Diepholzer Agenda-Preis „Mut machen zum Handeln“ verliehen

Elf Ideen für den Klimaschutz

Die Verleihung des Diepholzer Agenda-Preises im Rathaus war wegen der Coronakrise nicht öffentlich. Die Teilnehmer hielten bei der gut zweistündigen Veranstaltung die Abstandsregeln ein.
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Die Verleihung des Diepholzer Agenda-Preises im Rathaus war wegen der Coronakrise nicht öffentlich. Die Teilnehmer hielten bei der gut zweistündigen Veranstaltung die Abstandsregeln ein.
  • Eberhard Jansen
    vonEberhard Jansen
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Diepholz – Ideen und Projekte waren gefragt, die einen konkreten Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit leisten und einen Bezug zu Diepholz haben. Dabei bewiesen Einzelpersonen, Firmen und Gruppen aus Diepholz und Umgebung große Kreativität: Elf sehr unterschiedliche Beiträge hatte die Jury beim Wettbewerb der Agenda 21-Bürgerstiftung um den Diepholzer Agenda-Preis 2020 zu bewerten, der unter dem Motto „Mut machen zum Handeln“ stand. Die Preisverleihung im Rathaus war wegen der Coronakrise nicht öffentlich und nicht so feierlich wie ursprünglich geplant.

Die Veranstaltung wurde live von der ehrenamtlichen Gruppe „Grafenkind“ im Internet übertragen. Insgesamt hatte diese Übertragung, die als Aufzeichnung noch bei Youtube und Facebook im Netz ist, etwa 1 500 Aufrufe.

Durch den Abend führte Andreas Flug als Vorstandsmitglied der Agenda 21-Bürgerstiftung. Jurymitglieder stellten die Beiträge und deren Bewertung einzeln vor. Auf die nach Jury-Meinung besten wurden das ausgelobte Preisgeld von insgesamt 5 000 Euro verteilt.

Der Jury gehörten an: Matthias Bahr (Leiter der Realschule Diepholz), Marten Lensch (Superintendent im Kirchenkreis Diepholz), Johannes Luber (Vertreter der Fridays-For-Future Ortsgruppe Diepholz), Florian Marré, (Bürgermeister der Stadt Diepholz), Reinald Schröder (Vertreter der Agenda 21-Bürgerstiftung), Ulrich Walter (Gründer der Firma Lebensbaum).

Die in den vergangenen Monaten erarbeiteten Beiträge mussten mehrere Kriterien erfüllen: Relevanz für den Klimaschutz, Vorbildcharakter, nach Möglichkeit ganzheitlicher Ansatz (Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte – wie auch die Agenda 21), unmittelbarer Bezug zur Region Diepholz sowie eine anschauliche Dokumentation. „Alle Teilnehmer hätten einen Preis verdient“, meinte Bürgermeister Florian Marré, der Schirmherr des Agenda-Preises 2020 war: „Machen Sie alle weiter so!“

Der Unternehmer Ulrich Walter hielt einen Kurzvortrag zum Thema Nachhaltigkeit, das er in seiner Firma Lebensbaum immer in den Mittelpunkt stellte. Nachhaltigkeit ist das Prinzip, dass nur so viele Ressourcen genutzt werden, wie sich regenerieren können – zukünftige Generationen also nicht belastet werden. „Klimawandel ist kein nationales Thema“, sagte er, „aber jede Nation müsste einen Beitrag leisten.“ Angst und Drohung seien aber schlechte Ratgeber, besser seien „Leuchttürme“ und positive Beispiele. Ulrich Walter: „Aber handeln müssen wir alle.“

Die Agenda 21-Bürgerstiftung umfasst die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales. „Für mich kommt auch noch Kultur dazu“, so Walter.

Für Musik bei der zweistündigen Veranstaltung sorgten gemeinsam Ulrike und Dr. Matthias Stephani (Violine) und Monika Zilke (Klavier).

Der Vorstand der Diepholzer Agenda 21-Bürgerstiftung werde nun den nächsten Agenda-Preis vorbereiten, kündigte Andreas Flug zum Schluss der Preisverleihung im Sitzungssaal des Rathauses an. In dem Wettbewerb 2021 wird es voraussichtlich um das Thema Gesundheit gehen.

Die Preisträger:

Insgesamt 5 000 Euro hatte die Jury beim Wettbewerb um den Diepholzer Agenda-Preis 2020 zu verteilen. Mit dem Preisgeld soll eine nachhaltige Entwicklung gefördert werden.

Mit jeweils 1 000 Euro wurden drei der elf eingereichten Beiträge ausgezeichnet:

- Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Hollerhof in Donstorf. Das Projekt geht auf Hildegard Stubbe, Mechthild Kokenge und Ulrike Westermann zurück. Der Solidarischen Landwirtschaft liegt die Idee zugrunde, dass eine Gruppe von Konsumenten „ihrem“ Landwirt zu Beginn des Anbaujahres das benötigte Budget für das gesamte Jahr zur Verfügung stellt. Den Beitrag zum Budget legen die Mitglieder der Solawi in der jährlichen Bieterrunde je nach persönlicher Möglichkeit selber fest. Im Laufe des Jahres werden die Ernteerträge unter allen Mitglieder geteilt.

- Die Verpackungsbörse, die der Diepholzer Unternehmer Dr. Hauke Malz zusammen mit anderen Firmen ins Leben gerufen hat. Ziel: Verpackungsmaterial zu tauschen, das in anderen Betrieben kein Abfall ist, sondern wieder verwertet werden kann. Beteiligt sind die Firmen Malz Polytec, Omega Technology Plastic, PHV Persönliche Hilfen, Mwt und DG-Energie.

- Das Projekt „Slow Mobil Diepholz – Die mobile Klimaküche“ (Barnstorf) des Vereins zur Förderung ganzheitlicher Bildung zusammen mit dem Welthaus Barnstorf und dem Slow Food Convivium Diepholz, das Kinder und Jugendliche an Kochkultur und regionale Lebensmittel mit praktischen Koch-Aktionen heranführt.

Mit 750 Euro ausgezeichnet wurden:

- Die Umwelt-AG des Diepholzer Gymnasiums Graf-Friedrich-Schule (GFS), die seit zehn Jahren besteht.

- Heidrun Plümer (Barver) für ihr Projekt „Propure – der mobile Unverpackt-Laden“, mit dem sie seit einigen Wochen auf Märkten in der Region vertreten ist.

500 Euro bekam die Waldgruppe „Die Waldbeeren“ des Waldorfkindergartens Sankt Hülfe.

Mit einer Urkunde gewürdigt wurden folgende Wettbewerbsbeiträge:

- Leon Hempe für seine Ideen zur Reaktivierung des Sulinger Kreuzes der Bahn und Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs.

- Reinhard Ernst (Diepholz) für seinen suffizienten Lebensstil mit möglichst geringem Ressourcen- und Energieverbrauch.

- Die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) für ihr Energiekonzept „Wärme aus Eis durch die Eisspeichertechnik“ in Neubau an der Thüringer Straße in Diepholz.

- Kerstin Nicolaysen und Britta Simon für ihre beiden eingereichten Projekte: Konzept für einen Unverpacktladen in Diepholz, der über den Verkauf von unverpackten Waren hinaus vielfältige Funktionen hat, die zusammen zur Belebung der Innenstadt beitragen. Und: Diepholz auf dem Weg zu einer Fairtrade-Stadt.   ej

Internet

agenda21diepholz.jimdofree.com

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