es eine andere Lösung geben könnte: regionale Impfpraxen, die von einem oder mehreren Ärzten in einer Praxis oder einem entsprechend umgerüsteten Gebäude betrieben werden könnten. Der Landrat begrüßt eine solche Lösung: „Das wäre eine Riesenchance“, weil die Wege der Bürger zum Impfen dann noch kürzer würden. Im besten Falle gebe es in jeder der 15 Kommunen eine solche Impfpraxis. Nach und nach könnten sie aufgebaut werden – beginnend dort, wo die Wege am längsten wären.

Natürlich müsse dann auch die Terminvergabe geklärt werden. Denkbar seien Blocktermine, die von den Praxen angeboten würden. Über das Impfpraxen-Modell werde zurzeit auf Landesebene beraten, so der Landrat. Eine Entscheidung stehe noch aus: „Wir müssen abwarten, was das Land erlaubt.“

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